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Trauer und Depressionen
Nach dem Verlust eines geliebten Menschen ist es ganz normal, daß
wir trauern. Diese Trauer ist eine natürliche Reaktion auf
den Verlust. Dabei kann die Stärke der Trauer von Mensch zu
Mensch unterschiedlich sein, auch kann sie zwischen Jung und Alt
variieren. Von den Grundzügen her ist die Trauer aber bei allen
Menschen gleich.
Während einer Trauerphase fühlt man sich niedergeschlagen,
hat kaum mehr Interesse an etwas, ist sehr verletzlich und hat keine
Energie und Kraft mehr. Zudem kann die Konzentration gestört
sein oder das Gedächtnis nicht mehr so funktionieren wie bisher.
Auch körperliche Leiden können auftreten wie zum Beispiel
Magen- und Darmstörungen, Appetitlosigkeit, Durchfall oder
Schlafstörungen.
Die Trauer ist einer Depression also sehr ähnlich.
Es gibt jedoch auch Unterschiede zwischen diesen beiden Seelenzuständen.
Eine Trauer kann nämlich durch Trauerarbeit und den Trauerprozess
selbst gemildert und schließlich beendet werden. Durch Trauerarbeit
kann der Betroffene lernen, sich von Altem zu lösen und sich
Neuem zuzuwenden.
Der Trauerprozess gliedert sich in vier typische Phasen, die schließlich
dazu führen, daß man über den Verlust hinwegkommt:
- Erste Phase: Protest und Verleugnung
Man will den Verlust nicht wahrhaben und eingestehen. Man verhält
sich so, als wäre nichts geschehen und der Verstorbene könnte
jeden Augenblick zur Tür hereinkommen
- Zweite Phase: Die Verzweiflung
Der Verlust wird wahrgenommen, starke Trennungsangst tritt ein,
man hat Angst vor dem Verlust, erlebt ein emotionales Durcheinander
mit Schmerzen, Angst, Sehnsucht, Wut und auch Schuldgefühlen.
- Dritte Phase: Trennung und Abschied nehmen
Langsam akzeptiert man das Geschehene. Die innere Beziehung zu dem
Verstorbenen ändert sich, man baut eine neue innere Nähe
zu ihm auf und lenkt sein Augenmerk auch wieder auf die Außenwelt.
- Vierte Phase: Zuwendung zur Umwelt
Der Trauernde ist wieder offen für das Geschehen in seiner
Umwelt und neuer sozialer Beziehungen.
Durch die Trauer hat der Mensch die Möglichkeit, den Verlust
eines geliebten Menschen seelisch zu bewältigen, ohne daran
zu zerbrechen. Dabei unterscheiden sich die Riten der Trauerbewältigung
in verschiedenen Kulturen. Das Ziel ist jedoch immer das Gleiche:
Die Seele soll vor einem schweren Schaden geschützt werden,
Schmerzen sollen verarbeitet werden und das innere Bild des Verstorbenen
soll für immer im Inneren erhalten bleiben.
Man sieht schon den Unterschied zu einer Depression: Die Trauer
vergeht normalerweise von alleine wieder, wenn manchmal auch erst
nach einiger Zeit. Eine Depression hingegen bleibt meist bestehen,
wenn man nichts dagegen tut. Allerdings sollte auch gesagt werden,
daß aus einer Trauer auch eine Depression werden kann, wenn
man nicht über den Verlust eines geliebten Menschen hinwegkommt
oder wenn mehrere Todesfälle kurz hintereinander vorkommen,
so daß man aus der Trauer gar nicht mehr herauskommt. Dann
sei dringend der Gang zu einem Arzt empfohlen!
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