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Ich bin schuld und wertlosDieses Denkschema ist
ganz typisch für depressive Menschen. Außenstehende bemerken oft eine
typische Einengung des Denkens auf die Themen Schuld, Schmutz, Sünde oder
Armut. Die vermeintliche Gewissheit, an allem schuld zu sein, belastet viele Depressive.
Sie geben sich für alles die Schuld, denken, daß jeder Fehler von ihnen
verursacht wurde und sehen sich überhaupt als der allein Schuldige, auch
in Situationen, in denen die Schuldfrage vollkommen unwichtig ist. Viele religiöse
Menschen erleben dabei ihre Schuld als vermeintliche Sünde. Ein anderer,
sehr typischer Inhalt des Denkens ist die Angst, völlig zu verarmen. Diese
depressiven Menschen fürchten, daß ihre finanziellen Mittel in der
Zukunft nicht ausreichen. Sie überlegen jede Ausgabe mehrmals und erscheinen
so Außenstehenden als sehr geizig. Diese Angst, völlig zu verarmen,
geht manchmal so weit, daß selbst nötige Ausgaben nicht mehr vorgenommen
werden, so daß zum Beispiel nötige Behandlungen beim Arzt nicht mehr
durchgeführt werden. Typisch ist auch, daß zum Beispiel Kaufverträge
oder sonstige Verpflichtungen rückgängig oder gekündigt werden,
weil die Angst besteht, daß man sie nicht mehr tragen kann. Ein weiterer
häufiger Inhalt des Denkens eines Erkrankten ist oft die Angst, schmutzig
zu sein oder schlecht zu riechen. Als Folge davon kann oft ein Waschzwang auftreten.
Dieses Schema fügt sich nahtlos in das schlechte Selbstbild des Erkrankten
ein und verstärkt es dadurch.
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