Depression bald zweithäufigste Erkrankung?
Depressionen könnten 2020 weltweit zur zweithäufigsten
Krankheit werden. 1990 lagen Depressionen noch auf Rang vier der
häufigsten Erkrankungen.
Die Gmünder Ersatzkasse hatte 2006 Zahlen bekannt gegeben,
nach denen die Zahl der Krankenhaus-Patienten mit Depressionen in
vier Jahren um 40 Prozent gestiegen war. Inzwischen hätten
etwa zwölf Prozent der Patienten, die eine Arztpraxis aufsuchen,
eine Depression, sagte Dr. Pia Heußner, Leiterin der Psycho-Onkologie
an der Uni München-Großhadern. Häufiger als Depressionen
seien bald nur noch kardiovaskuläre Erkrankungen, so Heußner
beim Internisten-Kongress.
Die Ärztin erklärte den weltweiten Anstieg mit veränderten
Umwelt- und Lebensbedingungen. Außerdem sei vermutlich die
Sensibilisierung für Depressionen gestiegen, sodass sie auch
häufiger diagnostiziert würden. Zudem lasse die Tabuisierung
dieser Krankheit nach, sie sei gesellschaftsfähiger geworden:
"Es darf offen darüber gesprochen werden." Genetische
Faktoren könnten einen Anteil von 50 bis 80 Prozent ausmachen.
Weitere Auslöser seien schwere chronische Erkrankungen sowie
Stoffwechsel-Änderungen.
Obwohl Psychopharmaka gut helfen, würden sie oft abgelehnt.
Dies erklärt sich Heußner damit, dass ältere Arzneien
oft starke unerwünschte Wirkungen wie Gewichtszunahme und trockenem
Mund haben. Neue Mittel seien jedoch sehr viel besser verträglich
und wirkten auch schneller.
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