Schilddrüsen-Check bei unklaren Symptomen
Gewichtszunahme und Depression sind häufig frühe
Zeichen für Hypothyreose
Bei unspezifischen Symptomen lohnt es sich immer, auch an eine Schilddrüsenerkrankung
zu denken. Zur Diagnostik etwa bei Gewichtsschwankungen, Depressionen
oder Unruhe gehören eine Schilddrüsenpalpation und ein
Schilddrüsen-Labor.
Die Kunst des Hausarztes bestehe darin, Patienten mit veränderter
Schilddrüse möglichst früh zu erkennen, so der Endokrinologe
Dr. Michael Müller aus München. Durch die Palpation können
bis zu 85 Prozent der Schilddrüsenknoten mit einem Durchmesser
über 1 cm erkannt werden. Auch kleine Strumen sind oft gut
tastbar, so Müller bei den von Sanofi-Aventis unterstützten
Grünwalder Gesprächen.
Es gebe eine Reihe von Symptomen, die nicht unmittelbar mit einer
Schilddrüsenerkrankung zusammenhängen, sagte Müller.
Bei Gewichtszunahme etwa denke man zunächst meist an Änderungen
des Lebensstils und mangelnde Bewegung. Tatsächlich könne
jedoch schon eine leichte Schilddrüsenunterfunktion zu einer
stetigen Zunahme des Körpergewichts führen, erklärte
Müller. Die Folgen seien dann Hypertonie, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen
und Gelenkbeschwerden.
Zudem würden Patienten mit depressiven Episoden oft medikamentös
behandelt, ohne dass eine Hypothyreose als Ursache ausgeschlossen
wurde, so Müller. Ähnlich sei es bei Nervosität oder
Gewichtsabnahme. Oft würden psychische Belastungen vermutet.
Doch könne auch Überfunktion die Ursache sein. Ein Druckgefühl
am Hals - eigentlich ein Alarmsignal für eine Schilddrüsenerkrankung
- werde zudem oft bagatellisiert oder der Psyche zugeordnet.
Das Problem bei Schilddrüsen-Laborwerten: Nicht selten würden
sie als unauffällig beurteilt, wenn sie an der Grenze des Normalbereichs
liegen. Tatsächlich sollten solche Befunde als Hinweis auf
eine beginnende Schilddrüsenfunktionsstörung gewertet
werden, so Müller. "Zudem schließen normale Laborwerte
eine bereits bestehende morphologische Veränderung der Schilddrüse
nicht aus", erinnerte der Endokrinologe.
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