Bei mittelschweren Depressionen hat Johanniskraut Vorteile
Ergebnisse einer Vergleichsstudie mit Citalopram
Bei Patienten mit mittelschweren Depressionen ist der Johanniskraut-Extrakt
STW3-VI (Laif® 900) ähnlich gut wirksam wie Citalopram. Ein
Pluspunkt für das Phytopharmakon ist jedoch, dass es signifikant
besser vertragen wird als das synthetische Antidepressivum.
Dies ist das Ergebnis einer Placebo-kontrollierten PhaseIII-Studie
im ambulanten Bereich (Psychopharmakotherapie 14, 2007, 65). An
der dreiarmigen Studie nahmen 388 Patienten mit mittelschwerer Depression
teil. Bei ihnen war die Erstdiagnose Depression im Mittel drei Jahre
vor Studienbeginn gestellt worden. In der Studie wurden die Patienten
sechs Wochen lang entweder mit dem Johanniskraut-Extrakt (900 mg
einmal täglich), mit Citalopram (täglich 20 mg) oder mit
Placebo behandelt. Die Therapie erfolgte bei Allgemeinmedizinern
und hausärztlich tätigen Internisten. Die Wirksamkeit
wurde mit der 52 Punkte umfassenden Hamilton-Depressionsskala (HAMD-17)
beurteilt.
Der HAMD-Ausgangswert war mit etwa 22 Punkten in allen drei Gruppen
ähnlich hoch. Nach sechs Wochen Therapie hatte sich der HAMD-Wert
in beiden Verum-Gruppen auf 10,3 Punkte verbessert, mit Placebo
auf 13 Punkte. Der Unterschied war signifikant. In beiden Verum-Gruppen
hatten ähnlich viele Patienten auf die Behandlung angesprochen:
54 Prozent in der Johanniskraut- und 56 Prozent in der Citalopram-Gruppe,
mit Placebo waren es dagegen nur 39 Prozent. Definiert ist die Ansprechrate
als eine Reduktion des Punktwertes auf der HAMD-Skala um mindestens
50 Prozent oder ein HAMD-Wert von unter 10 Punkten.
Bei der Verträglichkeit schnitt das Johanniskraut-Präparat
besser ab als Citalopram: Unerwünschte Wirkungen hatten bei
17 Prozent der Patienten mit dem Phytopharmakon, in der Citalopram-Gruppe
waren es 53 Prozent und mit Placebo 30 Prozent. Deswegen abgebrochen
haben die Studie sieben Prozent in der Johanniskraut- und zwölf
Prozent in der Citalopram-Gruppe (Placebo: neun Prozent).
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