Therapie depressiver Mütter hilft auch Kindern
Werden Frauen erfolgreich antidepressiv behandelt, gehen bei
ihren Kindern psychische Störungen zurück
NEW YORK (mut). Holt man depressive Mütter erfolgreich aus
dem Stimmungstief, profitieren auch ihre Kinder deutlich davon:
Auch bei ihnen gehen dann Depressionen, Angststörungen und
Verhaltensauffälligkeiten zurück.
Darauf deuten Daten einer US-Studie mit 114 Mutter-Kind-Paaren,
bei denen die Mütter aufgrund einer Depression medikamentös
behandelt wurden (JAMA 295, 2006, 1389). Mütter und Kinder
wurden vor Therapiebeginn und drei Monate danach untersucht; die
Ausprägung psychischer Störungen wurde dabei in entsprechenden
Skalen dokumentiert. Die Kinder waren zwischen sieben und 17 Jahre
alt.
Das Ergebnis: Insgesamt kam es bei 38 Müttern (33 Prozent)
zu einer Remission. Zwölf dieser Mütter hatten Kinder,
die zu Beginn der Studie ebenfalls eine psychische Störung
hatten. Nach dreimonatiger antidepressiver Therapie der Mütter
traf das nur noch für acht Kinder zu. In der Gruppe mit Müttern
ohne Remission hatten 25 Kinder zu Beginn der Studie eine psychische
Störung, nach drei Monaten waren es 30.
Eine erfolgreiche antidepressive Therapie konnte aber auch psychische
Störungen verhindern: Bei Müttern ohne Remission kam es
bei acht Kindern (17 Prozent) innerhalb der drei Monate erstmals
zu einer psychischen Störung. Dagegen waren bei Kindern von
Müttern, die zum Studien-Ende keine Depression mehr hatten,
keine psychischen Störungen neu aufgetreten. Die Autoren vermuten,
daß depressive Väter das Wohlbefinden der Kinder ähnlich
schlecht beeinflussen. Konsequente Therapie der Eltern könne
daher Kinder vor psychischen Krankheiten schützen.
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