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Wie beginnt eure Therapiesitzung?



 
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schlumpf




Anmeldungsdatum: 06.02.2010
Beiträge: 41

BeitragVerfasst am: 07.02.2010 20:37    Titel: Wie beginnt eure Therapiesitzung? Antworten mit Zitat

Hallo,

vielleicht ist die Frage irgendwie merkwürdig. Aber ich bin jetzt seit etwa zwei Monaten in Therapie und habe große Schwierigkeiten damit. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Nicht wie ich anfangen soll. Aber auch wenn ich was geträumt habe und das erzählt habe, danach verstumme ich. Ich weiß einfach nicht, wie ich das angehen soll. Er stellt dann manchmal Fragen. Aber manchmal auch nicht. Und dann passiert nichts. Und ich habe das Gefühl, es ist völlig zwecklos, dass ich da bin, weil ich ja nicht rede. Und der Druck, reden zu müssen, macht es natürlich nicht einfacher.
Natürlich wird jetzt die erste Antwort sein, ich solle mit ihm reden, denk ich. Das habe ich auch schon versucht. Aber das dreht sich im Kreis. Und letztlich bin ich es, die irgendwie die Kurve kriegen muss, den Mund aufzumachen.
Deshalb wollte ich fragen, wie das Gespräch bei euch verläuft. Habt ihr ein Ritual, wie ihr anfangt? Oder fällt euch das total leicht? Und stellt euer Therapeut Fragen, wenn ihr nichts sagt? Oder gibt es bei euch auch so lange Schweigezeiten?
Ich bin einfach unsicher, ob ich so eine Chance habe, dass die Therapie mir helfen kann.
Würde mich über eure Erfahrungen und Ratschläge sehr freuen.

Liebe Grüße
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Tabu




Anmeldungsdatum: 18.09.2009
Beiträge: 329
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 07.02.2010 20:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Schlumpf

Also zuerst einmal. Klar musst du mit ihm reden, wenn es was bringen soll. Aber setz dich nicht so unter Druck. Ich habe in den ersten Sitzungen auch wenig von mir gegeben. Da hat er dann viel gefragt. Er hat son bisschen das Gespräch gelenkt. Jetzt ist es so, dass wenn ich etwas habe, dass mir am Anfang einfällt (ein Gedicht, einen neuen Befund, etc), dass ich dann anfange. Einfach so. Aber häufig ist es auch so, dass ich ncihts weiß. Dann muss er mir erstmal Fragen stellen das Gespräch in Gang bringen. Und dann entstehen oft auch längere Pausen. Vor allem, wenn ich aufgeregt bin wegen irgendwas.
Also mach dir keine Sorgen. Das Gespräch wird irgendwann ganz von selbst besser laufen.

LG Tabu
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aber sie sind immer da.

Ich bin kein Pessimist
Nur Realist
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Absurd




Anmeldungsdatum: 07.09.2009
Beiträge: 218
Wohnort: Schwarzwald

BeitragVerfasst am: 07.02.2010 22:04    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Therapeutin fragt immer erstmal wies mir geht bzw. meistens sieht sie es mir schon an und fragt, ob ihr Eindruck stimmt. dann fragt sie, ob ich über ein Thema "mitgebracht" habe, also ob ich gerade über etwas bestimmtes sprechen möchte. Wenn nicht, hat sie ein Thema vorbereitet. Manchmal sag ich auch am Ende der stunde, über was ich gerne reden möchte. Es gibt allerdings Therapeuten, die absichtlich schweigen, um einen aus der Reserve zu locken. Hast du die E-Mail Adresse deines Therapeuten? Vielleicht könntest du ihm das mal schreiben, dass dir das Schweiegn nicht gut tut bzw. dass du unter dem Druck stehst, reden zu müssen, dir aber nichts einfällt. Schreiben fällt ja manchmal leichter als reden.
Meine Therapeutin fragt auch manchmal, wenn ich gerade mal länger still bin, über was ich gerade nachdenke. Oft sage ich dann "Über nichts, ich weiß nur grade einfach nichts zu sagen..."
Mir hat es auch schon geholfen, mir über die Woche aufzuschreiben, über was ich in der Therapie reden möchte. Bestimmte Erlebnisse, Erinnerungen, Gedanken, Gefühle...dann hat man etwas in der Hand und kann notfalls ablesen.
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"Good. Out of the door. Line on the left. One cross each. Next." Monty Python
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schlumpf




Anmeldungsdatum: 06.02.2010
Beiträge: 41

BeitragVerfasst am: 07.02.2010 22:19    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für eure Antworten, Tabu und Absurd!

Seine Emailadresse habe ich nicht, aber das zu sagen ist mir auch nicht so schwer gefallen. Weil das ja konkret und fassbar war, das konnte ich einfach aussprechen. Er meinte dazu nur, dass er nicht erwartet hätte, dass ich plötzlich rede, nachdem ich so viele Jahre lang geschwiegen habe. Aber das nimmt den Druck nicht von mir. Ich habe auch Angst, dass die Therapiestunden, die die Krankenkasse bewilligt hat, quasi an mir vorbeiziehen und ich sie gar nicht nutzen kann, weil mir die Stimme fehlt.
Das mit dem Aufschreiben ist eine gute Idee. Das werde ich mal versuchen, denke ich. Denn oft ist es auch so, dass ich vorher weiß, worüber ich reden könnte, weil ich mir ja die ganze Woche darüber den Kopf zerbreche. Aber dann in der Stunde, die ich da sitze, bin ich nicht mehr in der Lage, es zu sagen.

@Tabu
Wie viele Sitzungen hat es denn bei dir etwa gedauert bis du angefangen hast, dich öffnen zu können?

Liebe Grüße
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Tabu




Anmeldungsdatum: 18.09.2009
Beiträge: 329
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 08.02.2010 14:09    Titel: Antworten mit Zitat

Huh das ja ne Frage Shocked
Also ich finde die gut...aber darüber muss ich erstmal nachdenken.
Hm ich denke so um die 20. Stunde war das. Da habe ich dann von mir aus angefangen zu reden. Und ein großer Auslöser denke ich waren meine Gedichte.
Ich habe sie hier ja alle reingestellt und die ersten 5 oder 6 hatte ich in der Stunde dabei. Dann haben wir sie vorgelesen und drüber gesprochen. Ich wußte erst nicht, was ich dazu sagen sollte und dann hab ich einfach nur noch geredet. Ging auch gut mit Bildern. Ich hatte Bilder gemalt und die sollte ich erklären. Das waren die beiden "Schlüssel"Erlebnisse.
Und jetzt nach diesen Stunden, in denen ich mich öffnen konnte rede ich meistens drauf los. Gut manchmal stockt es noch aber dann kann mein Therapeut mich ja lenken.
Ich würde dir raten: setze dich nicht allzu sehr unter Druck. Ich halte diese Verschlossenheit für ein Symptom der Krankheit und die soll ja nunmal behandelt werden. Aber dafür muss erstmal eine Vertrauensbasis zwischen euch beiden entstehen. Und die braucht Zeit. Und falls die Zeit, die du von der Krankenkasse bisher bekommen hast nicht reicht, kann man meines Wissens auch erneut Verlängerung beantragen.
Und wenn du dir trotzdem noch unsicher bist....frag doch einfach deine Therapeutin. Sie erklärt dir sicherlich, wie das geht, wenn du dich erstmal nicht öffnen kannst.

LG Tabu
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snowy




Anmeldungsdatum: 29.12.2009
Beiträge: 80

BeitragVerfasst am: 10.02.2010 21:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen, hab grad ein Erstgespräch bei der Psychiaterin gehabt.
Ich hab ihr folgende Liste mitgenommen:
/////////////////////////////////////////////////////////////////
Dinge die mich belasten:

Innere Unruhe: Ständig das Gefühl, etwas anderes machen zu müssen, dabei verzettele ich mich total. Es kommt zum Stress und zum Chaos.

Keine Ausdauer: Bei der Erledigung von Dingen, die mir früher leicht gefallen sind, kommt oft schon nach sehr kurzer Zeit ein Gefühl totaler Erschöpfung. Dann geht nichts mehr, meine Arme und Beine werden schwer wie Blei. Hab nur noch den Wunsch nach Ruhe und nach schlafen.

Agressionsausbrüche: Die tun mir dann später sehr leid und ich bekomme sehr starke Schuldgefühle, weil ich jemand ( meistens in der Familie ) sehr verletzt habe.


Oft führen kleinste Anstrengungen und auch Gedanken zu Pulsrasen und erhöhtem Blutdruck.

Alpträume: Oft sehr real und intensiv. Meistens in Verbindung mit Tod, Horror und Mord.
Werde dann wach und erlebe den Traum noch eine Zeitlang weiter. Ist sehr schlimm für mich.

Nachts verstärkter Harndrang: Meistens nach den kurzen Schlafphasen in denen ich die schlimmen Träume habe. Muss dann oft stündlich raus. Bin dann morgens wie gerädert.

Vergesse sehr oft Dinge, die mich gerade noch beschäftigt haben. Bin dann ständig irgendwas am suchen.

Angst vor der Zukunft: Was bringt mir das Leben, wie soll das Alles weitergehen? Ich tick doch eh nicht mehr richtig. Wie soll ich in dem Zustand wieder der Alte werden und mein Leben in den Griff bekommen?

Phasen, wo ich mitten in Gesprächen plötzlich Dinge von mir gebe, die mit dem Gespräch aber auch gar nichts zu tun haben. So als kämen meine Äußerungen direkt aus einem Traum.
Das belastet mich sehr, weil dann auch die Anderen denken könnten ich sei verrückt.

Wenn ich alleine bin kommt es sehr oft zu einem totalen Gedankensalat. Da prasseln alle möglichen und unmöglichen Gedanken auf mich ein und ich kann dann keine klare Linie entwickeln. Kann meine Gedanken nicht mehr sortieren. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. Versuch ich immer aber es will einfach nicht klappen.

Dinge, die mir früher immer Spaß bereitet haben, erscheinen mir heute nur noch lästig. Ich muss mich zu fast Allem zwingen.

Angst und das Gefühl, als Ehemann und Vater versagt zu haben, vor Allem, weil ich jetzt nicht mehr funktioniere. Oft mach mir auch Gedanken, in der Vergangenheit nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben.

Unpünktlichkeit: Ich komme überhaupt nicht mehr mit der Zeit klar. Denke dann immer, ich bin unzuverlässig, wenn ich was nicht geschafft habe oder zu spät irgendwo hinkomme.

Ständig Angst, dass Andere mir was anmerken, weil ich oft zittere und auch oft sehr unruhig erscheine.

Tinitus, Brain-Zaps . Angst vor AD und den Nebenwirkungen bzw. Folgeerscheinungen.

Angst vor dem Leben? Hab manchmal das Gefühl, an einem Abgrund zu stehen oder in einem Raum, wo die Wände von allen Seiten immer näher auf mich zukommen.
In dieser Situation kommt dann auch manchmal der Wunsch jetzt einfach einzuschlafen und nie mehr aufwachen zu müssen.
Dann erschrecke ich aber immer vor mir selbst. Ich fang dann meistens an, Tausend Dinge auf einmal zu erledigen, nur um mich selbst irgendwie abzulenken. Ist dann sehr chaotisch, hilft aber über die Krise zu kommen.
//////////////////////////////////////////////////////////
So, da hab ich ihr ein paar schöne Brocken zum verdauen dagelassen.
Ich denke aber, dass das viel Zeit spart und sie sich schon mal ein Bild machen kann und vor Allem auch ein Konzept für die Therapie und die Behandlung.
Was haltet ihr davon?
LG snowy
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Erdbeerfee




Anmeldungsdatum: 27.01.2010
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 10.02.2010 22:48    Titel: Antworten mit Zitat

@snowy: Ich finds gut. Weiß, dass es nicht einfach ist, solche Listen zu schreiben, vor allem wenn im Kopf sowieso Chaos herrscht. Der erste Schritt in ein besseres Leben! Wink

P.S.: "Angst vor dem Leben" ist ein ganz großes Thema, wenn es um Depressionen geht - würde sagen, dieser Punkt beinhaltet alles andere.
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StefanOldie




Anmeldungsdatum: 24.11.2009
Beiträge: 195
Wohnort: Großraum Berlin

BeitragVerfasst am: 11.02.2010 19:23    Titel: Re: Wie beginnt eure Therapiesitzung? Antworten mit Zitat

Hallo,

schlumpf hat Folgendes geschrieben:
Und ich habe das Gefühl, es ist völlig zwecklos, dass ich da bin, weil ich ja nicht rede. Und der Druck, reden zu müssen, macht es natürlich nicht einfacher.

Ich habe in meiner Psycho-"Karriere" ja nun schon viele Therapeuten "verschlissen". Wie du dich fühlst, kenne ich ganz genau. Und nach langen Jahren kann ich für mich nur sagen:

Wenn ich mich bei einem Therapeuten so unwohl fühle, und genau diesen "Druck" verspüre... dann bin ich da verkehrt. Ich bin endlos lange zu Therapeuten gegangen mit dem unguten Gefühl "mein Gott, was erzähle ich dem denn heute, irgendwas muss ich doch sagen". Und nicht irgendwas, sondern bitte auch was psychisch Tiefsinniges. Und diese Angst vor dem Schweigen, das dann kommt... Brrrr, nie wieder!

Man geht da mit einem schlechten Gefühl hin, mit einem schlechten Gefühl wieder raus, und irgendwann fängt man an, die Termine mit irgendwelchen erfundenen Krankheiten zu schwänzen, weil es einfach nicht mehr auszuhalten ist. Wem soll das helfen?

Letztendlich bin ich nach viel Erfahrung bei der besten Psychotherapeutin der Welt gelandet. Da gab es keinen "Offenbarungszwang". Wenn ich da hin kam und sagte, heute habe ich gerade nichts Akutes, und über meine Vergangenheit will ich gerade nicht reden... dann hat die das akzeptiert, und wir haben uns halt über Wetter, Haustiere, Politik oder sonstwas unterhalten. Scheissegal. Hatte auch seinen therapeutischen Sinn. Und ich bin da immer, auch bei schwierigen Terminen / Themen, mit einem guten Gefühl hingegangen. Letztendlich auch daran ablesbar, dass ich in all den Jahren nur einmal nicht da war - und nicht geschwänzt, sondern tatsächlich krank.

Insofern kann ich aus meiner Erfahrung nur sagen, dass ich meinem Gefühl folgen würde, und bei so einem "chronischen Unwohlsein" gegenüber der Therapie woanders hin gehen würde. Ich weiss, diese Aversion wird von Therapeuten gerne als "Widerstand" bezeichnet, und da müsse man als Patient durch. Habe ich auch lange geglaubt... bis ich der für mich "richtigen" Therapeutin begegnet bin, bei der ich niemals so einen "instinktiven" Widerstand entwickeln musste.

Viele Grüße,
Stefan
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He just wanted to rock'n'roll and drink. Not a bad life. Just ended too early. (about Bon Scott)
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schlumpf




Anmeldungsdatum: 06.02.2010
Beiträge: 41

BeitragVerfasst am: 11.02.2010 19:54    Titel: Antworten mit Zitat

@StefanOldie
Aber die Krankenkasse macht doch keinen Therapeutenwechsel mit oder? Und privat kann ich die Kosten nicht tragen.

@snowy
Beeindruckend, dass du das so strukturiert aufschreiben konntest. Das könnte ich nicht. All die Gefühle sind viel zu diffus.

Morgen hab ich wieder Termin. Ich bin voller guter Vorsätze, zu reden. Weil ich eigentlich auch ein großes Bedürfnis habe, zu reden. Aber ich kann es nicht. Gegenüber niemandem. Es gibt keine Worte für diese Gefühle. Ich finde sie nicht. Bzw. wie ich mich fühle, ist das wichtig? Dass es so ist, weiß ich ja und weiß er ja. Die Frage ist doch woher es kommt. Ich glaube es liegt doch an mir, nicht am Therapeuten. Ich steh mir selbst im Weg.
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snowy




Anmeldungsdatum: 29.12.2009
Beiträge: 80

BeitragVerfasst am: 12.02.2010 09:54    Titel: Antworten mit Zitat

@schlumpf,@erdbeerfee,
ich hab lange überlegt, ob ich das machen soll und wie ich die Gefühle am Besten zum Ausdruck bringen kann. Am Ende der Liste, ich nenne sie jetzt einfach mal "snowys Liste", bin ich total erschrocken, über das, was mich wirklich belastet. Ich hab sie immer und immer wieder gelesen und hab gedacht, dass das doch eigentlich gar nicht "ICH" sein kann. Es war für mich doch ganz plötzlich eine Offenbarung von allem was mich echt ganz tief in meinem Inneren bewegt. Am Anfang, als ich begonnen habe zu schreiben, viel mir jedes Wort schwer. Aber dann, das mag sich jetzt saublöd anhören, sind die Gedanken nur so aus mir rausgesprudelt.
Als ich damit fertig war und ich meine Liste gelesen habe, kam erst mal so was wie eine Erkenntnis. Die Erkenntnis zur Selbsterkenntnis. Das was ich da geschrieben habe, hätte ich niemals so irgendwem sagen können. Hab auch lange überlegt, ob ich die Liste zum Erstgespräch mitnehmen soll, bin aber jetzt irgendwie froh, dass ich es gemacht habe. Egal, was aus dieser Liste wird, mir hat sie folgendes gezeigt:

Ja, ich habe schwere Depressionen.

Ja, ich komm da alleine nicht mehr raus.

Ja, ich bin auf Hilfe angewiesen.

Wenn jetzt mit der Zeit diese Liste kürzer wird, weis ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin.
LG snowy
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StefanOldie




Anmeldungsdatum: 24.11.2009
Beiträge: 195
Wohnort: Großraum Berlin

BeitragVerfasst am: 12.02.2010 10:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

schlumpf hat Folgendes geschrieben:
Aber die Krankenkasse macht doch keinen Therapeutenwechsel mit oder?

Klar, warum nicht? Allerdings werden dir die bei diesem Therapeuten "verbrauchten" Sitzungen auf dein "Kontingent" angerechnet. Sprich: du kriegst beim Therapeutenwechsel nicht erneut 25 Stunden, sondern den Rest der 25 bewilligten Stunden, die noch übrig sind. Verlängerung muss also früher beantragt werden.

Viele Grüße,
Stefan
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schlumpf




Anmeldungsdatum: 06.02.2010
Beiträge: 41

BeitragVerfasst am: 12.02.2010 20:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe heute vielleicht die Kurve gekriegt. Ich hab geredet. Einfach erzählt wie mein letzter Tag abgelaufen ist, er hat eingehakt und plötzlich ging es irgendwie. Schweigephasen gab es immer noch, aber nicht mehr so lange.
Ich denke es liegt wirklich an mir, nicht am Therapeuten.

Deshalb versuch ich es erst mal weiter.

Aber weiß jemand, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Krankenkasse die Therapiebewilligung nicht verlängert? Ich hab da große Angst vor.
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snowy




Anmeldungsdatum: 29.12.2009
Beiträge: 80

BeitragVerfasst am: 12.02.2010 21:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo schlumpf,
das liegt doch in erster Linie an dem Therapeuten. Der muss der KK nur glaubhaft darstellen, dass eine Weiterführung der Therapie für dich als Patient sehr wichtig ist. Es kann doch auch nur in seinem Interesse sein, wenn er dich weiter betreuen kann. Also am Besten mal mit ihm reden und fragen, wie er dir helfen kann. Möglicherweise kann er erste Behandlungserfolge angeben und auch dass du bei den Sitzungen sehr angagiert mitarbeitest ( das müsstest du dann aber auch machen, aber so wie du geschrieben hast, bist du da ja auf dem besten Weg ) und das im Falle der Nichtweiterführung eventuell mit negativen Folgen für dich zu rechnen ist.
Lass dich auf gar keinen Fall dazu bewegen, dich nur selbst um die Verlängerung zu kümmern. Das würde dann bedeuten, dass du bei der KK über Dinge reden müsstest, welche dir schon bei der Therapie nicht leichtgefallen sind. Und glaub mir, ich weis wovon ich rede.
Den ganz normalen und formalen Antrag kannst du ja von dir aus stellen, aber da muss auf jeden Fall auch was vom Therapeuten mit beigelegt werden. Wenn die das dann trotzdem ablehnen, gibt es immer noch genug Möglichkeiten, dein Begehren durchzusetzen. Im Zweifelsfall beim VDK Rechtsbeistand suchen.
Versuch es auf jeden Fall, gerade jetzt, wo du das Gefühl hast, dass es voran geht.
Gruß snowy
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