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Remasuri

Anmeldungsdatum: 10.11.2009
Beiträge: 7
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Verfasst am: 11.11.2009 18:21 Titel: |
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Ich hab die Depression seit Juni diesen Jahres. Was genau heißt "in Behandlung?" ich war erst beim Hausarzt, weil das ganze mit 5 Wochen andauerndem Kopfschmerz begann. Die lies ich untersuchen (Blutabnahmen etc.), war aber alles in Ordnung. Dann fingen auf einmal die Depris an. Ich saß eines Tages in meinem Zimmer und dachte 3 Tage lang nurnoch drüber nach das die ganze Welt keinen Sinn hat und ich genausogut sterben könnte. Das hat mich sehr beunruhigt. ne Woche später ging es dann noch mit Panikattacken los. Daraufhin bin ich wieder zum Arzt und dann zum Psychater, der mir Fluoxetin verschrieben hat. Das wollt ich erst nicht nehmen und so versuchte ich es mit Johanneskraut - half nicht, also hab ich jetzt am 26.10 angefangen die zu nehmen. Hab zwar kaum nebenwirkungen bzw mittlerweile gar keine mehr, aber bis jetzt auch noch keine Wirkung. _________________ Keine Kapsel dieser Welt hat je meine Leere gefüllt,
ich steh mit weltumarmender Geste vor dem Container mit Müll! |
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Chaos

Anmeldungsdatum: 23.04.2009
Beiträge: 3176
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Verfasst am: 11.11.2009 18:23 Titel: |
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Eine begleitende Therapie meine ich.
Hat dich der Arzt nichts gefragt? Der Psychiater meine ich?
Also gerade wenn die Depression so urplötzlich bei dir einschlägt und eigentlich kein "Grund" vorhanden ist, solltest du nicht alleine damit sein.
Es ist schon schwer genug damit umzugehen, wenn man schon weiß, warum, aber ohne Grund?
Wie ist denn dein Alltag so, Freunde, Familie, Arbeit? |
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Remasuri

Anmeldungsdatum: 10.11.2009
Beiträge: 7
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Verfasst am: 11.11.2009 18:28 Titel: |
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Meine Eltern leben getrennt, habe aber zu beiden Kontakt und eine gute Beziehung (habe beide neue Partner). Wohne bei meiner Mutter.
Ich mache eine Ausbildung. "Fachkraft für Lagerlogistik" und befinde mich im 3. Lehrjahr. Dieser Job macht mir nicht wirklich Spaß, aber was soll man machen.
Was Freunde angeht ist eigentlich auch alles in ordnung. Die meißten sind jünger als ich, aber das dürfte kein Problem darstellen denke ich. Mir schwirrt da was im kopf herum, was ich eigentlich in irgendeiner Form gerne loswerden würde, aber ich glaube ich kann den thread hier dazu nicht missbrauchen  _________________ Keine Kapsel dieser Welt hat je meine Leere gefüllt,
ich steh mit weltumarmender Geste vor dem Container mit Müll! |
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Chaos

Anmeldungsdatum: 23.04.2009
Beiträge: 3176
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Verfasst am: 11.11.2009 18:36 Titel: |
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Nunja, du kannst zumindest erstmal deine Lehre beenden und dir in der Zwischenzeit überlegen, was du eigentlich beruflich machen möchtest. Eine zweite Ausbildung oder ähnliches ist doch nichts schlimmes.
Und wenn du was loswerden möchtest, nur zu.
Du kannst doch selbst einen Thread eröffnen oder eröffnest ein Tagebuch für dich, was auch immer.
jedenfalls kannst du in diesem Forum dir alles von der Seele schreiben, es gibt glaube ich nichts, was wir nicht alle schon mal irgendwo gelesen haben
Nur Mut  |
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Remasuri

Anmeldungsdatum: 10.11.2009
Beiträge: 7
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Verfasst am: 11.11.2009 18:38 Titel: |
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Ok ich denke das werde ich aber ein Andermal machen, wei ich gleich Besuch bekomme und später noch zu lernen habe. Trotzdem schon mal danke für die Antworten _________________ Keine Kapsel dieser Welt hat je meine Leere gefüllt,
ich steh mit weltumarmender Geste vor dem Container mit Müll! |
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Chaos

Anmeldungsdatum: 23.04.2009
Beiträge: 3176
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Verfasst am: 11.11.2009 18:39 Titel: |
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kein Stress, wir laufen hier nicht weg.
Wünsche dir noch einen schönen Abend |
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mucki

Anmeldungsdatum: 29.06.2009
Beiträge: 91
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Verfasst am: 11.11.2009 20:54 Titel: |
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und wieder kann ich dir nur zustimmen...
ich hasse mich auch nicht! ich habe denke ich ein gesundes selbstbewusstsein. und die meisten leute mögen mich. ( was wohl darauf zurückzuführen ist, dass ich alles versuche, dass andere mich mögen....) |
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Pueppy7

Anmeldungsdatum: 16.11.2009
Beiträge: 1
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Verfasst am: 16.11.2009 23:06 Titel: Kein Sinn im Leben |
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Freut mich, dass auch ICH nicht alleine bin.
Habe auch rumgelesen und ebenfalls festgestellt, dass viele Leute Auslöser für ihre Depressionen haben die ihnen bekannt sind.
Bei mir fing das etwa mit 16 an...wenn ich in Situationen gekommen bin, die mir unangenehm waren (Menschenmengen, allein in einer fremden Stadt etc.) dann bekam ich sofort Kreislaufprobleme. Mir wurde Schwarz vor Augen, kalter Schweiß lief mir runter etc. Damals wusste ich nicht, dass das schon der Anfang meiner Depression war. Zum Glück hab ich dieses Problem schon mal nicht mehr.
Jetzt 4 Jahre später, wo mir eine völlige Lebensumstellung bevor stand (Arbeiten, wohnen alleine in einer fremden Stadt) kamen auf einmal alle meine Ängste hoch. Z.B. Hypochondrische Ängste....habe mir ständig eingebildet ich habe Krebs oder Aids oder sonstiges wenn mir irgendetwas weh tat oder ähnliches.
Dann kamen noch Ängste dazu, wie Angst vor neuem, Angst vorm alleine sein.
Und schon war die Depression da.
Und wenn man dann ins Grübeln kommt dann denkt man auch nach über den Sinn des Lebens ...mir kommt es so vor als lebt man nur um zu sterben und man kann nix erreichen im leben...man isst, schläft...geht in die arbeit..und das wars so ungefähr...und das belastet mich tierisch.
Habe mich dann meinen Eltern und meiner besten Freundin anvertraut.
Nach 2 Wochen wo es immer schlimmer wurde bin ich dann zum Psychiater weil ich das Gefühl hatte nur DER kann mir noch helfen. Der hat mich dann beruhigt und mir gesagt dass ich nicht verrückt [b] werde. was man sich ja da gern auch mal einbildet. bekam dann tabletten, und meine freunde haben mich aus dem >"loch" wieder rausgezogen und seit gut 2 monaten nehm ich keine tabletten mehr....ab und zu hab ich noch so tage drin wo ich wieder ins grübeln komm...von wegen sinn des lebens etc. da kommt dann wieder die [b] Angst vor der Angst wie ich das so gern nenn.
Es haben schon viele Leute daraufin zu mir gesagt Über was du denkst...du denkst einfach viel zu viel!!!!
Ich glaube nicht, dass wir eine Depression "ohne Grund" haben...denke es gibt da schon einen Auslöser....aber dieses Grübeln über den Sinn des Lebens, die Gesellschaft etc gehört meiner Meinung nach einfach zu demKrankheitsbild dazu... |
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Stavros80

Anmeldungsdatum: 31.08.2009
Beiträge: 19
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Verfasst am: 19.11.2009 04:18 Titel: |
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| mucki hat Folgendes geschrieben: |
was ich damit sagen will:
mir geht es anscheinend 100%ig wie dir!
ich glaube, dass meine depressionen weniger durch irgendein erlebnis ausgelöst wurden, sondern vielmehr das produkt meiner gedanken sind. ( was auch immer das bedeuten soll...)
auch deine philosophischen gedanken kann ich gut nachvollziehen. genau die selben probleme habe ich auch. ebenso, was du über den kelch der wahrheit sagst. ich komm mir vor, als wäre ich der einzige intelligente mensch auf der welt. ich weiß natürlich, dass das blödsinn ist aber ich FÜHLE eben so...
meine damalige freundin sagte mal, dass sie noch nie so einen weisen menschen getroffen hat, wie mich. sie sprach mir aus der seele... |
Hey! Ich bin auf diesen Beitrag aufmerksam geworden und kann mich irgendwie damit identifizieren. Bisher hab ich mich bloß als Angehöriger offenbart, doch ich habe schon lange das Gefühl, dass irgendwas mit mir nicht stimmt. Ich zeige nach außen eine selbstbewusste, kompetente Fassade, doch innerlich merke ich gewisse Veränderungen, die ich noch nicht so recht einzuschätzen vermag. Das schlimmste ist, dass ich nach ausgiebiger Recherche am ehesten zu der so genannten bi-polaren Depression zuzuordnen wäre, jedenfalls getreu dem Maßstab, den ich objektiv anlege. Ob das aber so ist, weiß ich nicht.
Ich bin selbst Akademiker, Richtung Sozialwissenschaft, und verstehe ganz gut, was dich umtreibt. Ich denke sehr viel, halte mich und meine Ansichten für überzeugend und verstehe nicht, wie unsere Gesellschaft immer weiter verblöden kann. Selbst im engsten Umfeld scheinen klare Gedanken Makulatur zu sein, jeder guckt nur nach seiner Arbeit/seiner Position. Ich glaube, dass ich nur für gewisse Tätigkeiten/Aufgaben der Ausbildung nach geeignet bin, nur kann man sich manches nicht sofort nach Belieben aussuchen.
Meine Partnerin ist selbst depressiv, doch halten sich gewisse Symptome bei ihr eher in Grenzen. Ich weiß eben nicht genau, was mit mir los ist....ob nur ich falsch gestrickt bin oder das Umfeld an sich einfach hoffnungslos auf einem Irrweg ist.
Relativ gesehen geht es uns zwar gut, doch sind gemäß der anerkannten Leistungsstandards eben nicht alle in der Lage, geforderte Höchstleistungen zu bringen....Ich schaff es jedenfalls nicht! Bin ich deswegen krank? |
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RainyDayPeople

Anmeldungsdatum: 30.10.2009
Beiträge: 38
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Verfasst am: 19.11.2009 07:45 Titel: |
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Gut zu wissen, dass ich mit meiner "grundlosen Depression" also nicht allein bin. Und schlimm zu wissen, dass ich dennoch - wie jede/r andere auch - allerdings nur ganz alleine da rauskomme.
Ich bin bei der vertiefenden Recherche nun darauf gekommen, dass ich offensichtlich eher an Dysthymie leide, mit gelegentlichen Ausbrüchen ins allertiefste schwarz. Der Normal- und Dauerzustand bei mir ist leicht bis mittelschwer depressiv, was vor allem mein soziales Leben stark beeinträchtigt, mich aber zumindest vor suizidalen Gedanken bewahrt und es mir ermöglicht, ein mehr oder minder "geregeltes" Leben zu führen. Alle Jubeljahre aber scheint es vorzukommen, dass diese leichte bis mittelschwere Depression nach unten durchbricht, also Richtung stark tendiert, so wie momentan. Dann habe ich viele der bekannten Symptome, Schlaf-, Appetit- und Antriebslosigkeit, Panikattacken, Unfähigkeit das Haus zu verlassen. Das erste Mal hatte ich das mit 17,18 Jahren, was mir damals fast das Abitur versaut hätte. Besser wurde es damals erst, als ich einen radiklen Schnitt machte, weit wegzog und ganz alleine quasi ein neues Leben anfing. Vor diesem Schritt stehe ich jetzt gerade auch wieder, ich merke, dass diese Stadt, in der ich seit zehn Jahren lebe, nur noch klebt, an jeder Ecke kriecht mir das Unbehagen entgegen. Es drängt mich wieder "tabula rasa" zu machen. Meine privaten Kontakte kappe ich derzeit bereits, jobmäßig kann sich in den kommenden Wochen auch was tun in einem anderen Bundesland. Und wenn alles gut läuft bin ich schon in wenigen Monaten wieder in einem frischen, neuen Leben.
"I'm only happy when I move away" ist eines meiner Lieblingszitate aus einem Song, irgednwie trifft es das. Immer weiter, immer weiter. Mit dem Ziel und der Sehnsucht irgendwann endlich anzukommen.
Ich habe im Übrigen mal gelesen, dass Menschen, die als Frühgeburten die erste Zeit ihres Lebens im brutkasten verbracht haben, verstärkt zu gewissen Bindungslosigkeiten und sozialen Phobien tendieren. Keine Ahnung, was da dran ist. Ist aber bisher der einzige potentielle Grund, der auf mich zutreffen könnte. |
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lynn

Anmeldungsdatum: 28.11.2009
Beiträge: 14
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Verfasst am: 02.12.2009 18:31 Titel: |
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bei mir ist das auch so. Also das ich keinen wirkliche Grund habe depressiv zu sein.
Meine Familie und Freunde sind alle furchtbar nett zu mir, eigentlich bin ich eine gute schülerin und alles.
Mein einziges Problem ist diese depression, und die damit verbundene zukunftsangst und der selbsthass und die antriebslosigkeit und diese dinge. |
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StefanOldie

Anmeldungsdatum: 24.11.2009
Beiträge: 233
Wohnort: Großraum Berlin
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Verfasst am: 06.12.2009 20:02 Titel: |
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Hallo,
| RainyDayPeople hat Folgendes geschrieben: | Gut zu wissen, dass ich mit meiner "grundlosen Depression" also nicht allein bin.
(...)
Ich habe im Übrigen mal gelesen, dass Menschen, die als Frühgeburten die erste Zeit ihres Lebens im brutkasten verbracht haben, verstärkt zu gewissen Bindungslosigkeiten und sozialen Phobien tendieren. Keine Ahnung, was da dran ist. Ist aber bisher der einzige potentielle Grund, der auf mich zutreffen könnte. |
Warum suchst du einen "Grund"? Ja, ich kann's mir denken, ging mir lange genug genauso. Wieso ich, ich habe doch gar nichts Schlimmes erlebt, andere hätten viel mehr Grund zu Depris, usw., usf. ... Diese Frage ist sinnlos. Weil man sich dann in letzter Konsequenz fragen müßte, wieso die Mio von unterernährten Menschen in Afrika an Hunger sterben, aber nicht an Suizid wegen Depressionen. Denen geht es ja schließlich noch viel, viel schlechter.
Ernsthaft: Scheiss drauf! Ich habe in der Klapsmühle viele Menschen mit schlimmen seelischen Problemen kennengelernt. Die einen hatten eine fürchterliche Kindheit, die anderen waren wohlbehütete Mittelstandskinder, so wie ich. Keine Scheidung, keine Prügel, kein Hunger, keine Entbehrungen, keine Waisen, kein gar nichts... Aber die jeweilige Vergangenheit hatte nichts damit zu tun, wie schlecht es den Menschen nun ging. Muss man nicht verstehen.
Für mich war es ein langer Weg, meine Depris nicht mehr "rechtfertigen" oder "entschuldigen" zu müssen. Ich habe die halt, schon seit der Pubertät. Warum, weiss ich auch nicht. Aber: ICH BIN NICHT SCHULD. Vielleicht kommt in 20 Jahren mal ein Genom-Analytiker daher und findet die Gensequenz, die bei mir dafür verantwortlich ist, dass in der Hirnchemie irgendwas nicht stimmt. Mir inzwischen egal. Aber Schuld bin ich nicht, brauche auch keinen Grund. Habe halt einfach Pech gehabt. Wer eine Gluten-Allergie, Diabetes oder Leukämie hat, fragt sich doch auch nicht, ob bzw. welchen "Grund" es dafür gibt. Nee, der tut das einzig richtige: diese Krankheit so gut wie möglich behandeln lassen. Und nichts anderes sollten m.E. Depressive auch tun.
Vielleicht "heilt" dich ein bischen Statistik von der Suche nach einem Grund: Depressionen (und Suizide) sind in allen Industriegesellschaften seit Jahrzehnten praktisch gleich häufig, durch alle Schichten. Arm, reich, gesund, krank, glücklich, unglücklich, Arbeiter, Akademiker. Kein Unterschied. Die Hypothese, dass Depressionen etwas mit Lebenserfahrungen (bevorzugt im Kindesalter) zu tun haben, ist hierzulande zwar immer noch weit verbreitet. Aber sie ist nur noch ein Relikt der Soziologen-Theorien aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Damals war es schick zu glauben, dass alles, was der Mensch tut, nicht tut oder worunter er leidet, irgendwie "sozialisiert" (also durch Erziehung / Umgebung "angelernt) ist. Das glaubt heute niemand mehr. Im Moment sind die Genetiker en vogue, die alles auf die Abfolge von 4 Grundstoffen zurückführen.
In 20 Jahren wird es wieder andere Erklärungen geben. Und die werden alle eines gemeinsam haben: nichts Genaues weiss man nicht. Das schlaueste, wasman da m.E. tun kann, ist, die Frage der Ursache nachrangig zu behandeln, und sich erstmal darum zu kümmern, dass das eigene Leben trotz Depris lebenswert ist.
Was dir "Ursachen" von Depris betrifft: von dieser Frage hat sich die medizinische Fachwelt schon längst verabschiedet. Früher gab es diagnostisch eine Unterscheidung zwischen "endogenen" (von innen heraus, weiss man nicht genau warum) und "exogenen" (von "aussen" verursacht, durch Sozialisation, also irgendwelche Erfahrungen / Erlebnisse).
Diese Unterscheidung gibt es unter Experten schon lange nicht mehr - weil sie sinnlos ist. Diese Unterscheidung in der Diagnose sagte allenfalls etwas über den Glauben der Behandler aus, woher Depressionen kommen. Geholfen hat sie niemandem. Bei Hilfe geht es erstmal darum, was man gegen Depris tun kann, um dem Patienten ein lebenswertes Leben zu sichern. "Persönlich-biographische Ursachenforschung" ist nett, finde ich auch nicht unwichtig. Und wer will, kann sich dafür bis > 300 kassenfinanzierte Stunden lang beim Psychoanalytiker auf die Couch legen.
Nicht, dass es ihm danach besser ginge. Aber wenigstens "weiss" er danach, weshalb es ihm schlecht geht. Und wenn man lange genug bohrt, findet man auch in der harmlosesten Kindheit ganz böse traumatische Sachen, die in der Rückschau selbstredend zu psychischen Krankheiten führen mussten. Wenn du also unbediungt einen Grund suchst... spätestens in einer Psychoanalyse wirst du ihn irgendwann finden. Aber besser geht es dir deswegen noch lange nicht
Da wünsch' ich dir doch lieber allesGute für dein frisches, neues Leben! Vielleciht ist die Frage nach dem "Grund" dann gar nicht mehr interessant.
Viele Grüße,
Stefan |
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zoey510

Anmeldungsdatum: 01.12.2009
Beiträge: 39
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Verfasst am: 06.12.2009 22:10 Titel: |
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Hallo RainyDayPeople,
mir geht es ähnlich wie dir und ich verstehe auch warum du einen Grund suchst. Auch ich habe eigentlich keinen Grund Depri zu sein. Bei mir fing alles mit 14 an, da war ich schlimm in der Pubertät und hatte große Selbstzweifel und Selbsthass. Dann wurde es immer mal besser und schlechter. Im Moment habe ich eine sehr schwere Zeit, die schwerste bis jetzt. Ich habe eine Beratungsstelle aufgesucht und die Therapeutin dort meinte, dass es 2 Faktoren gäbe die das bei mir nun ausgelöst haben, zum ersten, dass ich mit meiner Ausbildung sehr unzufrieden bin es aber trotzdem die ganze Zeit durchziehe und dass mein Freund wegziehen musste und ich somit hier halt verloren habe. Für mich sind das in einer Form schon die Gründe, aber keine Rechtfertigung, von der man glaub zumindest, dass man sie leisten muss... Ich denke immer, wenn jemandem was WIRKLICH schlimmes passiert ist, dann ist es ok wenn man Depressionen bekommt...aber ich...ich seh mich eher als Pienzliese die einfach nich klarkommt.
Viele schreiben hier, es muss keinen Grund geben, jeder hat seinen eigenen Grund in unterschiedlicher "Schwere", der einen dazu bringt Depressionen zu bekommen. Aber das so zu akzeptieren so weit bin ich noch lange nicht. Und es fällt einem auch leichter oder schwerer je nachdem wie das eigene Umfeld ist. Ob man dort auf Verständnis trifft oder auf eben das Verhalten, dass man gesagt bekommt, das man froh sein soll was man alles hat, dass man sich zusammenreißen soll und gefragt wird ob man überhaupt wisse wie gut es einem geht... |
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Lydi

Anmeldungsdatum: 13.12.2009
Beiträge: 45
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Verfasst am: 15.12.2009 09:15 Titel: |
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Hallo,
mir gehts wie euch!!!!!
Ich bin jetzt 29 und bin vor 3 Jahren an Depressionen erkrankt! Mir ist das bis heute ein Rätsel denn ich habe tolle Freunde, meinen Traummann gefunden, sicheren Job, keinen finanziellen Sorgen, hatte eine schöne Kindheit.................... Nie im Leben hätte ich damit gerechnet das ICH einmal an einer Depression erkranken könnte. Ich bin normal ein sehr selbstbewußter Mensch, der das Leben liebt. Mein Psychater mein deshalb auch dass ich keine Therapie brauche! Ich habe 2 Jahre lang gebraucht um wieder die Person wie früher zu sein, es war eine schreckliche Zeit! Nun habe ich noch knapp 1 Jahr die SSRI weitergenommen und sie abgesetzt. Es ging 2 Monate gut und dann kam die Depression wieder! Nun nehme ich wieder Tabletten und bin echt verzweifelt, wollte eigentlich schwanger werden. |
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StefanOldie

Anmeldungsdatum: 24.11.2009
Beiträge: 233
Wohnort: Großraum Berlin
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Verfasst am: 15.12.2009 13:40 Titel: |
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Hallo Lydi,
willkommen im "Club". Bei meiner Frau und mir genauso: nach Absetzen 4-8 Wochen, dann geht's einem wieder dreckig. Reproduzierbar. Ist dann eben so, egal warum.
| Lydi hat Folgendes geschrieben: | | Nun habe ich noch knapp 1 Jahr die SSRI weitergenommen und sie abgesetzt. Es ging 2 Monate gut und dann kam die Depression wieder! Nun nehme ich wieder Tabletten und bin echt verzweifelt, wollte eigentlich schwanger werden. |
Ich weiss nicht, wie das heute ist. Als wir vor > 10 Jahren mit SSRI/SNRI anfingen, war die Empfehlung noch, bei Schwangerschaft vorher von SSRI auf TCA (trizyklische AD) umzusteigen, weil die TCA halt viel länger auf dem Markt sind und die Nebenwirkungen viel besser bekannt. Bei SSRI wusste man damals noch kaum was dazu, deshalb wurde generell abgeraten. Was der aktuelle Beipackzettel sagt, weiss ich nicht. Seit Jahren nicht mehr gelesen.
Schwangerschaft trotz AD-Medis geht aber auf jeden Fall. Sicher ist der Umstieg von einem Medikament, das dir nachweislich hilft, auf ein anderes, das du wieder erstmal ausprobieren musst, nicht schön. Ein guter Psychiater wird dich aber dabei unterstützen. Und wenn du dann mal auf ein TCA gut "eingestellt" bist, kann auch die Familienplanung in die konkrete Phase gehen.
Viele Grüße,
Stefan |
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