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Annmarg

Anmeldungsdatum: 23.02.2010
Beiträge: 23
Wohnort: Deutschland
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Verfasst am: 06.03.2010 00:46 Titel: Seinen Psychologen kontaktieren oder nicht? |
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Was würdet ihr machen? Mein Mann leidet unter Depressionen, er ist zwar in Behandlung hat aber nur alle paar Monate eine Sitzung. Er nimmt seine Tabletten, die er verordnet bekommen hat nicht und ich befürchte, dass er seinem Therapeuten gesagt hat, dass es ihm gut geht. Ich merke aber, daß es ihm überhaupt nicht gut geht, er ist aggressiv, aufbrausend, unruhig ohne Ende, total distanziert sowohl körperlich als auch geistig.
Würdet ihr den Psychologen kontaktieren um ihm zu schildern, wie es sich tatsächlich verhält oder vertraut ihr darauf, dass er das richtige macht und ihn durchschaut? Man sagte mir ein guter Psychologe würde sich nicht in seine Therapie reinreden lassen, aber wenn er doch gar nicht weiss, was wirklich los ist?
lg,
Ann |
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Eben-Eazer57

Anmeldungsdatum: 21.02.2010
Beiträge: 242
Wohnort: Zeven
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Verfasst am: 06.03.2010 01:07 Titel: Re: Seinen Psychologen kontaktieren oder nicht? |
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Hallo Annmarg
Dein Mann ist mündig und kann selber entscheiden ob er Medikamente nimmt oder nicht.Das ist erstmal die Gesetzeslage,es sei denn er gefährdet sich oder andere.Sollte die Aggression soweit gehen das du dadurch gefährdet bist ,müsstest du die Polizei um Hilfe bitten,so hart wie sich das anhört.
Ich würde trotztdem mit dem Arzt reden der ihm die Medikamente verschreibt und ihm die Situation schildern,der kann dir sicher weiterhelfen wie du Dich verhalten sollst.
Weiss nicht ob es etwas bringt mit deinem Mann vernümpftig zu reden.
Wahrscheinlich fürchtet er sich vor den Medikamenten und den Nebenwirkungen oder er mag sich nicht eingestehen das er krank ist.
Seine verhaltensweise zeigt auf eine Depression hin.
Vllt hat der ein oder andere noch einen anderen Vorschlag.
lg Eben |
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girl54

Anmeldungsdatum: 21.02.2010
Beiträge: 71
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Verfasst am: 06.03.2010 01:09 Titel: Vertrauen |
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Liebe Annmarg,
habe gerade Deine Zeilen gelesen und antworte spontan und aus dem Bauch raus: wenn Du Dich in die Lage Deines Partners versetzt - würdest Du wollen, dass jemand hinter Deinem Rücken mit Deinem Arzt spricht?
Ich weiß, Du machst Dir große Sorgen und irgendwie bewegen wir uns alle hier immer wieder an der Grenze zu dem, was wir gerade noch aushalten können. Und besonders nachts und wenn das Wochenende bevorsteht wird es besonders schlimm.
Bevor Du diesen Schritt unternimmst schlafe ein/zwei mal drüber, die nächsten zwei Tage kannst Du ja eh nichts tun.
Auch depressive Menschen sind erwachsene Leute, denen man die Verantwortung für sich selber nicht aus der Hand nehmen darf. Das ist meine persönliche Meinung.
Für uns ist es halt schwer, da wir zur Untätigkeit verurteilt sind.
Ich wünsche Dir, dass Du die für euch richtige Entscheidung triffst.
girl54 |
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Annmarg

Anmeldungsdatum: 23.02.2010
Beiträge: 23
Wohnort: Deutschland
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Verfasst am: 06.03.2010 01:24 Titel: |
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Danke für eure Antworten.
Er hat die Tabletten eine Zeit lang genommen und war wie ausgetauscht, ein ganz anderer Mensch. Er empfand das als "gleichgeschaltet" und hat die Tabletten wieder abgesetzt.
Mit Aggression meine ich nicht körperlich, nicht auf mich gerichtet, sondern eher aufbrausend und ungeduldig. Manchmal ist seine Stimme ganz anders, als spräche ein anderer Mensch, nicht er. Was ich halt überhaupt nicht weiss ist, ob ich der Therapeutin vertrauen kann. Sie dürfte ihm das keinesfalls sagen. Damals hatte ich mir gewünscht, dass mein Mann sich mehr um meine Depression kümmert, ja. Ob ich es gewollt hätte, dass er mit meinem Arzt spricht....nein eher nicht. Aber ich war jede Woche dort und nicht in Abständen von Monaten.
Vielleicht suche ich mir erst einmal auch einen Therapeuten und werde ihm schildern wie es mir derzeit geht.
lg,
Ann |
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Mandy1

Anmeldungsdatum: 25.11.2009
Beiträge: 217
Wohnort: ganz hoch im Norden
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Verfasst am: 06.03.2010 20:21 Titel: |
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Ann, ich kann Dir nur sagen, wie ich damals gehandelt habe. Mein Mann sollte auch Medikamente nehmen und hat sie nicht genommen. Ich habe nicht mit der Therapeutin gesprochen. Allerdings ist er auch nachher nicht mehr dahin gegangen. Wie girl schon sagte, auch depressive Menschen wissen was sie tun und wollen es so tun und nicht entmündigt werden. Mein Mann wäre mir sehr böse gewesen, wenn ich hinter seinem Rücken mit seiner Ärztin gesprochen hätte. Du solltest Deine Beobachtungen aber mit Deinem Mann besprechen, wenn er gut zugänglich ist. Vielleicht kannst Du dadurch was erreichen - ich konnte es allerdings nicht. Wenn Du selber zu einem Psychotherapeuten gehst, kannst Du mit ihm ja über Deine Ängste bezüglich Deines Mannes sprechen. Vielleicht kann er Dir da einen Rat geben.
Alles Gute
Mandy _________________ Ich bereue lieber das, was ich getan habe, als das was ich nicht getan habe. |
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Julie

Anmeldungsdatum: 08.03.2010
Beiträge: 9
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Verfasst am: 09.03.2010 02:45 Titel: |
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Hallo Annmarg,
aus meiner eigenen Erfahrung kann ich Dir nur raten: sprich mit seinem Therapeuten! Ich weiß, man macht sich Vorwürfe von wegen Vertrauen usw. Am besten wäre es natürlich, wenn Ihr zusammen hingehen könntet... oder Du es ihm später sagst, wenn er ansprechbar ist.
Bei uns war es so: Mein Mann hatte zwar seine Tabletten genommen, ist aber trotzdem in ein wahnsinnig tiefes Loch gefallen (vermutlich haben die Tabletten, die er doch schon eine ganze Weile erfolgreich genommen hatte, nicht mehr angeschlagen). Er ist zwar regelmäßig zum Arzt gegangen, hat diesem aber erzählt, dass es ihm besser gehe usw. Vermutlich sowohl aus Stolz, weil er nicht zugeben wollte, dass er so ein Häufchen Elend war, als auch aus Angst vor einer Einweisung ins Krankenhaus ("Klapsmühle", inzwischen sieht er das anders). Deshalb habe ich die Notbremse gezogen! Und es war richtig so!
Vergiss nicht, wenn die Depression ganz schlimm ist, kommt es zu Wahnvorstellungen und Halluzinationen. In diesem Zustand kann der Betroffene echt nicht mehr richtig urteilen, es ist gefährlich!
Bei uns ging die Geschichte so weiter, dass der Arzt ihn sofort ins Krankenhaus einweisen lassen wollte, im Krankenhaus wurden wir aber zunächst abgewimmelt, es wurde uns gesagt, wir sollten es doch noch mal zu Hause probieren. (Da war ich echt sauer, konnte aber zunächst nichts machen.) Zwei Tage später hat mein Mann einen Suizidversuch unternommen, daraufhin hat ihn das Krankehaus endlich ohne zu meckern genommen...
Lass es bitte, bitte nicht so weit kommen! Ich finde es ganz wichtig, dass es eine Kommunikation auch zwischen dem Arzt und den Angehörigen gibt. Gut, wenn man da einen Arzt hat, dem beide vertrauen können. Und gut, wenn Dein Mann es akzeptieren kann. Meiner musste es wohl oder übel, inzwischen sieht er selbst, dass ich richtig gehandelt habe.
Ob man als Angehöriger zum Arzt geht oder nicht, ist natürlich auch abhängig vom Grad der Depression. Trotzdem, es kann sein Leben davon abhängen, das darf man nie vergessen...
Alles Gute,
Julie |
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Julie

Anmeldungsdatum: 08.03.2010
Beiträge: 9
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Verfasst am: 11.03.2010 14:33 Titel: |
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Hallo Annmarg,
ich weiss nicht, ob dieser Thread hier überhaupt noch aktuell ist. Trotzdem, zu meinem letzten Schriebs ist mir noch ein Nachtrag eingefallen, den ich gerne noch loswerden möchte.
Das erste Mal, das ich beim Arzt meines Mannes war, ist schon eine ganze Weile her. Damals bin ich nicht so sehr wegen meinem Mann hingegangen, sondern für mich, weil ich wissen wollte, wie ich bzw. wir als Familie uns verhalten sollten, was wir tun und was wir lassen sollten, usw. Genau so habe ich es auch meinem Mann erklärt. Er fand es zwar nicht gut, konnte aber auch nicht viel dagegen sagen. Ich habe ihm klar gemacht, dass auch ich irgendwo Hilfe brauche, wenn wir als Familie seine Krankheit überstehen wollen, und das hat er dann schießlich akzeptiert.
In sofern hätte ich natürlich auch zu einem anderen Arzt gehen können, aber ich dachte, wenn schon, dann der, dem ich die ganze Geschichte nicht noch mal von vorn erzählen müsste.
Vielleicht ist das eine Anregung für Dich? |
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Annmarg

Anmeldungsdatum: 23.02.2010
Beiträge: 23
Wohnort: Deutschland
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Verfasst am: 21.03.2010 12:37 Titel: |
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Danke für eure Antworten. Die grösste Angst, die ich habe ist, daß der Arzt ihm erzählt, daß ich bei ihm war. Ich weiss, er darf es eigentlich nicht, aber ich habe ja keine 100%ige Garantie, daß er es NICHT tut. Dann wäre alles aus.
Aber diese Unruhe, die er hat (morgens schlimm, abends besser) und diese aggressive Art (wird laut, ist ungeduldig - aber nie handgreiflich) machen mich fertig. Ich werde schon ganz mit nervös. Habe kaum noch Lust auf Wochenende (in der Woche bin ich ja 10 Stunden nicht zu Hause). Und wenn ich ihm sage, daß ich mir seinen Ton nicht mehr gefallen lasse, dann kommt es zum Eklat. Ich verstehe das alles gar nicht, es kommt keine Entschuldigung mehr von ihm und nichts. Aber hin und wieder merkt man, daß er gar nicht so sein will, wie er ist. Da raus helfen kann er sich nur selbst - ich nicht.
Ich bin ja auch alles schuld (das blende ich langsam aus, weil ich weiss, daß es nicht so ist).
Nächsten Monat hat er wieder einen Termin beim Arzt, ich warte mal ab was dabei rum kommt. Wenn da wieder nur so wischi waschi gesprochen wird und ich sehe, daß der Arzt nichts tut, dann fasse ich mir ein Herz und werde mit ihm reden und das ganze mal aus meiner Sicht schildern. Ich verstehe auch nicht, warum der Arzt nicht mal von selbst auf mich zukommt.....
Alle Leute in seiner Umgebung vergrault er so langsam mit seiner Art.
Versuche mich zur Zeit abzulenken, so gut es geht - sonst drehe ich noch durch...
lg
Ann |
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Chaos

Anmeldungsdatum: 23.04.2009
Beiträge: 3176
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Verfasst am: 21.03.2010 13:39 Titel: |
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| Annmarg hat Folgendes geschrieben: | Ich verstehe auch nicht, warum der Arzt nicht mal von selbst auf mich zukommt.....
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Warum sollte der Arzt das tun?
Es geht hier nicht um eine Beziehungstherapie sondern um eine Therapie für deinen Mann.
Die anderen haben es schon geschrieben, dein Mann ist erwachsen, Probleme hin oder her, du hast dich da in dem Sinne nicht einzumischen.
für mich wäre das ein absoluter Vertrauensverlust und die Beziehung ist beendet. |
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bille

Anmeldungsdatum: 18.11.2009
Beiträge: 16
Wohnort: zuhause
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Verfasst am: 22.03.2010 13:52 Titel: |
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liebe annmarg,habe diese zeilen gelesen und mir kam vieles bekannt vor.auch ich stand schon vor dieser frage,habe mich damals dazu entschieden mit dem therapeuten zu sprechen und mit dem therapeuten ausgemacht dass ich meinem mann davon erzähle damit die vertrauensbasis erhalten bleibt.habe ihm auch gesagt weshalb ich nicht zuerst mit ihm gesprochen habe ,ich wusste damals nicht wie mein mann reagieren würde und ich wusste das er damals einige schwerwiegende dinge gegenüber dem therapeuten verschwieg.
ich fand es richtig dass ich es gemacht habe und würde es in notwendiger situation wieder tun.
ich weis es ist schwer für den erkrankten aber die familie,vorallem wenn kinder im hause sind,leidet genauso,sie muss vieles ertragen und es gibt grenzen an denen man handeln muss.
mein mann ist gerade in der phase in der es ihm nach "außen" gut geht und seinen ganzen frust und depri bekommt die fam. zuhause als ein großes vielfach zu spüren ,dies ist nicht in ordnung.sein therapeut merkt zwar das was nicht koscher ist aber wenn es nicht angesprochen wird kann nicht geholfen werden. ich jedenfalls möchte nicht zusehen wie nach außen heile welt gespielt wird und zuhause ein total anderes extrem angesagt ist.so etwas macht nur alle dazugehörigen kaputt. lg bille |
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