| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
Seattle

Anmeldungsdatum: 04.03.2009
Beiträge: 351
Wohnort: Baden-Württemberg
|
Verfasst am: 31.01.2010 23:14 Titel: Prämenstruelles Syndrom - depressive Phasen |
|
|
Guten Abend,
einmal ganz unabhängig von meiner Erkrankung, denn schon vorher diagnostiziert: Seit 11 Jahren leide ich unter PMS und komme jetzt an einen Punkt, an dem ich das nicht mehr nur einfach jeden Monat hinnehmen mag.
Erstmal zur Historie:
Aufgetaucht ist das Erscheinungsbild mit Stimmungsabfall, Müdigkeit/Erschöpfung, Selbstzweifel und Wutanfällen in beunruhigendem, aber doch erträglichem Maß vor über 10 Jahren, kurze Zeit nach einem Schwangerschaftsabbruch.
Ganz im Gegensatz dazu dann im passenden Moment des Zyklus dermaßen Heißhunger auf meinen Mann, dass ich ihn manchmal regelrecht überfallen habe.
Ich alter Gynäkologen-Muffel habe mich also durchgerungen und einen Herrn besagter Gattung aufgesucht. Er hat das PMS diagnostiziert und gefragt, ob ich den Zeitpunkt des Beginns mit irgendetwas in Verbindung bringe. Ich habe ihm von dem Schwangerschaftsabbruch berichtet. Damals war ich 33 Jahre alt. Er sah den Zusammenhang auch und meinte, der Körper sei im besten Alter und Zustand zur Fortpflanzung und der Abbruch könnte diese Ausprägung des Zyklus durchaus hervor gerufen haben.
Soweit OK, mit dem Wissen, was da passiert, konnte ich lange Jahre mit den PMS-Tagen umgehen und auch mein Mann hat gelernt, mitzurechnen und diesen Fakt zu berücksichtigen, wenn ich dann passend total verheult oder agressiv war.
Mit Diagnose der Depression und damit auch Beginn der Einnahme von 900 mg Johanniskraut (mein Schatz hat sich damals sterilisieren lassen, ich brauche daher nicht mehr über Pille und Wechselwirkung nachzudenken) hat sich das PMS abgemeldet. Richtig freuen konnte ich mich darüber!
Das ging so lang gut, so lang ich das Johanniskraut nahm. Als ich das im August langsam absetzte, kam auch das PMS langsam wieder hoch und dann auch heftiger, als je zuvor.
Nun, obwohl ich seit November wieder Johanniskraut einnehme und das auch wieder in der hochdosierten Form, keine Chance mehr in der PMS-Phase.
Ich stürze total ab, heule ohne Ende, verzweifle und komme soweit, wie Anfang Januar, dass Sterben wieder zur Option wird.
Das dauert ein paar Tage und solang ist es dann auch grausig.
Hinterher kann ich wieder über mich lachen... mittendrin wird es unerträglich.
Gestern/heute geht es wieder los. Erschwerende äußere Umstände kommen dazu und ich versuche verzweifelt durch ständiges Mir-Bewußt-Machen, dass dies wieder eine depressive Verstimmung aus dem PMS ist, dagegen anzuhalten. Es gelingt mir kaum. Gestern agressiv, heute vorwiegend verweint... morgen?
Geht es hier noch anderen Frauen so, dass diese Phase im Zyklus besonders spürbar schwer wird?
Wie ergeht es Euch?
Habt Ihr funktionierende Strategien dagegen?
Ich wäre für jeden Hinweis, jede Meinung dankbar, denn viel schlechter kann das nicht mehr werden.
alles Liebe
Seattle _________________ You'll never fail until you stop trying. |
|
| Nach oben |
|
 |
mr.pink
?
Anmeldungsdatum: 30.11.2008
Beiträge: 300
|
Verfasst am: 01.02.2010 04:52 Titel: |
|
|
Hallo Seattle,
ich hatte ähnliche Probleme wie du.
Regelmäßige depressive Abstürze (Heulattacken, Wutausbrüche, etc.), unerträgliche körperliche Schmerzen.
Nimmst du eine Pille?
Das war bis jetzt das einzige was mit geholfen hat.
Falls du genauere Angaben willst, schicke mir doch eine PN.
Schlaf gut
mr.pink _________________ Viele sehen wie du scheinst, nur wenige fühlen wie du bist. |
|
| Nach oben |
|
 |
Seattle

Anmeldungsdatum: 04.03.2009
Beiträge: 351
Wohnort: Baden-Württemberg
|
Verfasst am: 01.02.2010 06:45 Titel: |
|
|
Guten Morgen Mr. Pink,
vielen Dank für den Hinweis.
Nein, die Pille nehme ich nicht - wie oben beschrieben, mein Mann ist sterilisiert.
Ich habe vor 15 Jahren die Migräne in den Griff bekommen, in dem ich die Pille abgesetzt habe und mag ganz sicher nicht zurück wechseln.
...also ist das leider keine Option für mich.
alles Liebe
Seattle _________________ You'll never fail until you stop trying. |
|
| Nach oben |
|
 |
Chaos

Anmeldungsdatum: 23.04.2009
Beiträge: 3176
|
Verfasst am: 01.02.2010 10:53 Titel: |
|
|
Ich habe mich gestern mal mit meinem Freund darüber unterhalten. Ich selbst hatte festgestellt, dass ich vor wenigen Tagen sehr empfindlich war, was Aussagen angingen, fühlte mich angegriffen, verletzt usw.
Ich war auch wohl zickig und wieder in der "alles ist Scheiße Stimmung".
Er sagte mir, dass ich das seit Monaten habe. Ich habe vor 3 Jahren das letzte Mal die Pille genommen, keine Ahnung wie ich da war, normale Schmerzen, fühlte mich nicht usw. damit lebt man, dann setzte ich ab und es war sowieso keiner bei mir in der Nähe, also wen störts . Dann kamen die Depressionen und voriges Jahr fing ich wieder mit der Pille an für 3 Monate. Es war die Hölle, ich hätte entweder jemanden anders umbringen können, aber am liebsten mich selbst, hatte Hautprobleme, Stimmungsschwankungen ohne Ende - ich setzte wieder ab. Und seit dem (ist jetzt ein halbes Jahr) sagt mein Freund, ich hätte diese "Aussetzer" immer einmal im Monat. Da bin ich empfindlich-Heulboje (ich mache alles falsch - keiner hat mich lieb) / aggressiv-hart (kann gemein werden und haue immer auf die Schwächen von anderen rauf) / depressiv (das Leben bzw. ich bin scheiße, will nicht mehr) / unruhig/ruhig (entweder ich mach alles auf einmal oder liege nur auf der Couch) und das immer für 3-4 Tage ungefähr. Nur da habe ich sie nicht, sie kommen immer ein paar Tage später und da ist alles vorbei und ich bin wie immer. Schmerzen habe ich selten, hatte ich auch selten in meinem Leben.
Wie er damit umgeht? Er nimmt es hin, für ihn ist das normal, eben Frauen und ihr "Besuch". Augenrollen, Klappe halten, nur nicht provozieren, deswegen hatte er nie etwas gesagt, aber nachdem ich das hier bei dir gelesen hatte, habe ich mal gezielt gefragt und dabei ist das eben rausgekommen. Ich selbst merke das gar nicht so, dachte immer ist eben ein Teil der Depression oder so. Nunja, jetzt werde ich mal gezielter darauf achten. Vor allen Dingen, weil ich ja jetzt auch wieder arbeiten gehe und mit mehr Menschen als mit meinem Freund zu tun habe.
Aber was dagegen unternehmen? Bin ich jetzt auch ratlos, aber muss eh wieder zum Arzt, werde sie mal fragen. Wenn ich wirklich so "schlimm" bin, ist das auf Arbeit nicht gerade passend.  |
|
| Nach oben |
|
 |
mr.pink
?
Anmeldungsdatum: 30.11.2008
Beiträge: 300
|
Verfasst am: 01.02.2010 13:47 Titel: |
|
|
Mittlerweile gibt es östrogenfreie Pillen, die den Körper wesentlich weniger belasten.
Damit fallen die Nebenwirkungen wie Migräne, Erbrechen, Übelkeit, Spannungsgefühle, das allgemeine Unwohlsein usw., welche durch Östrogen ausgelöst werden, weg.
Das Krebs- und Thromboserisiko wird auch zu über 85% verringert.
Informiere dich einmal bei deinem FA. Was sagt er/sie denn dazu?
Durch die Pilleneinnahme können die Symptome von Depris nämlich auch abemildert werden, was bei mir der Fall ist. Mit der Pille geht es mit wesentlich besser.
Keine Suizidgedanken vor und während meiner Periode
Ich hatte auch mehrmals im Monat Migräneanfälle, welche ich seitdem nicht mehr habe.
Die körperlichen Schmerzen sind dadurch so gut wie weg. Ich konnte an den ersten 3 Tagen das Bett nicht verlassen, da mein Kreislauf sofort zusammen bracht. Das Ausmaß der Schmerzen war unerträglich.
Ich konnte weder stehen noch liegen, alles war ein einziger Krampf.
An deiner Stelle würde ich wirklich einmal ein paar Informationen beim Gyn. einholen, denn so wie es ist, ist es doch eine Einschränkung deiner Lebensqualität.
Ich hatte irgendwann angefangen regelmäßig in den Akutphasen Sport zu treiben, was zwar von den depressiven Symptomen ablenkte, aber nicht von den Schmerzen.
Es sind eben die Hormone die die Schwankungen bewirken und ich weiß nicht, wie man es in den Griff kriegen kann, wenn nicht durch eine dauerhafte Hormongabe, um den Spiegel konstant zu halten.
Vielleicht gibt es aber auch eine homöopathische Möglichkeit?
Ich wünsche dir viel Erfolg beim Suchen nach einer Lösung
mr.pink _________________ Viele sehen wie du scheinst, nur wenige fühlen wie du bist. |
|
| Nach oben |
|
 |
Absurd

Anmeldungsdatum: 07.09.2009
Beiträge: 284
Wohnort: Schwarzwald
|
Verfasst am: 01.02.2010 16:49 Titel: |
|
|
Bei mir ist es auch so, dass es mir mit Pille wesentlich besser geht. Bei mir wurde auch PMS diagnostiziert (wobei ich auch vorher schon krank war). Durch die Pille hab ich wesentlich weniger extreme Stimmungsschwankungen/Depressionen/Aggressionen als früher und die Schmerzen sind auch wesentlich geringer geworden.
Also kann ich mich nur dem Rat, zum Frauenarzt zu gehen, anschließen. _________________ For we are the guardians - guardians of Asgaard |
|
| Nach oben |
|
 |
Seattle

Anmeldungsdatum: 04.03.2009
Beiträge: 351
Wohnort: Baden-Württemberg
|
Verfasst am: 01.02.2010 19:17 Titel: |
|
|
Puuuuuh, Frauenarzt! Ich tue mich leichter, zur Therapie zu gehen! ...oder zum Zahnarzt!
Aber vielleicht muss ich mich doch einmal überwinden... für mich ist das der Horrortrip pur und der letzte Frauenarzt, der mich gesehen hat, war auch noch ein rüder Typ, der mir erneute Besuche auf Jahre vergällt hat. _________________ You'll never fail until you stop trying. |
|
| Nach oben |
|
 |
Absurd

Anmeldungsdatum: 07.09.2009
Beiträge: 284
Wohnort: Schwarzwald
|
Verfasst am: 01.02.2010 20:25 Titel: |
|
|
Vielleicht fällts dir ja leichter zu einer Frau zu gehen? Viele behaupten zwar, Frauen seien oft grober als Männer, ich habe aber gegensätzliche Erfahrungen gemacht. Ich könnte niemals zu einem männlichen Frauenarzt, mag er auch noch so kompetent und nett sein. _________________ For we are the guardians - guardians of Asgaard |
|
| Nach oben |
|
 |
mr.pink
?
Anmeldungsdatum: 30.11.2008
Beiträge: 300
|
Verfasst am: 01.02.2010 20:43 Titel: |
|
|
Ich habe mit Frauen auch die besseren Erfahrungen gemacht.
Klar ist es nicht gerade die beste Freizeitbeschäftigung, aber gerade in deinem Fall würde sich ein Besuch lohnen.
Außerdem bist du sicher nicht die einzige mit dem Problem und ein Arzt hat da bestimmt einige Lösungen parat. _________________ Viele sehen wie du scheinst, nur wenige fühlen wie du bist. |
|
| Nach oben |
|
 |
Seattle

Anmeldungsdatum: 04.03.2009
Beiträge: 351
Wohnort: Baden-Württemberg
|
Verfasst am: 02.02.2010 01:29 Titel: |
|
|
Frauen sind als Arzt wirklich nicht besser...
Ich hatte ja mehrere Versuche der Behandlung gemacht, leider immer ohne Erfolg. Und inzwischen ist auch das ja lange, lange Jahre her.
Ich staune jedoch, wie wenig andere Frauen mit der gleichen Problematik hier unterwegs sind. Irgendwie dachte ich wohl, das Thema sei verbreiteter.
Ich werde mich wohl fügen müssen, einen langen Anlauf nehmen und hoffen, dass ich es dann auch zu einem ausgemachten Termin dorthin schaffe. Das wird eine echte Aufgabe.
Danke in jedem Fall für Eure Rückmeldungen.
alles Liebe
Seattle _________________ You'll never fail until you stop trying. |
|
| Nach oben |
|
 |
mr.pink
?
Anmeldungsdatum: 30.11.2008
Beiträge: 300
|
Verfasst am: 02.02.2010 02:32 Titel: |
|
|
Ich muss gerade darüber schmunzeln, dass du lieber zum Thera gehst, als zum FA.
Du musst es mal aus dem anderen Standpunkt heraus betrachten: Für viele hier ist es eine enorme Überwindung zum Therapeuten zu gehen!
Überlege dir, dass du diese Hürde schon geschafft hast - da kann dir doch ein Besuch mein Gynäkologen gar nichts mehr anhaben.
Du schaffst das, liebe Seattle  _________________ Viele sehen wie du scheinst, nur wenige fühlen wie du bist. |
|
| Nach oben |
|
 |
mr.pink
?
Anmeldungsdatum: 30.11.2008
Beiträge: 300
|
Verfasst am: 02.02.2010 02:35 Titel: |
|
|
Ach und was ich vergessen habe: Im NFP-Forum wird das Thema ausführlicher behandelt.
Ich weiß nicht, ob ich den Link hier rein stellen darf, deshalb einfach mal googlen.
Liebe Grüße
mr.pink _________________ Viele sehen wie du scheinst, nur wenige fühlen wie du bist. |
|
| Nach oben |
|
 |
silja

Anmeldungsdatum: 20.12.2009
Beiträge: 11
|
Verfasst am: 02.02.2010 07:50 Titel: |
|
|
liebe seattle,
ich leide mein ganzes Leben unter dem PMS und es begreift eigentlich niemand.
Es geht sieben Tage vor der Periode los und beginnt mit Weinen. Dann geht alles schief, Unfälle passieren, Streit mit dem Freund. Immer wenn ich ihn am Meisten brauchen würde.
Verständnis hat niemand.
Das gipfelt dann am letzten Tag vor der Periode in Weinkrämpfen und extremer Einsamkeit, alles macht mich wahnsinnig. Ich könnte jedes Mal durchdrehen.
Hilfe gibt es da nicht. Ich habe Jahre Therapie gemacht, ich glaube nicht mehr daran.
Ich habe schon mit 22 kapiert, dass andere einem nicht helfen können, sondern bloß Geld abzocken für das, dass sie nicht helfen können.
Heilen können wir uns nur selber, durch Verantwortung für uns selbst.
Am dritten Tag in der Periode wird es dann langsam besser.
Der Zyklus ist 26 Tage, so dass ich sieben Tage PMS und vier Tage Periode-Stress habe, also die Hälfte meines Lebens ist davon beastet und das seit 30 Jahren.
Ich habe Hilfe gefunden, aber nur in mir.
In GOTT, in der Suche nach Wahrheit, in der vollen Anerkennung der Verantwortung für mich selbst, in der Erkenntnis der spirituellen Gesetze, in der Nähe zu GOTT.
Sicher nicht bei Heilern, Ärzten, Therapeuten, Heilpraktikern, Sekten, Eso-Büchern, Meditationsgruppen oder anderem Schrott.
Denn denen geht es allen ums Geldverdienen und niemals um wirkliche Liebe.
Die findet sich nur bei GOTT in unserem Herzen und der sie gefunden hat, der wird sie nie wieder los.
Das PMS ist dafür da, die Wahrheit zu finden, nämlich in der Selbstverantwortung und in der Macht zu lieben anstatt Menschen zum Geldverdienen zu missbrauchen.
Es geht darum, für sich einzustehen, sich selbst zu vertrauen und um die Liebe zu kämpfen. |
|
| Nach oben |
|
 |
Seattle

Anmeldungsdatum: 04.03.2009
Beiträge: 351
Wohnort: Baden-Württemberg
|
Verfasst am: 02.02.2010 08:13 Titel: |
|
|
Liebe silja,
genau richtig: die Hälfte der Zeit macht der Zyklus mir zu schaffen.
Aber bitte verzeih: Ich gottloses Geschöpf kann Deinen Weg akzeptieren, werde ihn aber nicht als Lösungsansatz für mich sehen.
Muss wohl doch mal zum Doc. Und nachdem ich da sehr, sehr kritisch bin, werde ich mich auch ganz sicher nicht abzocken lassen  _________________ You'll never fail until you stop trying. |
|
| Nach oben |
|
 |
Chaos

Anmeldungsdatum: 23.04.2009
Beiträge: 3176
|
Verfasst am: 02.02.2010 10:47 Titel: |
|
|
Ich kann deine Angst nachvollziehen. Ich gehe nicht zum Zahnarzt, im Grunde das Gleiche, ich müsste, tue es aber nicht.
Was jetzt Frau oder Mann betrifft als Gyn, ich hab bei beiden gute und schlechte Erfahrungen gemacht. Jetzt bin ich wieder bei einer Frau, ich hatte auch noch nie Schwierigkeiten damit, von einem Arzt zum anderen zu laufen, um endlich den Arzt zu finden, bei dem ich mich wohlfühle.
Aber versuche es trotzdem mal und ich wünsche dir dafür viel viel Kraft und Überwindung.
Übrigens, was meint ihr eigentlich alle immer mit Abzocke?  |
|
| Nach oben |
|
 |
|
|