| Wie Sie gesehen haben, können Sie von der
Depression ihrer Kinder "angesteckt" werden, die Krankheit
des Kindes kann also auch bei ihnen eine depressive Stimmung
auslösen. Deswegen ist es wichtig, dass auch Hilfe von
außen hinzu kommt, damit die Krankheit behandelt und geheilt
wird.
Der Kinderarzt oder ihr Hausarzt ist meistens die erste Anlaufstelle,
wenn sich Eltern Sorgen um ihr Kind machen. Der Arzt kennt
das Kind schon seit langer Zeit und kann es in seiner geistigen,
seelischen und körperlichen Entwicklung einordnen. Meist
kennt er die Familie und das soziale Umfeld, kennt Probleme
und Konflikte. Er kann organische Ursachen für die Depression
erkennen oder auch ausschließen.
Die Therapie einer Depression ist das Spezialgebiet von Kinderpsychiatern
und Kinder- und Jugend-Psychotherapeuten, klinischen Kinderpsychologen
und auch oft Sozialarbeitern und Sozialpädagogen.
Eine weitere Anlaufstelle können auch Erziehungs- und
Familienberatungsstellen sein.
Fast alle depressive Kinder können ambulant behandelt
werden. In schweren Fällen, zum Glück sehr selten,
ist jedoch auch eine stationäre Behandlung in der Jugendpsychiatrie
nötig.
Dies ist dann der Fall, wenn:
- eine Tendenz zur Selbstverletzung, einem Drogenkonsum oder
eine Tendenz zum Weglaufen vorhanden ist
- eine kontrollierte Behandlung mit Medikamenten notwendig
ist
- eine tägliche, intensive psychotherapeutische Behandlung
erforderlich ist
- eine starke Selbsttötungsabsicht vorhanden ist
- nach einem Selbstmordversuch kann eine Pause wichtig sein,
in der das Kind von allem abgeschirmt wird, was das Kind nicht
ausgehalten hat
|