Der Begriff depressive Pseudodemenz bezeichnet ein Symptom,
dass sehr oft zu Missverständnissen und Fehldiagnosen
führt. Dadurch wird den Betroffenen die Chance auf eine
Behandlung verwehrt. Es scheint deswegen angebracht, den Unterschied
zwischen einer Depression im Alter und der alzheimerschen
Erkrankung aufzuzeigen, damit den Betroffenen die Fehldiagnose
alzheimersche Erkrankung erspart bleibt.
Die alzheimersche Erkrankung
Vor einigen Jahren herrschte großes Aufsehen, als der
ehemalige amerikanische Präsident Ronald Reagan sich
durch einen offenen Brief an seine Mitbürger wandte.
Er teilte seinen Mitbürger mit, dass er eine sich entwickelnde
alzheimersche Erkrankung habe. Seitdem herrscht ein großes
öffentliches und auch wissenschaftliches Interesse an
dieser Erkrankung. Durch die immer größere Lebenserwartung
der Menschen ist die alzheimersche Erkrankung eine Krankheit,
jeden von uns betreffen kann. Gerade ältere Menschen
haben die Diskussionen der letzten Jahre aufmerksam verfolgt
und sich selbst beobachtet, ob bei Ihnen bereits Auffälligkeiten
vorhanden sind.
Neben der alzheimerschen Erkrankung gibt es aber auch noch
andere Formen der Demenz, die durch den gestörten Stoffwechsel
oder Gefäßleiden verursacht werden können.
Zu den am häufigsten auftretenden Formen der Demenzen
gehört die vaskuläre Demenz, die sich aus Durchblutungsstörungen
im Gehirn entwickelt. Es gibt aber auch Mischformen zwischen
dieser vaskulären Demenz und Demenzen vom Alzheimer-Typen.
Dabei können Veränderungen der Stimmung, Stimmungsschwankungen,
ein sozialer Rückzug und schwache Belastbarkeit des Patienten
vorkommen, Symptome also, die auch bei Depressionen auftreten.
Wie kann man den Unterschied zwischen Alzheimer und einer
Depression erkennen?
Sowohl Alzheimer als auch einer Depression bleiben dem Umfeld
des Patienten nicht verborgen. Beide Krankheiten in dann das
Verhalten des Betroffenen wesentlich. Es gibt aber Anhaltspunkte,
nach denen man auch als Laie die jeweilige Krankheit erkennen
kann.
Alzheimer / Demenz
Depression
die Störungen beginnen langsam
es lässt sich ein fester Zeitpunkt
als Beginn der Störung fest machen
der Patient hat eine Einsicht in seine Krankheit
und versucht sie zu vertuschen. Er klagt nicht.
der Betroffene nimmt die Störung sehr
stark war, er klagt viel
Zu Beginn kein schneller, sich verschlechternder
Krankheitsverlauf
Störungen nehmen rasch zu, meist innerhalb
weniger Wochen
meist keinen Vorgeschichte in Sachen psychische
Störung
der Patient hatte früher schon psychische
Störungen
der Patient sucht erst sehr spät nach
Hilfe, meist erst dann, wenn es gar nicht mehr anders
geht
der Patient sucht früh ärztliche
Hilfe, meist innerhalb der ersten Wochen
Störungen des Langzeitgedächtnisses
sind nicht vorhanden, der Patient vergisst aber kurz zurückliegende
Ereignisse
es treten auch Störungen des Langzeitgedächtnis
es auf
die Störungen bilden sich nicht zurück
die Störungen verschwinden nach der
Besserung der Depression
Oft kann man an Hand dieser Tabelle zwischen den beiden Erkrankungen
unterscheiden, jedoch gibt es auch Fälle, in denen man
sich mit einer Zuweisung schwer tun kann. In diesen Fällen
kann der Psychiater nur anhand des Verlaufs der Störungen
auf die richtige Krankheit schließen.