Borderline-Störung
Von einer Borderline-Störung
spricht man, wenn mindestens fünf der folgenden
Punkte gegeben sind:
Der Betroffene tut alles, damit er nicht verlassen
wird
Borderliner haben eine große Angst davor, daß
sie von Freunden, dem Partner oder der Familie verlassen
werden. Schon die kleinsten Anzeichen eines Verlassenwerdens
lösen eine große Angst aus. Neben der Angst
kommt es manchmal auch zu Wutanfällen. Das Gefühl,
verlassen zu werden, führt manchmal auch zu einer
Veränderung der Selbstwahrnehmung. Der Betroffene
sieht sich selbst als schlecht oder böse an.
Kurze und instabile Beziehungen
Borderliner haben oft wechselnde, jedoch sehr intensive
Beziehungen. Dabei setzen die Borderliner ihren Partner,
ihre Familie oder ihre Kinder ins beste Licht, d.h.
sie idealisieren sie, jedoch bereits kleinste Anlässe
lassen dies komplett ins Gegenteil umschlagen, und die
entsprechende Person wird als böse oder grausam
angesehen. Daraus ergeben sich häufig Konflikte
mit diesen Personen.
In Liebesbeziehungen läuft es ähnlich: Bereits
beim ersten Kontakt gibt sich der Betroffene vollkommen
hin, meist auch intim, jedoch beim ersten Streit wird
der Partner verteufelt.
Instabilität des Selbstbildes
Borderliner haben oft eine sich stark wandelnde Sicht
zur eigenen Person. Während gesunde Menschen im
Laufe ihres Lebens ein ziemlich gleichmäßiges
Selbstbild entwickeln, schwanken Borderliner zwischen
verschiedenen Extremen hin und her. Etwas, das sie heute
wichtig finden, kann morgen vollkommen unwichtig sein.
Manchmal lieben sie sich selbst, kurz darauf hassen
sie sich.
Borderliner sind impulsiv
Borderliner können in einer Belastungssituation
zu starken Reaktionen neigen: Sie trinken Alkohol, nehmen
Drogen oder Medikamente, verletzen sich selbst, machen
Glücksspiele, essen und trinken zu viel.
Borderliner verletzen sich selbst
Borderline-Patienten verletzen sich häufig selbst
mit Rasierklingen, Säuren, Medikamenten und anderen
Dingen. Der Auslöser dafür ist meist eine
Zurückweisung oder ein drohender Verlust durch
einen Menschen. Während einer solchen selbstverletzenden
Attacke empfinden die Betroffenen eine gewisse Entlastung,
d.h. dem Betroffenen geht es danach kurzfristig psychisch
besser.
Bis zu 10 % der Borderliner versuchen einen echten
Selbstmordversuch.
Die Stimmung wechselt stark
Borderliner haben stark schwankende Stimmungen, zum
Beispiel depressive Phasen, Trauer, Schuld oder Angst.
Diese Gefühle entstehen als Reaktion auf Spannungen
mit den Mitmenschen. Es können jedoch auch starke
positive Gefühle auftreten, z. B. Liebe oder Glück,
jedoch halten diese Gefühle nicht lange an.
Der Betroffene fühlt sich leer
Für Borderliner typisch ist das innere Gefühl
einer Leere. Alles ist langweilig.
Starke Wut
Borderliner erleben häufig starke Wutanfälle
und haben die Schwierigkeit, diese Wut im Zaum zu halten.
Ein solcher Wutausbruch kann zu heftigen Streitereien
mit anderen führen, manchmal sogar zu körperlichen
Auseinandersetzungen. Ist die Wut vorbei, so fühlt
sich der Betroffene schuldig und schämt sich für
sein Verhalten. Er fühlt sich dann meist schlecht
bzw. unwürdig.
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