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Dienstag, 15.4.2008, 19:24:35 Uhr

Kinder-Ängste wachsen sich nicht aus


Etwa zehn Prozent der 6- bis 16-Jährigen haben eine Angststörung / Starker Prädiktor für spätere Erkrankung

BERLIN (ugr). Angsterkrankungen bei Erwachsenen zeichnen sich oft schon in der Kindheit ab: Die Hälfte aller Angststörungen manifestiert sich bereits vor dem 14. Lebensjahr. Je früher die Kinder erkannt und behandelt werden, umso besser ist die Prognose.

Trennungsängste und Phobien seien häufig schon im Vorschulalter zu erkennen, sagte Professor Jürgen Margraf aus Basel beim Psychiatrie-Kongress in Berlin. Insgesamt sind Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen häufiger als ADHS. In der Schweiz sind über elf Prozent der 6- bis 16-jährigen Kinder und Jugendlichen daran erkrankt, für Deutschland gehen Experten von ähnlichen Zahlen aus.

Margraf: "Angststörungen bei Kindern wachsen sich in der Regel nicht aus. Sie sind stark prädiktiv für eine spätere Angsterkrankung" - und auch für soziale Beeinträchtigungen: Langzeitbeobachtungen haben ergeben, dass Kinder, die unter starken Ängsten litten, später häufiger arbeits- und kinderlos sind, überdurchschnittlich lange im Elternhaus leben und öfter Substanzmissbrauch betreiben als Kinder ohne Angst. Auch Depressionen und kardiovaskuläre Erkrankungen gebe es bei diesen Patienten häufiger, sagte Margraf. "Früherkennung und -intervention bei Kindern mit Angststörungen bedeutet somit eine Prävention psychischer Störungen bei Erwachsenen."

Vom Beginn der Störung bis zur Diagnostik und Therapie vergehen aber meist mehrere Jahre. Denn vielfach klagen die Patienten - sowohl Kinder als auch Erwachsene - in der Sprechstunde eher über somatische Beschwerden wie Bauch- oder Rückenschmerzen, als dass sie ihre Ängste thematisieren. Häufig seien die Störungsbilder auch nicht ausreichend bekannt. Mit einfachen Fragen ("Waren Sie in letzter Zeit besonders nervös oder ängstlich?", "machst Du Dir viele Sorgen?") lasse sich in jeder Altersstufe schnell und zuverlässig feststellen, ob pathologische Ängste vorliegen.






Quelle: http://www.aerztezeitung.de/


Thema: Depressionen

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