Depressionen
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Mittwoch, 16.1.2008, 00:08:58 Uhr

Implantierter Chip gegen Depressionen


Ein implantierter Neuro-Chip soll Menschen mit Depressionen helfen. Das nur wenige Zentimeter große Gerät dient zur Stimulation des Hirnnervs (Nervus vagus) und soll mit Hilfe von elektrischen Impulsen eine Stimmungsverbesserung erzielen. In den USA werden manchen Patienten schon länger solche Chips implantiert. Jetzt wurde das Verfahren von Medizinern des Universitätsklinikums Jena dort erstmals bei einer depressiven, etwa 50-jährigen Patientin angewandt.

Laut Aussage der Ärzte soll ein solcher Eingriff relativ klein sein: 'Wir implantieren eine Elektrode im linken Halsbereich mit einer direkten Verbindung zum Nerv und einem Impulsgeber im Achselbereich, die unter der Haut miteinander verbunden sind', erläutert der Neurochirurg Rupert Reichart. In bestimmten Abständen, die für jeden Patienten individuell festgelegt werden können, werden von dem System namens 'Neuro Cybernetic Prosthesis' (NCP) elektrische Signale an den Nerv weitergegeben. Auch deren Intensität kann variiert werden.

Welche Patientengruppen in Zukunft von dem neurochirurgischen Therapieansatz profitieren könnten, ist indes noch nicht vollständig geklärt. Zudem merken die Forscher an, dass Stimmungsveränderungen bei den Patienten erst nach etwa sechs Monaten nachweisbar seien. Bevor die Neuro-Implantate häufiger bei depressiven Menschen eingesetzt werden, wollen die Forscher die Wirkungsweise des Systems zunächst ausgiebig erforschen. In Jena ist es bisher bereits zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt worden.


Thema: Depressionen

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