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Sonntag, 13.1.2008, 00:02:07 Uhr

Gen-Variante begünstig Lithium-Therapie gegen Depressionen


Zur Milderung und Verhütung von depressiven und manisch-depressiven Episoden können Patienten mit Lithiumsalzen behandelt werden. Eine neue Studie der Charité-Universitätsmedizin Berlin zeigt jetzt, dass der Erfolg der Lithium-Therapie durch eine bestimmte Gen-Variante begünstigt wird.

Die Untersuchung wurde mit 81 akut depressiven Patienten durchgeführt, bei denen herkömmliche Antidepressiva nicht ausreichend wirkten. In einem Zeitraum von bis zu acht Wochen erhielten sie zusätzlich Lithium. Zudem wurde bei den Patienten ein Gen untersucht, das mit der Entwicklung und dem Überleben von Nervenzellen zusammenhängt und auch die 'innere Uhr' beeinflusst. Bei einigen Studienteilnehmern lag eine Variation des Gens vor. Diese Patienten sprachen mit einer Erfolgsquote von rund 56 Prozent wesentlich besser auf die Lithium-Therapie an, als Betroffene ohne Gen-Veränderung mit 31 Prozent.

Ein Gen-Test könnte in Zukunft die Wahrscheinlichkeit voraussagen, mit der Lithium dem Patienten hilft. Damit könnte eine maßgeschneiderte Therapie für jeden einzelnen Betroffenen entwickelt werden. Deshalb wird jetzt eine Folgestudie durchgeführt, bei der die Ergebnisse überprüft und neue genetische Faktoren identifiziert werden sollen.

Lithiumsalze (Phasenprophylaktika) wirken stimmungsausgleichend und werden als Medikamente vor allem bei manisch-depressiven Störungen eingesetzt. Bei Schädigungen von Herz, Niere oder anderen inneren Organen ist eine Lithium-Therapie problematisch, während Schwangerschaft oder Stillzeit sollte sie nicht angewendet werden. Außerdem kann es zu verschiedenen Nebenwirkungen wie beispielsweise Übelkeit oder Schwindel kommen. Die Therapie sollte deshalb nur in enger Abstimmung mit Hausarzt und Psychiater durchgeführt werden.


Thema: Depressionen

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