Depressionen
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Freitag, 4.1.2008, 00:07:08 Uhr

Der Klang des Winter-Blues'


Der so genannte Winter-Blues ist der Klassiker der saiso­nalen Depressionen, kurz SAD. Wobei allein schon diese Abkürzung für sich spricht: „sad" ist das englische Wort für traurig oder kummervoll. In der Tat spielt der Winter­-Blues in tristem Moll auf, wobei er meist im nass-kalten November (manchmal auch Oktober) beginnt.

Wie es beim Standard-Blues in der Musik nun mal der Fall ist, ist auch die Melodie des Winter-Blues' von einer gewissen Eintönigkeit geprägt. Betroffene sprechen von einem Einbruch der Stimmung, der übrigens bereits von Ärzten im antiken Griechenland beschrieben wurde - und das ist immerhin mehr als 2.000 Jahre her.

Der Tag eines de­pressiv verstimmten Menschen beginnt häufig bezeich­nenderweise mit dem Morgengrauen. Er wird von quä­lenden Gedanken aus dem Schlaf gerissen, fürchtet sich vor dem neuen Tag und fühlt sich den Aufgaben, die er zu erledigen hat, nicht gewachsen. Insgesamt traut man sich kaum mehr etwas zu. Die Stimmung kann sich im Laufe des Tages zwar etwas aufhellen, dennoch bleibt immer eine gewisse Grundtristesse.

Die wichtigsten Er­kennungsmerkmale eines Winter-Blues' sind Müdigkeit, undefinierbare Energielosigkeit bis Schwäche, sozialer Rückzug, Niedergeschlagenheit, innere Leere und sexuel­les Desinteresse. Dabei kann der Klang des Winter-Blues' auch durchaus aggressivere Töne anschlagen und zeigt sich dann in Form von Nervosität und Reizbarkeit.

Nicht selten zieht die melancholische Melodie ferner den Kör­per in ihren Bann: Heißhunger auf Süßigkeiten, Teigwa­ren oder ähnliches sind keine Seltenheit. In den wärme­ren, sonnenreicheren Monaten (ab Februar bis März) klingt der Blues dann allmählich aus - und eben dieser zeitlichen Verlaufsform verdankt der traurige Winter­Blues seinen Namen.


Thema: Depressionen

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