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Freitag, 11.1.2008, 00:12:44 Uhr
| | Depressionen: Aussicht auf maßgeschneiderte Therapie |
Warum sprechen manche Patienten mit Depressionen besser auf Lithium an als andere? Eine neue Studie der Charité - Universitätsmedizin Berlin zeigt, dass eine bestimmte Genvariation den Erfolg der Therapie begünstigt.
Die Studie, die in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Biological Psychiatry erschienen ist, wurde mit 81 akut depressiven Patienten durchgeführt, bei denen Antidepressiva nicht ausreichend wirken. In einem Zeitraum von bis zu acht Wochen erhielten sie zusätzlich Lithium. Dies gilt zwar nicht als Antidepressivum, wirkt jedoch auch stimmungsausgleichend und wird vor allem bei manisch-depressiver Störung eingesetzt.
Darüber hinaus wurde bei den Patienten das Gen, das für das Enzym Glycogen Synthase 3-beta (GSK3B) zuständig ist, untersucht. Wies dieses eine Variation auf, sprachen die Studienteilnehmer nach vier Wochen mit rund 56 Prozent signifikant besser auf die Lithiumtherapie an als jene ohne diese Veränderung. Von ihnen haben im gleichen Zeitraum nur 31 Prozent positiv auf das Lithium reagiert.
Um diese ersten Ergebnisse zu bestätigen und weitere genetische Einflussfaktoren zu identifizieren startete an der Charité gerade eine Folgestudie, die in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn und dem US-amerikanischen National Institute of Mental Health durchgeführt wird. Die Vision der Wissenschaftler: Ein Gentest könnte in Zukunft vorhersagen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass das Lithium dem Patienten hilft. So könnte künftig eine maßgeschneiderte Therapie für jeden einzelnen Patienten entwickelt werden.
Thema: Depressionen
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