Depressionen
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Neues Antidepressivum besonders bei Antriebsarmut geeignet
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Schilddrüsen-Check bei unklaren Symptomen
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Neue Studie: Johanniskraut ist ähnlich effektiv wie SSRI
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Antidepressivum wirkt auch gegen Körperschmerzen
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Ferndiagnose vom Online-Doc - Gesundheitsportale im Netz sind für Ärzte vor Ort nicht nur Konkurrenz
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Das abgrundtiefe Leiden an sich selbst
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Depressionen: Da liegen Hausärzte meistens richtig
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Depressionen so herzschädlich wie Rauchen
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Scopolamin hilft offenbar schwer Depressiven
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Therapie depressiver Mütter hilft auch Kindern
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Dienstag, 22.4.2008, 00:12:13 Uhr

Wirksame Therapien gegen das Stimmungstief


Um Rezidive zu vermeiden, müssen Antidepressiva mindestens sechs Monate lang eingenommen werden

Antidepressiva holen Patienten nicht nur aus dem Stimmungstief, sie können auch zuverlässig Rezidiven vorbeugen. Welche der Antidepressiva zur Therapie geeignet sind, hängt davon ab, ob die Patienten gehemmt oder eher erregt sind, ob sie Schmerzen oder kognitive Störungen haben.

Depressive Patienten haben oft Rezidive: Bei 80 Prozent folgt auf die erste Episode eine zweite, und mit jedem Rückfall nimmt die Wahrscheinlichkeit für weitere Rezidive noch zu. Daher ist nach einer akuten Phase eine mindestens halbjährige Erhaltungstherapie nötig - am besten mit Medikation und Psychotherapie. Die Erhaltungstherapie senkt das Rezidivrisiko um etwa 70 Prozent. Wenn sich Patienten nach besonders schweren Depressionen erholen, bei hohem Suizidrisiko oder bei häufigen Rezidiven sollte die Therapie über Jahre bis lebenslang fortgeführt werden.

Ein Antidepressivum wird zunächst für zwei Wochen verordnet. Ist dann keine Wirkung erkennbar, wird für weitere zwei Wochen die Höchstdosis genommen. Falls das nicht hilft, wird auf ein Präparat einer anderen Substanzklasse gewechselt. Zu den Therapieoptionen gehören:

Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) sind etwa Citalopram (zum Beispiel Cipramil®) oder Sertralin (etwa Zoloft®). SSRI wirken antriebsneutral bis antriebssteigernd. In Studien wurde auch eine gute Wirkung bei Angst- und Panik-attacken sowie bei sozialer Phobie belegt. Escitalopram (Cipralex®) ist das S-Enantiomer von Citalopram. In Studien wirkte es schneller und stärker als Citalopram. Bereits nach zwei Wochen waren die Werte auf Symptomskalen um 20 Prozent reduziert.
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Montag, 21.4.2008, 00:05:58 Uhr

Herzinfarkt und depressiv? Dann ist die Prognose besonders ungünstig


Bei Komorbidität sind Nebeneffekte der Antidepressiva besonders zu beachten

Depressive klagen meist über körperliche Beschwerden, umgekehrt hat etwa ein Viertel der Patienten mit chronischen somatischen Krankheiten eine behandlungsbedürftige Depression. Bei ihnen ist die Prognose besonders ungünstig.
Bei der Beratung geht es gleich um zwei verschiedene Krankheiten. Foto: Klaro

Diabetiker haben ein dreimal höheres Risiko für Depressionen als Nicht-Diabetiker, und Depressive ein dreimal höheres Risiko für Diabetes als Nicht-Depressive.

Solche Komorbiditäten erhöhen die Sterberate drastisch. In einer Zehn-Jahres-Studie mit 8000 Teilnehmern war sie bei depressiven Diabetikern um 54 Prozent höher als bei Diabetikern ohne Depressionen. Erklärung der Autoren: Blutzuckerkontrolle und Medikamenten-Einnahme sind erschwert.

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Sonntag, 20.4.2008, 00:01:25 Uhr

Steigt die Stimmung, lässt der Schmerz nach


Depressionen sind neurobiologisch eng mit Schmerzen verknüpft

Ein Mangel an Serotonin- und Noradrenalin, wie er bei Patienten mit Depressionen auftritt, verstärkt auch die Schmerzwahrnehmung. Darum gehen Depressionen so oft mit Schmerzen einher.

Depressive haben oft zusätzlich Schmerzen, und auch umgekehrt gilt: Ungefähr ein Drittel bis die Hälfte der Patienten mit chronischen Schmerzen haben außerdem Depressionen.

Eine gute antidepressive Behandlung kann gleichzeitig begleitende Schmerzen lindern. Lassen die Schmerzen nicht parallel zu den psychischen Symptomen nach, haben die Patienten einer Studie zufolge dreimal öfter erneute depressive Episoden als jene, deren Schmerzen zurückgegangen sind. Verringern sich die depressionsbedingten Schmerzen mindestens zur Hälfte, beträgt die Chance einer vollständigen Remission nach einer Studie 36 Prozent. Bei ungenügender Schmerzkontrolle dagegen liegt die Wahrscheinlichkeit nur bei 18 Prozent.

Antidepressiva, die eine Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin hemmen, wirken zusätzlich analgetisch.
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Samstag, 19.4.2008, 00:00:25 Uhr

Bereits ein kurzes Gespräch gibt Depressiven mehr Zuversicht


Nach Arzt-Gespräch können Patienten mit Depressions-Auslösern besser umgehen

GRÜNWALD (wst). Menschen mit schwereren Depressionen für längere Zeit ein Antidepressivum zu verordnen, genügt allein nicht. Es gilt auch, nach Ursachen oder Auslösern der Depression zu fahnden und den Patienten im Gespräch wieder zu einer lebenswerten Perspektive zu verhelfen.

Darauf hat der Psychiater Professor Eckart Rüther aus München bei den "Grünwalder Gesprächen" hingewiesen. So könne eine beginnende Depression als Notreaktion des Gehirns im Sinne von "so geht’s nicht weiter", als eine Überforderungssituation oder Perspektivlosigkeit verstanden werden. Je länger ein solcher Zustand anhält, desto höher sei die Gefahr, dass die Depression unabhängig von ihren Auslösern wird und sich verselbstständigt, sagte Rüther auf der vom Unternehmen Wyeth unterstützten Veranstaltung.

Wie schnell und wie leicht ungünstige Umweltbedingungen zu einer Depression führen, ist aufgrund angeborener und erworbener Faktoren individuell höchst unterschiedlich. Dabei sei bekannt, dass Antidepressiva die Pufferkapazität des Gehirns für Belastungen erhöhen. Eine langfristige antidepressive Therapie sei deshalb häufig sinnvoll und notwendig.

Um die Prognose der Patienten zu verbessern und um die Chance zu erhöhen, irgendwann wieder ohne Psychopharmaka zurecht zu kommen, müsse auch nach Ursachen und Auslösern einer Depression geschaut werden. Dabei sei es hilfreich, den Patienten zu zeigen, wie solche Auslöser besser bewältigt oder vielleicht auch nur besser ignoriert werden können. Um dieses Ziel zu erreichen, sei nicht immer einer Psychotherapie nötig. Oft genügen dazu auch einige intensive Arzt-Patienten-Gespräche.
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Freitag, 18.4.2008, 00:02:30 Uhr

Fast jeder zweite HIV-Patient hat Depressionen


Antidepressiva und antivirale Therapie vertragen sich gut / Plädoyer für frühen Start mit Stimmungsaufhellern

FRANKFURT / M. (hae). Bei HIV-Infizierten ist die Gefahr, an einer Depression zu erkranken, besonders groß. Auch hier gilt: Je früher mit einer antidepressiven Behandlung begonnen wird, desto leichter und rascher kann der Patient die seelische Störung überwinden.

Der Neurologe Professor Ingo Husstedt aus Münster hat die Erfahrung gemacht, dass bereits die HIV-Diagnosestellung Auslöser für eine depressive Episode ist. So berichteten zum Beispiel 85 Prozent der Aids-Therapeuten in den USA über Depressionen bei ihren Patienten, wie Husstedt beim 3. Deutsch-Österreichischen Aids-Kongress in Frankfurt berichtet hat.

Aufgrund der hohen Lebenszeitprävalenz von Depressionen in der Allgemeinbevölkerung von 12 bis 20 Prozent sei davon auszugehen, dass bei etwa jedem dritten Patienten bestehende oder überstandene Depressionen durch Mitteilen der HIV-Diagnose verstärkt oder reaktiviert werden, so Husstedt bei einer Veranstaltung von Bristol-Myers Squibb. Manche gehen sogar davon aus, dass bis zu 40 Prozent der HIV-Infizierten an einer Depression erkranken.

Die wichtigste Differenzialdiagnose sei eine Depression als Bestandteil der HIV-assoziierten Meningoenzephalitis. "Wir stellen diese Diagnose inzwischen bei jedem dritten Patienten", so Husstedt. Davon abzugrenzen seien Drogen- und Medikamentenabusus, Vitaminmangelzustände sowie unerwünschte Arznei-Wirkungen als Ursache der Depression.
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Donnerstag, 17.4.2008, 00:00:03 Uhr

Depression beeinträchtigt HIV-Therapie



FRANKFURT (ple). Depressionen sind bei HIV-Infizierten mit die häufigsten Gründe dafür, dass die Patienten sich nicht strikt an die vorgeschlagene antiretrovirale Therapie halten. Daran hat Professor Ingo W. Husstedt vom Universitätsklinikum Münster beim 3. Deutsch-Österreichischen Aids-Kongress in Frankfurt am Main erinnert.

Eine antidepressive Therapie verbessere die Compliance bei der HIV-Therapie. Depression ist die häufigste psychiatrische Erkrankung bei HIV-Infizierten. Bei bis zu 50 Prozent der Patienten kommt es nach Mitteilung der Diagnose "HIV-Infektion" zu depressiven Episoden. Bei etwa zwei Prozent der Betroffenen löst die Mitteilung, infiziert zu sein, sogar einen Suizidversuch aus.




Quelle: http://www.aerztezeitung.de/
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Mittwoch, 16.4.2008, 00:00:30 Uhr

Depressionen der Eltern schwächen die Kinder


Kinder von depressiven Eltern sind gehäuft krank

DENVER (ars). Wenn Vater oder Mutter Depressionen haben, sind die Kinder einer US-Studie zufolge häufiger krank als jene, deren Eltern nicht an solchen Störungen leiden. Zur Prävention schlagen die Wissenschaftler vor, in das Vorsorge-Paket für Kinder einen kurzen Test der Mutter auf Depressionen aufzunehmen.

Die enge Beziehung zwischen Depressionen bei Eltern und Gesundheit ihrer Kinder haben Forscher aus Denver ermittelt (Pediatrics 119, 2007, e829). Das Team um Dr. Marion Sills prüfte etwa 25 000 Kinder bis 17 Jahre, die an der Klinik behandelt worden waren. Mindestens ein Elternteil war depressiv. Zur Kontrollgruppe gehörten knapp doppelt so viele Kinder mit Eltern ohne Depression.

Wie sich herausstellte, wurden Kinder mit depressiven Eltern häufiger vom Allgemein- oder Notarzt, vom Spezialisten wie Psychiater und Augenarzt oder stationär behandelt. So suchten pro Jahr 65 Prozent der 6- bis 12-jährigen Kinder mit depressiven Eltern einen Spezialisten auf, aber nur 36 Prozent ihrer unbelasteten Altersgenossen. Fast fünf Prozent der Jugendlichen mit depressiven Eltern brauchten eine stationäre Therapie, jedoch nur halb so viele in der Kontrollgruppe. An Vorsorge-Checks nahmen sie mit 16,5 zu 17,2 Prozent signifikant seltener teil. Die Wissenschaftler plädieren dafür, die psychische Betreuung für Eltern zu verbessern. Denn den Kinder hilft es, wenn man depressive Mütter aus ihrem Stimmungstief holt (wir berichteten).

Haben Kollegen den Verdacht, dass Mütter depressiv sind, helfen drei Fragen weiter: "Haben Sie sich im vergangenen Monat oft niedergeschlagen oder hoffnungslos gefühlt?" "Hatten Sie in dieser Zeit oft wenig Freude bei den Dingen, die Sie taten?" "Benötigen Sie deswegen Hilfe?" Depressive antworten auf alle drei Fragen mit ja.
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Dienstag, 15.4.2008, 19:44:05 Uhr

Bei mittelschweren Depressionen hat Johanniskraut Vorteile


Ergebnisse einer Vergleichsstudie mit Citalopram

NEU-ISENBURG (mar). Bei Patienten mit mittelschweren Depressionen ist der Johanniskraut-Extrakt STW3-VI (Laif® 900) ähnlich gut wirksam wie Citalopram. Ein Pluspunkt für das Phytopharmakon ist jedoch, dass es signifikant besser vertragen wird als das synthetische Antidepressivum.

Dies ist das Ergebnis einer Placebo-kontrollierten PhaseIII-Studie im ambulanten Bereich (Psychopharmakotherapie 14, 2007, 65). An der dreiarmigen Studie nahmen 388 Patienten mit mittelschwerer Depression teil. Bei ihnen war die Erstdiagnose Depression im Mittel drei Jahre vor Studienbeginn gestellt worden. In der Studie wurden die Patienten sechs Wochen lang entweder mit dem Johanniskraut-Extrakt (900 mg einmal täglich), mit Citalopram (täglich 20 mg) oder mit Placebo behandelt. Die Therapie erfolgte bei Allgemeinmedizinern und hausärztlich tätigen Internisten. Die Wirksamkeit wurde mit der 52 Punkte umfassenden Hamilton-Depressionsskala (HAMD-17) beurteilt.

Der HAMD-Ausgangswert war mit etwa 22 Punkten in allen drei Gruppen ähnlich hoch. Nach sechs Wochen Therapie hatte sich der HAMD-Wert in beiden Verum-Gruppen auf 10,3 Punkte verbessert, mit Placebo auf 13 Punkte. Der Unterschied war signifikant. In beiden Verum-Gruppen hatten ähnlich viele Patienten auf die Behandlung angesprochen: 54 Prozent in der Johanniskraut- und 56 Prozent in der Citalopram-Gruppe, mit Placebo waren es dagegen nur 39 Prozent. Definiert ist die Ansprechrate als eine Reduktion des Punktwertes auf der HAMD-Skala um mindestens 50 Prozent oder ein HAMD-Wert von unter 10 Punkten.

Bei der Verträglichkeit schnitt das Johanniskraut-Präparat besser ab als Citalopram: Unerwünschte Wirkungen hatten bei 17 Prozent der Patienten mit dem Phytopharmakon, in der Citalopram-Gruppe waren es 53 Prozent und mit Placebo 30 Prozent. Deswegen abgebrochen haben die Studie sieben Prozent in der Johanniskraut- und zwölf Prozent in der Citalopram-Gruppe (Placebo: neun Prozent).
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Dienstag, 15.4.2008, 19:37:19 Uhr

Pulsgeber im Gehirn mildert Depressionen


Der Schrittmacher über dem Brustmuskel sendet Stromimpulse zu Elektroden im Hirn. Foto: Medtronic

Manche Patienten haben eine so schwere Depression, dass sie sich durch Pharmako- und Psychotherapie nicht in den Griff kriegen lässt. Seit kurzem wird bei solcher Therapieresistenz die Tiefe Hirnstimulation erprobt. Ziel ist die Änderung von Erregungsmustern.

In deutschen Studien werden Elektroden in den Nucleus accumbens eingesetzt, einen Kern im limbischen System. Machen Gesunde gute Erfahrungen, entsteht über diesen Nucleus ein Gefühl der Freude. Bei Depressiven ist dieser Prozess gestört.

Forscher aus Bonn haben drei Patienten behandelt: "Der Schweregrad ging um die Hälfte zurück", berichtet Professor Thomas Schläpfer. Ähnliche Erfolge erreichte ein kanadisches Team langfristig bei sechs Patienten. (ars)


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Dienstag, 15.4.2008, 19:36:39 Uhr

Johanniskraut wird gut akzeptiert


Wirksamkeit bei leichten bis mittelschweren Depressionen ist in Studien belegt

Eine hohe Akzeptanz und eine gute Verträglichkeit - das spricht bei Patienten mit leichten bis mittelschweren Depressionen für eine Phytotherapie. In Vergleichsstudien waren Johanniskraut-Extrakte bei solchen Patienten ähnlich gut wirksam wie synthetische Arzneien.

Viele Menschen lehnen synthetische Antidepressiva ab. Sie fürchten, abhängig zu werden, oder dass sich ihre Persönlichkeit verändert. Phytotherapeutika gelten dagegen als natürlicher und haben eine höhere Akzeptanz. Und bei leichten bis mittelschweren Depressionen ist die Wirksamkeit einer Phytotherapie mit Johanniskraut-Extrakten gut belegt. In Studien linderten die Extrakte Depressionen ähnlich gut wie SSRI.

So waren in einer Studie täglich 900 mg des Hypericum-Extraktes STW3-VI (Laif® 900) bei 388 Patienten mit mittelschwerer Depression ähnlich gut wirksam wie Citalopram (20 mg): In sechs Wochen sank der Wert auf der Hamilton-Depressionsskala (HAMD-17) mit maximal 52 Punkten (schwerste Depression) sowohl mit dem Extrakt als auch mit Citalopram von 22 auf 10,3 Punkte (Psychopharmakotherapie 14, 2007, 65). Ein Vorteil des Präparates: Es ist sehr hoch dosiert und muss nur einmal täglich genommen werden. Ähnlich effektiv ist auch der Extrakt STW3 (Laif® 600). In einer Studie mit 241 Patient war der HAMD-Wert nach zwölf Wochen mit dem Präparat von 22 auf 8,3 Punkte und mit Sertralin (50 mg täglich) von 22 auf 8,1 Punkte gesunken.

Auch WS 5570 (erhältlich als Neuroplant® Aktiv) braucht den Vergleich mit SSRI nicht zu scheuen: In einer Studie mit 251 Patienten wurde die Wirksamkeit des Extrakts (900 mg/ Tag) mit der von Paroxetin (20 mg/ Tag) verglichen. Der HAMD-Wert lag zu Beginn bei über 22 Punkten (mittelschwere Depression). Mit dem Extrakt nahm der Wert in sechs Wochen um 14 Punkte ab, mit Paroxetin um 11 Punkte.
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Dienstag, 15.4.2008, 19:36:01 Uhr

Depressionen werden häufiger, Suizide seltener


Ein in Nürnberg erfolgreiches Präventionsprogramm gibt es jetzt in deutschsprachigen Ländern und europaweit

In Deutschland haben 15 Prozent der Frauen und 8 Prozent der Männer Depressionen. Hierzulande leben damit also etwa vier Millionen Menschen. Im Lauf des Lebens erkrankt jeder Fünfte, jeder zwölfte Erwachsene, der eine Arztpraxis aufsucht, leidet daran.

Einer Prognose zufolge werden Depressionen 2020 in der Statistik der häufigsten Krankheiten weltweit an zweiter Stelle stehen. 1990 waren sie noch auf Rang vier. Als Gründe für den Anstieg vermuten Psychiater unter anderem Arbeitsdruck, Vereinsamung und Auseinanderreißen von Familien durch rasche Ortswechsel.

Die Diagnose einer Depression ist naheliegend, wenn ein Patient über die klassischen Symptome klagt: Er fühlt sich niedergeschlagen und wie versteinert, kann sich zu nichts aufraffen, wacht vor Morgengrauen erschöpft auf, das Essen schmeckt wie Pappe, die Zukunft scheint grau in grau. Tatsächlich gehen zwei Drittel der depressiven Patienten nicht aufgrund psychischer Beschwerden zum Arzt, sondern nennen beim Arztbesuch körperliche Probleme wie Kopf-, Rücken- oder Bauchschmerzen, Schwindel und Zittern.

Erkennen kann der Hausarzt die eigentliche Krankheit mit Fragebögen wie dem Major Depression Inventory (MDI)*. Damit kann er Depressionen zudem in leicht, mittel und schwer einteilen. Mit dem MDI fragt man gemäß ICD-10 nach den drei Hauptsymptomen Stimmung, Antrieb und Interesse. Dann folgen sieben Nebensymptome, etwa: Hatten Sie in den letzten zwei Wochen Schuldgefühle? Fiel es Ihnen schwer, sich zu konzentrieren? Bewertet wird mit Punkten von fünf (ständig) bis null (nie). Erreicht etwa ein Patient bei allen drei Hauptsymptomen vier oder fünf Punkte und bei wenigstens fünf Nebensymptomen einen Wert über drei, liegt eine schwere Depression vor. Zur Abklärung somatischer Ursachen sind körperliche Untersuchung und Labortests ratsam, etwa auf Elektrolyte-Werte, Nüchternblutzucker, Blutbild, BSG, Leber- und Nierenwerte sowie TSH.
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Dienstag, 15.4.2008, 19:35:02 Uhr

Chaotisch, sozial isoliert - daran leiden Erwachsene


ADHS ist bei Erwachsenen schwer zu diagnostizieren / Auf Medikamente sprechen 75 Prozent der Betroffenen an

Auch Erwachsene können ein ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) haben. Die Krankheit wächst sich bei einigen Betroffenen nicht aus. Auch lernen viele nicht, mit den Behinderungen zu leben. Arzneien und Psychotherapie können die Symptome vermindern.
Ein chaotischer Arbeitsstil bringt Erwachsenen mit ADHS immer wieder Probleme. Foto: dpa

Nach Schätzungen leiden bis zu zwei Prozent der Erwachsenen an ADHS. Kernsymptome wie motorische Überaktivität, Aufmerksamkeitsstörungen und mangelnde Impulskontrolle wirken sich bei ihnen anders aus als bei Kindern. Betroffene rennen nicht herum und klettern auf Tische und Stühle.

Auf Nachfrage berichten sie aber von innerer Unruhe und Rastlosigkeit. Urlaub und Freizeit sind oft vollgepackt mit Aktivitäten. Die Patienten können sich nicht entspannen und lassen häufig sogar zum Schlafen den Fernseher eingeschaltet, um sich von dem nicht endenden Gedankenfluss abzulenken.

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Dienstag, 15.4.2008, 19:34:00 Uhr

Störung wird vor allem vererbt und nicht erworben



Die Ursachen von ADHS sind bisher weitgehend unbekannt. Forscher vermuten bei den Kindern vor allem hirnorganische Störungen im Transmittersystem von Dopamin, da Betroffene auf Psychostimulanzien gut ansprechen.

Die Störungen werden wahrscheinlich hauptsächlich durch erbliche Faktoren ausgelöst. Hinweise dafür sind, dass die Symptome bei Jungen bis zu neunmal öfter auftreten als bei Mädchen und dass die Störungen oft auch bei Familienangehörigen eines Patienten vorkommen. Ungünstige Faktoren in der Schwangerschaft wie Alkohol, Rauchen, Frühgeburt oder geringes Geburtsgewicht führen offenbar bei empfänglichen Kindern zu besonders schwerem ADHS.

Umwelt und psychosoziale Bedingungen sind für die Entstehung der Erkrankung hingegen nicht so wichtig wie für andere psychische Störungen, etwa Aggressionen. So tritt ADHS kaum gehäuft bei Kindern aus unteren sozialen Schichten auf. Von Umweltfaktoren hängt es aber ab, wie stark sich ADHS ausprägt und ob die Kinder Ängste, Depressionen, aggressives Verhalten oder andere komorbide Störungen entwickeln. (eis)



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Dienstag, 15.4.2008, 19:33:03 Uhr

Dauertherapie gegen Depressionsrezidiv


Venlafaxin reduziert Rezidivrisiko / Eine Langzeittherapie wird ab der zweiten Episode empfohlen

HAMBURG (nke). Mit jedem Rückfall nach einer depressiven Episode wird ein weiteres Rezidiv wahrscheinlicher. Spezialisten empfehlen daher bereits nach der zweiten oder spätestens nach der dritten depressiven Episode eine Dauertherapie mit Antidepressiva. Mit dem Wirkstoff Venlafaxin lässt sich das Rückfallrisiko deutlich reduzieren.
Eine depressive Verstimmung hat wohl jeder mal. Bei einer manifesten Depression mit Rezidivepisoden ist aber ärztliches Handeln nötig. Foto: ABDA

Das belegt die mehrjährige Studie PREVENT:

Nach dem ersten Jahr kam es bei nur 23 Prozent der 129 mit Venlafaxin (Trevilor® retard) behandelten Patienten zu einem Rückfall. Von den 129 mit Placebo behandelten Patienten hatten 42 Prozent ein Rezidiv, so Dr. Gerhard Roth aus Ostfildern.

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Dienstag, 15.4.2008, 19:32:06 Uhr

Viele Schüler haben psychische Probleme


Ein in Leipzig gestartetes Projekt soll helfen / Bundesweite Erprobung mit Aufklärung in Schulklassen

KASSEL (dpa). Als Kathrin, wie sie selbst sagt, "verrückt wurde", spürte sie erst gar nichts. Wie hinter einer Glasscheibe fühlte sich die Schülerin, abgeschnitten, unverstanden. Als der Druck dann in Aggressionen gegen sie selbst umschlug, schien wieder keiner hinzusehen. Was folgte, war fast eine Psychiatriekarriere. Kein Einzelfall: Psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen treten nach Ansicht von Experten immer häufiger auf. Mit dem Projekt "Verrückt? Na und!" wollen Psychologen gegensteuern.

Der ärztliche Direktor der Kasseler Klinik für Kinderpsychiatrie und -psychotherapie, Dr. Günter Paul, betont, dass die Zahl der psychisch kranken Schüler in den vergangenen zehn Jahren um 20 Prozent gestiegen sei. "Damit leiden die Schüler inzwischen öfter an psychischen Störungen als an Infektionskrankheiten."

Kathrin ist heute 33 Jahre alt. Aus der labilen Schülerin ist eine Frau geworden, die ihre Probleme im Griff hat - dank Hilfe. "Man muss zwar das meiste selbst machen, aber ohne Hilfe geht es nicht", sagt sie. Deshalb arbeitet sie beim Projekt "Verrückt? Na und!" mit. In Leipzig ersonnen, wird es derzeit bundesweit erprobt. Zwei Mitarbeiter des Vereins "Irrsinnig menschlich" beispielsweise gehen in Schulklassen: ein Psychologe und ein früherer Patient. Wer wer ist, erfahren die Schüler erst später - um Vorurteilen vorzubeugen.

"Verrückte gibt’s hier nicht!"
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Dienstag, 15.4.2008, 19:30:57 Uhr

Betreuung von Kindern - da gibt’s oft Depressionen



ROCKVILLE (eb). Sieben Prozent der US-Angestellten haben Depressionen. Die Rate ist in der Kinder- und Altenbetreuung mit elf Prozent am höchsten.

Die zweithöchste Rate weisen Angestellte in der Gastronomie auf. Bei Sozialarbeitern und Angehörigen der Gesundheitsberufe liegt die Rate bei zehn Prozent, am geringsten ist sie mit vier Prozent bei Ingenieuren und Architekten. Doch noch depressiver macht es, keinen Job zu haben: Bei Arbeitslosen liegt die Rate Depressiver bei 13 Prozent, so die US-Behörde für Gesundheitsservice.



Quelle: http://www.aerztezeitung.de/



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Dienstag, 15.4.2008, 19:30:20 Uhr

Ein neues Antidepressivum stört kaum die sexuelle Funktion


Bupropion ähnlich wirksam wie SSRI / Neu in Deutschland, aber weltweit Erfahrungen

BERLIN (mut). Seit diesem Jahr ist Bupropion auch in Deutschland als Antidepressivum verfügbar. In Studien hat sich das Medikament als ähnlich wirksam erwiesen wie moderne Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI). Im Gegensatz zu vielen anderen Antidepressiva kommt es mit der Substanz jedoch nicht zu einer vermehrten Beeinträchtigung der sexuellen Funktion oder zur Sedierung.

Mit Bupropion (Elontril®) gibt es seit dem Frühjahr auch in Deutschland ein Antidepressivum, das spezifisch nicht nur die Noradrenalin-, sondern auch die Dopamin-Wiederaufnahme hemmt. Das Medikament ist besonders für Patienten mit Antriebsschwäche und Adynamie, Müdigkeit und Freudlosigkeit geeignet - also Symptomen, die mit vor allem mit einem Dopamin- und Noradrenalin-Mangel einhergehen. Darauf hat Professor Göran Hajak vom Bezirksklinikum Regensburg hingewiesen. Bupropion ist in Deutschland zwar als Antidepressivum neu, als Zyban® ist es jedoch schon länger zur Raucher-Entwöhnung verfügbar.


Erfahrungen mit Bupropion als Antidepressivum gibt es lange

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Dienstag, 15.4.2008, 19:29:05 Uhr

Stigmatisierung psychisch Kranker nimmt zu



BERLIN (ugr). Das Wissen in der Bevölkerung über psychische Erkrankungen wie Depressionen und Schizophrenie hat in den vergangenen Jahren zwar deutlich zugenommen. Auch werden psychische Erkrankungen nicht mehr so negativ bewertet wie noch vor 20 Jahren. Doch die Einstellung zu den Patienten bleibt von Skepsis geprägt.

"Der Wunsch, sich von psychisch Kranken zu distanzieren, hat sogar deutlich zugenommen", sagte Professor Matthias Angermeyer aus Leipzig bei einem Symposium des Unternehmens Lundbeck.

Angermeyer hat Repräsentativerhebungen seit Anfang der 90er Jahre zu Einstellungen Erwachsener in Deutschland ausgewertet und folgende Trends festgestellt: Depressionen und Schizophrenien werden heute häufiger als solche erkannt, die Psychopharmaka-Therapie stößt auf weniger Ablehnung und die Beliebtheit der Psychotherapie hat noch zugenommen. Zugleich habe damit aber nicht automatisch das Verständnis für die Patienten zugenommen, so Angermeyer.



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Dienstag, 15.4.2008, 19:28:11 Uhr

Hohe Ausgaben für Patienten mit Depressionen



MÜNCHEN (sto). Die Ausgaben für die psychotherapeutische Versorgung von Patienten mit depressiven Störungen haben sich in zehn Jahren von 1,3 Milliarden Euro im Jahr 1994 auf 4,1 Milliarden Euro in 2004 erhöht.

Das seien inzwischen etwa 1,8 Prozent der Gesundheitsausgaben, sagte Professor Hans Joachim Salize vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, bei einer gemeinsamen Fachtagung des BKK Landesverbandes Bayern und der Gmünder Ersatzkasse (GEK) in München.

Etwa die Hälfte der Kosten für die Behandlung von Patienten mit depressiven Störungen entfallen auf die stationäre Versorgung. Weitere hohe volkswirtschaftliche Kosten entstehen durch Arbeitsunfähigkeit, Invalidität und Mortalität, sagte Salize. In der ambulanten haus- und fachärztlichen Versorgung liegen die Kosten eines an Depression Erkrankten bei jährlich etwa 4715 Euro, berichtete Salize über die Ergebnisse einer eigenen Untersuchung auf der Grundlage von Daten einer großen Regionalkasse. Davon entfallen 2541 Euro auf die depressionsspezifische Behandlung und 2174 Euro auf somatische Komorbiditäten.

Nach Schätzungen von Fachleuten werden in Deutschland etwa 50 Prozent der an einer Depression Erkrankten nicht behandelt, erklärte Salize. Würden auch diese Menschen behandelt, sei mit einem weiteren Anstieg der Behandlungskosten zu rechnen.

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Dienstag, 15.4.2008, 19:27:27 Uhr

Depression bei neuropathischen Schmerzen häufig



BERLIN (gvg). Rückenschmerz-Patienten mit neuropathischer Schmerzkomponente haben vermehrt Schlafstörungen, Angsterkrankungen und Depressionen. Sie benötigen daher oft auch eine Therapie aufgrund psychischer Störungen. Ein spezieller Fragebogen hilft, solche Patienten zu erkennen.

Das ergab die Auswertung von über 13 300 Datensätzen von Patienten mit chronischen Schmerzen. Die Daten wurden mit dem painDETECT-Fragebogen in Praxen und Schmerzambulanzen erhoben. Darauf hat Professor Rainer Freynhagen von der Universität Düsseldorf auf einem von Pfizer unterstützten Symposium in Berlin hingewiesen. Etwa 60 Prozent der Patienten hatten chronische Rückenschmerzen, so Freynhagen. Bei etwa jedem dritten Patienten habe es starke Hinweise auf eine neuropathische Schmerzkomponente gegeben.

Freynhagen und seine Kollegen haben nun Rückenschmerz-Patienten mit und ohne neuropathische Schmerzkomponente verglichen. "Es zeigte sich, dass bei sieben von zehn Patienten mit neuropathischen Schmerzen in einem Standard-Fragebogen Hinweise auf eine ausgeprägte Depression gefunden wurden, aber nur bei etwa 30 Prozent der Patienten ohne neuropathische Komponente", so Freynhagen. Bei Panikstörungen war es ähnlich: 17 Prozent der Patienten mit, aber nur vier Prozent ohne neuropathische Schmerzen hatten Panikattacken. Auch Schlaf und Funktionsfähigkeit im Alltag waren bei neuropathischen Schmerzen deutlich schlechter.

Ob neuropathische Schmerzen vorliegen, sei nicht nur für die Schmerztherapie relevant. Bei den Betroffenen müsse auch geschaut werden, ob eine Therapie aufgrund von psychischen Begleiterkrankungen nötig ist, sagte Freynhagen.

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Dienstag, 15.4.2008, 19:26:48 Uhr

Altersbeschwerden kaschieren Depression


Demenz oder Depression? Gründliche Anamnese sorgt bei alten Menschen mit Gedächtnisproblemen für Klarheit

ESSLINGEN (hbr). Bei älteren Patienten ist es oft nicht einfach, eine beginnende Demenz von einer Depression zu unterscheiden - Gedächtnisstörungen treten bei beiden Krankheiten auf. Doch Depressive klagen eher darüber, dagegen bagatellisieren Demenzkranke ihre Probleme. Depressiven geht es abends oft besser, Demenzkranke wirken dann eher noch verwirrter.

Erste diagnostische Hinweise auf eine Depression kann ein kurzer Test liefern: Der Patient wird gefragt, ob er sich im letzten Monat oft niedergeschlagen, traurig oder hoffnungslos gefühlt hat. Außerdem soll er sagen, ob er in dieser Zeit deutlich weniger Lust und Freude an Dingen hatte, die er sonst gerne macht. "Wenn er beide Fragen bejaht, sollte man sich genauer mit ihm befassen", so Professor Wilhelm Niebling von der Universität Freiburg.

Die Diagnose kann bei älteren Patienten aber erschwert sein: Sie wollen oft nicht wahrhaben, dass sie depressiv sind, sagte Niebling bei einem Kongress in Esslingen: "Sie kommen eher mit somatischen Beschwerden in die Praxis, als ungefragt ihre Probleme zu schildern." Zudem können Altersbeschwerden die Symptome kaschieren.

Andere Ursachen müssen also ausgeschlossen werden. Etwa neurologische Krankheiten wie Parkinson. Endokrine Probleme wie eine Schilddrüsen-Unterfunktion können ebenfalls Antriebsmangel oder depressive Verstimmungen bewirken. Oft treten Depressionen auch nach einem Schlaganfall auf.
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Dienstag, 15.4.2008, 19:26:03 Uhr

Antidepressiva: für Krebskranke mehr als Mittel, die die Stimmung aufhellen?



Von Nicola Siegmund-Schultze

Eine lebensbedrohliche Diagnose, eine Op mit sichtbaren Körperschäden, Schmerzen und unerwünschte Folgen von Radio- und Chemotherapie: kein Wunder, dass fast jeder zweite Krebspatient auch Depressionen hat. Die besondere Gefahr: Depressionen reduzieren die Chancen für eine erfolgreiche Krebstherapie.

Nach Studiendaten haben bis zu 46 Prozent der Tumorpatienten auch Depressionen, berichtet Privatdozent Martin Schäfer von den Kliniken Essen-Mitte (Der Onkologe 7, 2007, 632). Und das ist für die Krebstherapie nicht gerade günstig: "Aus Studien ergeben sich Hinweise darauf, dass Depressionen den Erfolg der Tumor-Therapie beeinträchtigen und die Überlebensrate reduzieren", stellt Schäfer fest. So hatte zum Beispiel die retrospektive Analyse von 10 025 Patienten eines US-Surveys ergeben: Die Acht-Jahres-Sterberate von Patienten mit einem Malignom plus Depression liegt um 44 Prozent höher als bei Krebskranken, die nicht depressiv waren (Gen Hosp Psychiatry 5, 2006, 396). In einer anderen Studie fand sich eine dreifach höhere EinJahres-Sterberate für Patienten mit hämatologischen Tumoren und Depressionen als mit ähnlicher somatischer Krankheit ohne Depression.

Schäfer hält es daher für möglich, dass eine antidepressive Therapie die Mortalität bei Krebskranken senken könnte. Belegt ist dies bislang allerdings nicht eindeutig. Erste, aufsehenerregende Daten hatte im Jahr 1989 der Psychiater Professor David Spiegel aus Stanford vorgestellt. Eine psychoonkologische Gruppentherapie habe die Überlebenszeit bei Mammakarzinom im Schnitt auf 36 Monate erhöht und damit fast verdoppelt, berichtete Spiegel damals. Ergebnisse von Folgeuntersuchungen mit ähnlicher Fragestellung waren allerdings widersprüchlich. Eine erfolgreiche antidepressive Therapie hilft jedoch, Schmerzen und Angstzustände zu vermindern und die Krankheit besser zu bewältigen.

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Dienstag, 15.4.2008, 19:25:17 Uhr

Aufklärung verbessert den Therapieerfolg bei Depression


Umfrage bei 250 Patienten und 500 Hausärzten

PARIS (ner). Depressive Patienten sollten wissen, dass körperliche Symptome wie Schmerzen oft Zeichen einer psychischen Erkrankung sind. Dieses Wissen kann den Therapieerfolg verbessern.

"Schmerzen vermindern die Heilungschance bei depressiven Patienten", sagte Dr. Barry Cole von der American Society of Pain Educators. Viele depressive Patienten stellen sich beim Hausarzt zunächst mit Schmerzen vor, der Zusammenhang zu einer Depression werde zunächst häufig übersehen. Dabei sei die Dysregulation der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin sowohl mit der Entstehung von Depressionen verknüpft als auch mit der von Schmerzen. Denn das körpereigene System der endogenen Schmerzhemmung wird maßgeblich über die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin vermittelt, sagte Cole bei einer Veranstaltung der World Organisation of Family Doctors (WONCA) sowie der World Federation for Mental Health (WFMH) in Paris.

Nach Angaben der beiden Organisationen schildern zwei Drittel der Patienten mit Depressionen auch körperliche Beschwerden, zum Beispiel Schmerzen.

WONCA und WFMH haben mit Unterstützung der Unternehmen Eli Lilly und Boehringer Ingelheim über 250 Erwachsene mit Depressionen sowie mehr als 500 Hausärzte in fünf Ländern zu psychischen Symptomen und körperlichen Beschwerden befragt. Demnach sehen mehr als zwei Drittel der Hausärzte mit Erfahrung in der Depressionstherapie Belege für einen Zusammenhang zwischen Schmerzen und Depressionen. 85 Prozent glauben, dass dieses Wissen die Diagnose erleichtere. 63 Prozent befürchten, bei Patienten, die sich mit Schmerzen in der Praxis vorstellen, eine Depression zu übersehen. Von den befragten Patienten, die den Zusammenhang verstanden hatten, gaben 91 Prozent an, sie hätten sich aufgrund dieses Wissens schneller erholt. Dagegen glauben nur 61 Prozent der Patienten, die den Zusammenhang nicht verstehen, dass die Verbindung körperlicher Symptome mit ihrer Depression Auswirkungen auf die Genesungsgeschwindigkeit habe.
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Dienstag, 15.4.2008, 19:24:35 Uhr

Kinder-Ängste wachsen sich nicht aus


Etwa zehn Prozent der 6- bis 16-Jährigen haben eine Angststörung / Starker Prädiktor für spätere Erkrankung

BERLIN (ugr). Angsterkrankungen bei Erwachsenen zeichnen sich oft schon in der Kindheit ab: Die Hälfte aller Angststörungen manifestiert sich bereits vor dem 14. Lebensjahr. Je früher die Kinder erkannt und behandelt werden, umso besser ist die Prognose.

Trennungsängste und Phobien seien häufig schon im Vorschulalter zu erkennen, sagte Professor Jürgen Margraf aus Basel beim Psychiatrie-Kongress in Berlin. Insgesamt sind Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen häufiger als ADHS. In der Schweiz sind über elf Prozent der 6- bis 16-jährigen Kinder und Jugendlichen daran erkrankt, für Deutschland gehen Experten von ähnlichen Zahlen aus.

Margraf: "Angststörungen bei Kindern wachsen sich in der Regel nicht aus. Sie sind stark prädiktiv für eine spätere Angsterkrankung" - und auch für soziale Beeinträchtigungen: Langzeitbeobachtungen haben ergeben, dass Kinder, die unter starken Ängsten litten, später häufiger arbeits- und kinderlos sind, überdurchschnittlich lange im Elternhaus leben und öfter Substanzmissbrauch betreiben als Kinder ohne Angst. Auch Depressionen und kardiovaskuläre Erkrankungen gebe es bei diesen Patienten häufiger, sagte Margraf. "Früherkennung und -intervention bei Kindern mit Angststörungen bedeutet somit eine Prävention psychischer Störungen bei Erwachsenen."

Vom Beginn der Störung bis zur Diagnostik und Therapie vergehen aber meist mehrere Jahre. Denn vielfach klagen die Patienten - sowohl Kinder als auch Erwachsene - in der Sprechstunde eher über somatische Beschwerden wie Bauch- oder Rückenschmerzen, als dass sie ihre Ängste thematisieren. Häufig seien die Störungsbilder auch nicht ausreichend bekannt. Mit einfachen Fragen ("Waren Sie in letzter Zeit besonders nervös oder ängstlich?", "machst Du Dir viele Sorgen?") lasse sich in jeder Altersstufe schnell und zuverlässig feststellen, ob pathologische Ängste vorliegen.
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Dienstag, 15.4.2008, 19:23:51 Uhr

Ratgeber hält Depressive bei der Stange


Infos für Patienten helfen bei der Therapie / Aktuelle Anwendungsbeobachtung

BERLIN (djb). Psychosoziale Betreuung und eingehendes Wissen über ihre Erkrankung kann die Compliance von Patienten mit psychiatrischen Krankheiten und die Wirksamkeit der Therapie verbessern. Dies hat jetzt eine Anwendungs- beobachtung bei depressiven Patienten ergeben.

In 683 vorwiegend neurologischen Praxen wurden 1910 Patienten mit Depressionen zwölf Wochen lang mit dem selektiven Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) Sertralin beta behandelt, berichtete Dr. Wolfgang Niedermaier vom Unternehmen betapharm.

Gleichzeitig erhielten knapp zwei Drittel der Patienten den Patientenratgeber "Depression & Soziales", so Niedermaier auf einer Veranstaltung des Unternehmens beim DGPPN-Kongress in Berlin. Der Ratgeber enthält ausführliche Informationen über den Umgang mit Depressionen und über soziale Aspekte wie Arbeitsunfähigkeit, finanzielle Leistungen, Schwerbehinderung und Rehabilitationsmaßnahmen. Der Ratgeber unterstützt Ärzte bei der psychosozialen Betreuung der Patienten.

Patienten, die den Ratgeber erhalten hatten, nahmen das Medikament signifikant häufiger bis zum Ende der Beobachtungszeit ein, sagte Niedermaier. Die Abbruchraten betrugen mit Ratgeber 5 Prozent, ohne Ratgeber dagegen 10,7 Prozent. Auch die Wirksamkeit der Therapie wurde bei Patienten, die den Ratgeber erhalten hatten, häufiger als sehr gut oder gut beurteilt (94 versus 91 Prozent).
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Dienstag, 15.4.2008, 19:22:08 Uhr

Therapie gegen Depressionen lässt Diabetiker länger leben


Arznei- plus Psychotherapie reduziert Sterberate in fünf Jahren um die Hälfte

PHILADELPHIA (mut). Bei Diabetikern lohnt sich nicht nur der Blick auf den HbA1c-Wert, sondern auch einer auf die Stimmung. Denn mit einer antidepressiven Therapie können Ärzte das Leben von depressiven Diabetikern deutlich verlängern.

Depressionen und Diabetes - diese beiden Krankheiten treten häufig zusammen auf. So kommen Depressionen bei Diabetikern etwa doppelt so oft vor wie in der übrigen Bevölkerung: Nach Schätzungen hat jeder fünfte bis jeder dritte Diabetiker in Deutschland eine Depression. Und depressive Diabetiker sterben besonders früh. Eine Therapie gegen Depressionen ist daher ebenso wichtig wie die antidiabetische Behandlung, berichten Ärzte aus Philadelphia in den USA.

Sie kommen zu diesem Schluss aufgrund einer Studie mit 584 Depressiven, die zu Studienbeginn alle älter als 60 Jahre waren. Von ihnen hatte etwa ein Fünftel Diabetes. Ein Teil der Depressiven erhielt eine antidepressive Therapie (Arznei plus Psychotherapie), die von einem Care-Manager überwacht wurde. Dieser betreute die Patienten intensiv, kontrollierte den Therapie-Erfolg und erkundigte sich nach unerwünschten Wirkungen. Bei den übrigen Patienten wurde den behandelnden Ärzten lediglich die Diagnose Depression mitgeteilt.

Das Ergebnis: Nach im Median 4,3 Jahren waren 29 Prozent der depressiven Diabetiker mit intensiver antidepressiver Therapie gestorben, ohne intensive Betreuung dagegen 45 Prozent. Wurden Faktoren wie Alter und Komorbiditäten berücksichtigt, so war die Sterberate in der Gruppe ohne intensive Therapie sogar doppelt so hoch.
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Dienstag, 15.4.2008, 19:21:17 Uhr

Antidepressivum bessert auch den Schlaf


Neuartiger Wirkstoff lindert depressive Symptome und normalisiert den Tiefschlaf / Patienten werden nicht sediert

BERLIN (gvg). Guter Schlaf ist bei Patienten mit Depressionen ein wichtiger Prädiktor für einen anhaltenden Erfolg der antidepressiven Therapie. Mit der Substanz Agomelatin bessert sich der Schlaf - ohne dass die Patienten sediert werden.

Agomelatin ist ein neuartiges Antidepressivum. Es ist einerseits ein Gegenspieler des Serotonins am 5-HT2-Rezeptor. Andererseits hat es Melatonin-artige Eigenschaften am MT1- und MT2-Rezeptor im Nucleus suprachiasmaticus.

Durch die Wirkmechanismen lindert das Medikament depressive Symptome und wirkt günstig auf den Schlaf-Wach-Rhythmus.

Guter Schlaf fördert bei Depression den Therapieerfolg.
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Dienstag, 15.4.2008, 19:20:28 Uhr

Gen beeinflusst antidepressive Behandlung


Steuerung des Transports

MÜNCHEN (dpa). Warum bei Menschen mit einer bestimmten Genvariante Medikamente gegen Depressionen ohne ausreichende Wirkung bleiben, haben Münchner Forscher nachgewiesen. Das sei ein wichtiger Schritt zu einer individuellen Therapie, teilt das Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München mit.

Eine Voraussetzung für die Wirksamkeit von Psychopharmaka ist, dass sie ins Gehirn gelangen. Institutsdirektor Professor Florian Holsboer hat nachgewiesen, dass der Transport mehrerer Antidepressiva in das Gehirn genetisch programmiert ist. Untersucht wurde das ABCB-1-Gen, das für die Zutrittskontrolle von Medikamenten ins Gehirn von besonderer Bedeutung ist.

Transportermoleküle steuern den Zutritt oder auch Rücktransport von Substanzen. Das ABCB-1- Gen enthält den Bauplan für solch ein Transportmolekül, das P-Glykoprotein, das aktiv Substanzen aus dem Gehirn ins Blut zurück pumpt. Die Auswirkung des von Mensch zu Mensch leicht unterschiedlichen ABCB-1-Gens untersuchten die Forscher bei 443 Patienten.

Menschen mit einer Genvariante hatten eine 2,5-fach höhere Wahrscheinlichkeit, nach vier- bis sechswöchiger Therapie mit vom P-Glykoprotein transportierten Antidepressiva gesund zu sein. Die Studie wird im Wissenschaftsmagazin "Neuron" veröffentlicht.
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Dienstag, 15.4.2008, 19:19:50 Uhr

Einfache Maßnahmen verhindern viele Suizide



Noch immer töten sich in Deutschland etwa 10 000 Menschen pro Jahr selbst. Die Zahl ist zwar seit Jahren rückläufig, könnte aber noch weitaus niedriger sein, wenn der Zugang zu Suizidmethoden erschwert würde. So reduzieren etwa Sicherheitsnetze an Aussichtsplattformen die Suizidrate. Auch ein sensibler Umgang der Medien mit dem Thema kann helfen, Suizide zu verhindern.

Häufig beschrieben ist etwa der Werther-Effekt - die Imitation von Selbsttötungen. Ein solches Nachahmungsverhalten wurde bislang als Risikofaktor unterschätzt, stellte die Psychologin Yvonne Lembach von der Uni Mannheim beim Psychiatriekongress in Berlin fest. Sie hat über 200 Selbsttötungen im Saarland analysiert und mehrere ländliche oder kleinstädtische Orte mit erhöhten Suizidraten identifiziert. Hier kam es gehäuft zu ähnlich gelagerten Suiziden, etwa an Bahngleisen. Solche regionalen Suizidhäufungen zögen oft Folgesuizide im selben Ort oder in Nachbargemeinden nach sich.

Medienberichte: Risikofaktor für Nachahmer-Suizide
Für einen Nachahme-Suizid seien Mundpropaganda oder Berichterstattung in lokalen Medien Risikofaktoren. Präventiv sei es wichtig, Orte mit erhöhter Suizidrate zu lokalisieren und Hausärzte und lokale Medien entsprechend zu sensibilisieren. Besonders bedeutend sei auch die Aufklärung der Angehörigen und die Etablierung niedrig schwelliger Hilfsangebote, da die Hinterbliebenen zwar meist suizidale Anzeichen registrierten, aber unterschätzten.

Die Entschärfung bekannter Suizid-Hot-Spots ist ein weiterer wichtiger Ansatz zur Prävention, wie das Beispiel Bern zeigt: 29 Prozent aller Suizide dort sind auf Sprünge in die Tiefe zurückzuführen. Eine 40 Meter hohe Aussichtsterrasse - die Münsterplattform - wurde hierzu bis vor einigen Jahren oft genutzt. Viele Medienberichte zogen Suizidwillige auch aus dem Umland an. 1998 wurde ein Sicherheitsnetz unterhalb der Plattform angebracht; seitdem ist dort niemand mehr gesprungen. "Entgegen der Erwartung ist es auch an anderen Sprungorten, etwa der Kirchfeldbrücke, zu einem Rückgang der Sprungzahlen gekommen. Damit einher ging auch eine Abnahme der Medienpräsenz", sagte Dr. Thomas Reisch von der Psychiatrischen Uniklinik Bern.
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Dienstag, 15.4.2008, 19:19:16 Uhr

Einfache Maßnahmen verhindern viele Suizide



Noch immer töten sich in Deutschland etwa 10 000 Menschen pro Jahr selbst. Die Zahl ist zwar seit Jahren rückläufig, könnte aber noch weitaus niedriger sein, wenn der Zugang zu Suizidmethoden erschwert würde. So reduzieren etwa Sicherheitsnetze an Aussichtsplattformen die Suizidrate. Auch ein sensibler Umgang der Medien mit dem Thema kann helfen, Suizide zu verhindern.

Häufig beschrieben ist etwa der Werther-Effekt - die Imitation von Selbsttötungen. Ein solches Nachahmungsverhalten wurde bislang als Risikofaktor unterschätzt, stellte die Psychologin Yvonne Lembach von der Uni Mannheim beim Psychiatriekongress in Berlin fest. Sie hat über 200 Selbsttötungen im Saarland analysiert und mehrere ländliche oder kleinstädtische Orte mit erhöhten Suizidraten identifiziert. Hier kam es gehäuft zu ähnlich gelagerten Suiziden, etwa an Bahngleisen. Solche regionalen Suizidhäufungen zögen oft Folgesuizide im selben Ort oder in Nachbargemeinden nach sich.

Medienberichte: Risikofaktor für Nachahmer-Suizide
Für einen Nachahme-Suizid seien Mundpropaganda oder Berichterstattung in lokalen Medien Risikofaktoren. Präventiv sei es wichtig, Orte mit erhöhter Suizidrate zu lokalisieren und Hausärzte und lokale Medien entsprechend zu sensibilisieren. Besonders bedeutend sei auch die Aufklärung der Angehörigen und die Etablierung niedrig schwelliger Hilfsangebote, da die Hinterbliebenen zwar meist suizidale Anzeichen registrierten, aber unterschätzten.

Die Entschärfung bekannter Suizid-Hot-Spots ist ein weiterer wichtiger Ansatz zur Prävention, wie das Beispiel Bern zeigt: 29 Prozent aller Suizide dort sind auf Sprünge in die Tiefe zurückzuführen. Eine 40 Meter hohe Aussichtsterrasse - die Münsterplattform - wurde hierzu bis vor einigen Jahren oft genutzt. Viele Medienberichte zogen Suizidwillige auch aus dem Umland an. 1998 wurde ein Sicherheitsnetz unterhalb der Plattform angebracht; seitdem ist dort niemand mehr gesprungen. "Entgegen der Erwartung ist es auch an anderen Sprungorten, etwa der Kirchfeldbrücke, zu einem Rückgang der Sprungzahlen gekommen. Damit einher ging auch eine Abnahme der Medienpräsenz", sagte Dr. Thomas Reisch von der Psychiatrischen Uniklinik Bern.
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Dienstag, 15.4.2008, 19:17:30 Uhr

Rückenschmerz von der Seele geschrieben


Schreiben Patienten traumatische Erlebnisse auf, tut ihr Rücken nicht mehr so weh

BERLIN (ugr). Schreiben Patienten mit chronischen Rückenschmerzen lange unterdrückte Gedanken und Gefühle auf, gehen die Schmerzen zurück. Das hat eine Studie des Rehabilitationszentrums am Sprudelhof Bad Nauheim ergeben.

Die Ergebnisse sind vor kurzem auf einem Psychiatrie-Kongress in Berlin vorgestellt worden. An der Studie haben 61 stationäre Schmerzpatienten teilgenommen, die seit vielen Jahren unter anhaltenden Rückenschmerzen litten. Innerhalb einer Woche sollten sie in einem ruhigen Therapieraum dreimal 15 Minuten ihre Empfindungen über das bisher traumatischste Ereignis ihres Lebens niederschreiben.

Patienten aus der Kontrollgruppe bearbeiteten dagegen neutrale Themen. Weitere psychotherapeutische Interventionen fanden nicht statt. Als Eingangsdiagnostik sowie zur Veränderungsmessung bei Entlassung und fünf Monate später füllten die Patienten den Fragebogen zur Erhebung der Schmerzverarbeitung (FESV), die SymptomCheckliste SCL-90-R und den Pain Disability Index (PDI) aus.

Bei Patienten, die ihre Gefühle und Erlebnisse aufschrieben, kam es bei allen Skalen zu Verbesserungen. So konnten die Patienten ihre Schmerzen signifikant besser bewältigen. Auch Depressionen und Ängstlichkeit gingen deutlich zurück. Zudem erhöhte sich die körperliche Leistungsfähigkeit. In der Kontrollgruppe gab es dagegen keine signifikanten Änderungen. Die Studienautoren vermuten, dass das expressive Schreiben eine Selbstkonfrontation mit belastenden Erinnerungen anstößt und zugleich einen besseren Umgang mit Gefühlen ermöglicht.
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Dienstag, 15.4.2008, 19:16:09 Uhr

So hängen Herz und Psyche zusammen


Schwere Depressionen sind mit einer dreifachen Erhöhung der kardialen Sterberate verknüpft

Depressionen und kardiovaskuläre Erkrankungen hängen zusammen. Inzwischen wird immer klarer, dass die Zusammenhänge nicht zufällig sind. Vielfältige Erklärungen werden herangezogen von Thrombozyten-Anomalien bis zu Lebensstil. Eins ist klar: Depressionen verschlimmern den Verlauf kardiologischer Erkrankungen. Und erste Studien belegen die Effizienz antidepressiver Therapien bei HerzPatienten.


Von Professor Alexander Glassman

Depressionen und kardiovaskuläre Erkrankungen treten oft zusammen auf. Dafür gibt es seit etwa 15 Jahren genug wissenschaftliche Belege. So wurde in den neunziger Jahren in Studien bei stationär behandelten KHK-Patienten eine Prävalenz schwerer Depressionen zwischen 17 und 27 Prozent gefunden.

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Dienstag, 15.4.2008, 19:15:34 Uhr

So hängen Herz und Psyche zusammen


Schwere Depressionen sind mit einer dreifachen Erhöhung der kardialen Sterberate verknüpft

Depressionen und kardiovaskuläre Erkrankungen hängen zusammen. Inzwischen wird immer klarer, dass die Zusammenhänge nicht zufällig sind. Vielfältige Erklärungen werden herangezogen von Thrombozyten-Anomalien bis zu Lebensstil. Eins ist klar: Depressionen verschlimmern den Verlauf kardiologischer Erkrankungen. Und erste Studien belegen die Effizienz antidepressiver Therapien bei HerzPatienten.


Von Professor Alexander Glassman

Depressionen und kardiovaskuläre Erkrankungen treten oft zusammen auf. Dafür gibt es seit etwa 15 Jahren genug wissenschaftliche Belege. So wurde in den neunziger Jahren in Studien bei stationär behandelten KHK-Patienten eine Prävalenz schwerer Depressionen zwischen 17 und 27 Prozent gefunden.

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Dienstag, 15.4.2008, 19:13:25 Uhr

Britische Ärzte: Sport statt Anti-Depressiva



LONDON (ast). Jeder fünfte britische Hausarzt verschreibt Patienten, die unter leichten Depressionen leiden, lieber sportliche Betätigung anstatt Antidepressiva. Das geht aus aktuellen Zahlen des Londoner Gesundheitsministeriums hervor.

Demnach hat sich die Zahl der Ärzte, die Patienten des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS Sport verordnen, in den vergangenen drei Jahren mehr als vervierfacht. Die Kosten für die Sporttherapie werden indes nicht immer auch von der lokalen NHS-Verwaltung übernommen.

Das kritisieren Patientenverbände. "Die positiven therapeutischen Wirkungen von Sport gerade bei leichten Depressionen sind erwiesen", so ein Sprecher der Mental Health Foundation (MHF) in London. Die MHF verlangt die Kostenübernahme der Bewegungstherapie für alle NHS-Patienten. Das spare jährlich Arzneiausgaben in Millionenhöhe. Britische Hausärzte haben sich dieser Forderung angeschlossen.



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Dienstag, 15.4.2008, 19:10:54 Uhr

Diskussion um Antidepressiva-Therapie


Neue Meta-Analyse: Nur bei schwer Depressiven sind Antidepressiva von Vorteil

HULL (mut). Eine neue Meta-Analyse zu modernen Antidepressiva schlägt derzeit Wellen: Danach sind sie nur bei schwer depressiven Patienten klinisch gut wirksam.

"Forscher bezweifeln die Wirksamkeit von Antidepressiva" lauten derzeit die Schlagzeilen in einigen Medien. Allerdings sind die Ergebnisse der neuen Meta-Analyse britischer Ärzte wenig überraschend: Die Wirksamkeit der Arzneien (drei SSRI und Venlafaxin) war auch in der Analyse von 35 Studien statistisch signifikant (PLoS Medicine 5, 2008, e45).

Allerdings war der Unterschied zwischen Placebo und Verum in den Studien bei mittelschweren Depressionen relativ gering. Erst bei Patienten mit schweren Depressionen war er deutlich ausgeprägt - dies ist auch schon aus anderen Analysen bekannt. Der Grund: Bei leichten und mittelschweren Depressionen ist der Placebo-Effekt relativ hoch, bei schweren Depressionen ist er geringer.

Das Besondere der neuen Analyse: Die Ärzte hatten auch bislang unveröffentlichte Studiendaten berücksichtigt - oft aus Studien, in denen die Arzneien wenig vorteilhaft abschnitten. Insgesamt ergab sich dennoch ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Verum und Placebo von 1,8 Punkten auf der Hamilton-Depressionsskala.
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Dienstag, 15.4.2008, 19:09:15 Uhr

Männer mit wenig Testosteron sind öfter depressiv



PERTH (mut). Männer mit niedrigen Testosteronwerten haben offenbar vermehrt Depressionen. Darauf deutet eine Analyse bei knapp 4000 Männern im Alter von 70 bis 90 Jahren. Von ihnen hatten fünf Prozent Depressionen.

Bei den Depressiven waren die Testosteronwerte im Schnitt deutlich niedriger als bei den nicht Depressiven (Arch Gen Psych 65, 2008, 283). So hatten 41 Prozent der nicht Depressiven Werte über dem kritischen Bereich von 8 ng/dl, aber nur knapp 30 Prozent der Depressiven.

Einen deutlichen Testosteronmangel mit Werten unter 6 ng/dl hatten 19 Prozent der nicht Depressiven, aber 35 Prozent der Depressiven. In Studien soll nun geklärt werden, ob bei diesen Männern ein Hormonersatz die Stimmung bessert.



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Dienstag, 15.4.2008, 19:08:17 Uhr

Schmerzkranke haben oft Angst und Depressionen



FRANKFURT AM MAIN (ner). Schmerzsyndrome und Schlafstörungen beeinflussen sich gegenseitig. So treten bei drei von vier Schmerzpatienten Schlafstörungen auf. Umgekehrt werde das Schmerzempfinden bei gestörtem Schlaf verstärkt und die Vulnerabilität für psychische Krankheiten erhöht, berichten Psychiater.

21 Prozent der chronisch Schmerzkranken haben affektive Störungen wie Depressionen oder Dysthymien und 35 Prozent haben Angststörungen, sagt Professor Hans-Peter Volz aus Werneck. Damit kommen psychische Störungen bei Schmerzpatienten doppelt so häufig vor wie in der Allgemeinbevölkerung.

Aus dem Bundesgesundheitssurvey geht nach Angaben von Volz hervor, dass Angststörungen um so häufiger auftreten, je stärker die Schmerzsymptomatik ist. Auch umgekehrt gelte der Zusammenhang, sagte er bei einer von Pfizer unterstützten Veranstaltung beim Deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt am Main. Es komme also darauf an, bei Schmerzpatienten komorbide psychiatrische Störungen nicht zu übersehen. Allgemeinmediziner und Nervenärzte sollten nicht vergessen, bei depressiven Patienten oder bei Klagen über Schlafstörungen gezielt nach Schmerzsyndromen zu fragen.
Kombitherapie gegen Schmerz und psychische Störungen

Grund für die Komorbiditäten ist nach Angaben des Regensburger Schlafforschers Professor Göran Hajak, dass die Störungen großenteils über gemeinsame neuronale Verbindungen, etwa im aminergen Neurotransmittersystem, gesteuert werden.
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Wirksame Therapien gegen das Stimmungstief

Herzinfarkt und depressiv? Dann ist die Prognose besonders ungünstig

Steigt die Stimmung, lässt der Schmerz nach

Bereits ein kurzes Gespräch gibt Depressiven mehr Zuversicht

Fast jeder zweite HIV-Patient hat Depressionen

Depression beeinträchtigt HIV-Therapie

Depressionen der Eltern schwächen die Kinder

Bei mittelschweren Depressionen hat Johanniskraut Vorteile

Pulsgeber im Gehirn mildert Depressionen

Johanniskraut wird gut akzeptiert





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