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Dienstag, 30.10.2007, 15:57:47 Uhr
BETHESDA (mut). Einen starken antidepressiven Effekt des Alkaloids Scopolamin haben Ärzte aus Bethesda in den USA entdeckt. In einer Pilotstudie mit schwer Depressiven sprachen die meisten der Patienten auf die Therapie an. Bei der Hälfte verschwand die Depression.
Aus Untersuchungen ist bekannt, daß Menschen mit bestimmten Veränderungen im Gen für den Muskarin-Rezeptor ein höheres Risiko für Depressionen haben.
Zudem gibt es Einzelfallberichte von Patienten, die bei einer Therapie mit dem antimuskarinerg wirkenden Scopolamin eine stimmungsaufhellende Wirkung spürten. Aus diesen Gründen haben US-Ärzte jetzt in einer Pilotstudie 18 schwer depressive Patienten mit Scopolamin behandelt (Arch Gen Psychiatry 63, 2006, 1121).
Die Patienten erhielten entweder zunächst Placebo und dann Scopolamin oder umgekehrt. Verabreicht wurden drei Infusionen mit 4 µg/kg Körpergewicht im Abstand von drei bis vier Tagen.
In der Gruppe, die mit Placebo begann, blieb der Wert auf der Montgomery-Asberg-Depression-Rating-Skala (MADRS) zunächst unverändert bei über 30 Punkten (schwere Depression), sankt dann mit Scopolamin auf unter 15 Punkte. In der Gruppe, die mit Scopolamin begann, fiel der Wert innerhalb einer Woche unter 15 Punkte und blieb dort nach Wechsel auf Placebo. ...
Dienstag, 30.10.2007, 15:57:25 Uhr
ROSTOCK (dpa). Gesellschaftliche Veränderungen haben nach Ansicht der Psychiaterin Dr. Sabine Herpertz dazu geführt, daß fast jeder fünfte Mensch in Deutschland im Lauf seines Lebens eine Depression bekommt.
Anläßlich einer Psychiater-Tagung in Rostock wies sie darauf hin, daß etwa die wachsende Mobilität zu Vereinsamung führe, weil Familien auseinander gerissen werden. Ursache von Depressionen sei oft auch der Druck am Arbeitsplatz. Herpertz rät, mit Streßbewältigung und Sport Depressionen vorzubeugen.
Dienstag, 30.10.2007, 15:57:07 Uhr
Stimmungstiefs beeinträchtigen die Lebensqualität fast so stark wie motorische Störungen / Umfrage bei 500 Parkinson-Patienten
AMSTERDAM (djb). Schätzungsweise 80 Prozent der Parkinson-Patienten haben häufig oder gelegentlich depressive Symptome. Nach Daten einer Umfrage wird die Lebensqualität der Betroffenen dabei zum Teil fast so stark beeinträchtigt wie durch die motorischen Parkinson-Symptome.
In der Untersuchung der European Parkinson's Disease Association (EPDA) wurden 500 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Parkinson-Krankheit in 15minütigen Telefoninterviews nach ihren Beschwerden befragt.
Ebenso wurden 500 Neurologen aus fünf EU-Ländern gebeten, nicht-motorische Parkinson-Symptome bei ihren Patienten zu beurteilen. Die Ergebnisse hat die EPDA-Präsidentin Mary G. Baker aus Kent in Großbritannien jetzt in Amsterdam in den Niederlanden vorgestellt.
Häufige oder gelegentliche depressive Symptome seien von den Patienten mit 84 Prozent fast so häufig genannt wie motorische Störungen (94 Prozent) genannt worden, sagte Baker auf einer Veranstaltung des Unternehmens Boehringer Ingelheim. ...
Dienstag, 30.10.2007, 15:56:47 Uhr
Werden Frauen erfolgreich antidepressiv behandelt, gehen bei ihren Kindern psychische Störungen zurück
NEW YORK (mut). Holt man depressive Mütter erfolgreich aus dem Stimmungstief, profitieren auch ihre Kinder deutlich davon: Auch bei ihnen gehen dann Depressionen, Angststörungen und Verhaltensauffälligkeiten zurück.
Darauf deuten Daten einer US-Studie mit 114 Mutter-Kind-Paaren, bei denen die Mütter aufgrund einer Depression medikamentös behandelt wurden (JAMA 295, 2006, 1389). Mütter und Kinder wurden vor Therapiebeginn und drei Monate danach untersucht; die Ausprägung psychischer Störungen wurde dabei in entsprechenden Skalen dokumentiert. Die Kinder waren zwischen sieben und 17 Jahre alt.
Das Ergebnis: Insgesamt kam es bei 38 Müttern (33 Prozent) zu einer Remission. Zwölf dieser Mütter hatten Kinder, die zu Beginn der Studie ebenfalls eine psychische Störung hatten. Nach dreimonatiger antidepressiver Therapie der Mütter traf das nur noch für acht Kinder zu. In der Gruppe mit Müttern ohne Remission hatten 25 Kinder zu Beginn der Studie eine psychische Störung, nach drei Monaten waren es 30.
Eine erfolgreiche antidepressive Therapie konnte aber auch psychische Störungen verhindern: Bei Müttern ohne Remission kam es bei acht Kindern (17 Prozent) innerhalb der drei Monate erstmals zu einer psychischen Störung. Dagegen waren bei Kindern von Müttern, die zum Studien-Ende keine Depression mehr hatten, keine psychischen Störungen neu aufgetreten. Die Autoren vermuten, daß depressive Väter das Wohlbefinden der Kinder ähnlich schlecht beeinflussen. Konsequente Therapie der Eltern könne daher Kinder vor psychischen Krankheiten schützen. ...
Dienstag, 30.10.2007, 15:56:30 Uhr
Hypericum-Extrakt gegen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) getestet / Option bei mittelschwerer Depression ESSEN (mut). Die Wirksamkeit von Johanniskraut bei mittelschwerer Depression wurde jetzt in einer neuen Vergleichsstudie belegt. Dabei war eine Therapie mit dem Hypericum-Extrakt STW3-VI ähnlich effektiv wie eine Therapie mit Citalopram. Beide Therapieformen waren einem Scheinmedikament jeweils deutlich überlegen.
An der Doppel-Blindstudie nahmen insgesamt 388 Patienten teil, die eine mittelschwere Depression hatten - der Wert auf der 52 Punkte umfassenden Hamilton-Depressionskala (HAMD-17) lag zu Beginn bei 22 Punkten. Ein Drittel der Patienten erhielt einmal täglich 900 mg des Johanniskraut-Extraktes STW3-VI (in Deutschland als Laif® 900 erhältlich), ein Drittel bekam die übliche Tagesdosis (20 mg) des selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmers Citalopram. Ein weiteres Drittel erhielt Placebo. Die Therapie dauerte sechs Wochen.
Die Ergebnisse: Sowohl mit dem Johanniskraut-Extrakt als auch mit Citalopram war der HAMD-Wert beim Studienende von 22 auf jeweils 10,3 Punkte gesunken, mit Placebo dagegen nur auf 13 Punkte ("Pharmacopsychiatry" 39, 2006, 66). Die Ansprechrate lag mit Johanniskraut bei 54 Prozent, mit Citalopram war sie ähnlich hoch (56 Prozent), mit Placebo lag sie bei 39 Prozent.
Definiert ist die Ansprechrate als eine Reduktion des Punktwertes auf der HAMD-Skala um mindestens 50 Prozent. Unerwünschte Wirkungen, die auf die Studienmedikation zurückgeführt wurden, waren mit Hypericum deutlich seltener als mit Citalopram (3,4 versus 10,6 Prozent). Mit Placebo traten unerwünschte Effekte bei 5,7 Prozent der Patienten auf.
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Dienstag, 30.10.2007, 15:56:08 Uhr
Neues Kompendium der Gmünder Ersatzkasse zu Epidemiologie und Versorgung BERLIN (te). Depression ist in der Bevölkerung inzwischen weiter verbreitet als die Volkskrankheit Diabetes. Dabei ist die Hospitalisierung bei Menschen mit schweren Depressionen zwischen 2000 und 2004 um 40 Prozent gestiegen.
Dies geht aus den Daten zur Epidemiologie und Versorgung hervor, die ein Wissenschaftler-Team im Auftrag der Gmünder Ersatzkasse zusammengetragen und ausgewertet haben. Der erste Band der neuen Wissenschaftlichen Reihe der GEK wurde gestern in Berlin vorgestellt.
"Geld macht eben doch glücklicher", bilanziert Anke Bramesfeld von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) eines der Untersuchungsergebnisse für das Kompendium der GEK. Die Mitherausgeberin hat die sozioökonomischen Bedingungen untersucht und herausgefunden, daß Depressionen bei Menschen mit höherem Einkommen offenbar seltener vorkommen.
Ziel der Autoren war es, medizinische, ökonomische und gesellschaftliche Aspekte der Krankheit zu verbinden. So wird deutlich, daß das mittlere Ersterkrankungsalter bei 31 Jahren liegt. Je älter die Versicherten werden, desto häufiger wird Depression diagnostiziert. Jeder vierte Betroffene wird zumindest einmal stationär behandelt.
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Dienstag, 30.10.2007, 15:55:45 Uhr
Antidepressiva sollten körperliche Beschwerden nehmen WIESBADEN (ner). Jeder dritte Patient mit Depressionen leidet bereits länger als fünf Jahre vor Diagnosestellung an körperlichen Symptomen.
Etwa vier Millionen Menschen in der Bundesrepublik haben eine behandlungsbedürftige Depression. 60 bis 70 Prozent von ihnen befinden sich in hausärztlicher Obhut. Darauf hat Dr. Bernd Sponheim aus Wismar in Wiesbaden hingewiesen.
Es sei daher wichtig, auf Vorboten einer Depression zu achten, so Sponheim bei einer Pressekonferenz der Unternehmen Boehringer Ingelheim und Lilly. Dabei sind körperliche Beschwerden bedeutsam, etwa Kopf- und Rückenschmerzen, diffuse abdominelle oder Ganzkörperschmerzen.
Behandlungsziel sollte die Beschwerdefreiheit sein, forderte der Psychiater. Denn wenn körperliche Symptome zurückbleiben, neigen die Patienten dreimal öfter zu erneuten depressiven Episoden als Patienten, die beschwerdefrei geworden sind.
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Dienstag, 30.10.2007, 15:55:26 Uhr
WIESBADEN (ner). Depressionen tun auch weh. Oft äußern sie sich zunächst als eine schwer faßbare Schmerzsymptomatik. Mit einer geeigneten Therapiestrategie können viele der betroffenen Patienten beschwerdefrei werden und wieder am Arbeitsleben teilnehmen.
Depressive Menschen seien krank von Kopf bis Fuß, sagte der Psychiater Dr. Bernd Sponheim aus Wismar beim Internistenkongreß in Wiesbaden. Mit der Zahl der körperlichen Symptome nehme die Wahrscheinlichkeit zu, daß eine Depression vorliege, sagte Sponheim bei einer Veranstaltung von Boehringer Ingelheim und Lilly.
Häufig klagen die Patienten über Kopf-, Rücken- oder abdominelle Schmerzen, verbunden mit Schlafstörungen und Appetitlosigkeit. Typisch seien häufig wechselnde Beschwerden.
Allerdings sehen drei von vier Patienten keinen Zusammenhang zwischen körperlichen Beschwerden und einer Depression, wie eine Umfrage der World Federation of Mental Health ergeben hat. Dies verzögert die Diagnose der Depression.
Der selektive Noradrenalin- und Serotoninwiederaufnahme-Hemmer Duloxetin (Cymbalta®) sei auch bei körperlich schmerzhaften Depressionen gut wirksam, so Sponheim. Grund dafür sei womöglich eine gemeinsame neurochemische Dysregulation von Depressionen und Schmerzen. ...
Dienstag, 30.10.2007, 15:55:04 Uhr
DÜSSELDORF (skh). Zehn Prozent der Patienten in deutschen Allgemeinarztpraxen haben eine depressive Störung. Die Mehrheit dieser Patienten kommt jedoch nicht wegen niedergedrückter Stimmung, sondern wegen körperlicher Beschwerden zum Arzt.
Das ist in einer Metaanalyse von 13 Studien aus den Jahren 1993 bis 2005 belegt worden. Wie häufig eine Depression diagnostiziert wird, hängt außerdem von den verwendeten Kriterien ab. So diagnostizierten Hausärzte bei acht Prozent ihrer Patienten eine Depression nach DSM-IV. Wurde ICD-10 zugrunde gelegt, lag die Rate der depressiven Patienten bei 8 bis 17 Prozent (Z Allg Med 81, 482).
In den einzelnen Studien wurden Patienten aus Hausarztpraxen mit validierten Fragebögen auf depressive Erkrankungen getestet. Die Testergebnisse wurden dann mit dem Befund der Hausärzte verglichen. Bei 85 Prozent der Patienten mit schweren depressiven Störungen lagen die Hausärzte mit ihrer Diagnose richtig. Zwölf Prozent der Patienten schätzte der Hausarzt falsch positiv ein.
Depression als Konsultationsgrund gaben nur fünf Prozent der depressiven Patienten an. 57 Prozent dagegen waren wegen körperlicher Beschwerden in die Praxis gekommen.
Dienstag, 30.10.2007, 15:54:42 Uhr
Aktuelle Metaanalyse bestätigt gute Verträglichkeit
MÜNCHEN (wst). Bei depressiven und psychovegetativen Störungen von Kindern und Jugendlichen werden pflanzliche Präparate von den meisten Eltern eher akzeptiert als synthetische Präparate. Ergebnisse von Anwendungsbeobachtungen sprechen für eine gute Wirksamkeit für standardisierte Johanniskraut-Präparate bei Jugendlichen.
Darauf hat Dr. Marcus Mannel, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, aus Berlin hingewiesen. Auf einer Pressekonferenz des Unternehmens Lichtwer Healthcare in München stellte Mannel eine multizentrische Anwendungsbeobachtung mit 101 Kindern unter 12 Jahren vor.
Sie hatten aufgrund depressiver oder psychovegetativer Symptome vier bis sechs Wochen lang täglich 300 bis 1800 mg des Johanniskrautpräparates LI 160 (Jarsin®) erhalten. Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden alle zwei Wochen von Ärzten und Eltern beurteilt.
Die Wirksamkeit wurde schon nach 2 Wochen bei 72 Prozent der Kinder als gut oder sehr gut eingeschätzt. Nach vier Wochen wurde das gleiche Urteil für 97 Prozent der Kinder und nach sechs Wochen sogar für alle Kinder abgegeben. ...
Dienstag, 30.10.2007, 15:54:23 Uhr
Patienten mit atypischer Depression können auf positive Ereignisse reagieren, einigermaßen schlafen und essen
MÜNCHEN (wst/mut). Johanniskraut-Extrakte haben sich bei leichten und mittelschweren Depressionen bewährt. Eine Studie hat jetzt auch eine gute Wirksamkeit bei atypischer Depression ergeben.
In der Praxis haben Ärzte oft mit Patienten zu tun, deren leichte depressive Störungen sich in einigen Punkten von typischen Depressionen unterscheiden. Solche Patienten sind keineswegs immer niedergeschlagen, ihre Stimmung läßt sich durch positive Ereignisse aufhellen, sie bleiben aber empfindlich für Zurückweisungen und Kränkungen.
Im Unterschied zu klassisch Depressiven können die Patienten noch auf Gefühle reagieren und auf positive Stimuli hin durchaus Freude empfinden, wie der Psychiater Professor Hans-Peter Volz aus Werneck berichtet hat. Die Patienten schliefen mehr und neigten - anders als Patienten mit klassischer Depression - eher zu Gewichtszunahme als -abnahme.
Bei der Therapie solcher Patienten sind auch Hypericum-Extrakte eine Option. So ergab eine Studie für das Johanniskraut-Präparat LI 160 (in Deutschland als Jarsin® erhältlich) eine gute Wirksamkeit, sagte Volz auf einer Veranstaltung von Lichtwer Healthcare in München. An der Placebo-kontrollierten Studie nahmen 100 Patienten mit leichter und 100 mit mittelschwerer atypischer Depression teil. Aufgeteilt in zwei gleich große Gruppen, erhielten die Patienten acht Wochen lang entweder zweimal täglich 300 mg LI 160 oder Placebo. ...
Dienstag, 30.10.2007, 15:54:05 Uhr
Streß vor Op verschlechtert Immunstatus / Gefährlich: entzündungshemmende Faktoren im Blut zu Sepsisbeginn
BERLIN (mut). Starker Streß und Depressionen bei Patienten erhöhen vielleicht das Risiko für eine tödlich verlaufende Sepsis nach einer Op. Denn Streß schwächt das Immunsystem zusätzlich.
Patienten mit einer Sepsis sterben häufiger an Organversagen durch einenen Zusammenbruch des Immunsystems als durch einen septischen Schock. Darauf hat Professor Christine Schütt von der Uni Greifswald beim Hauptstadtkongreß hingewiesen.
So kommt es mit Beginn einer Sepsis zwar zunächst zu einer überschießenden Entzündungsreaktion, die einen septischen Schock auslösen kann, nach kurzer Zeit kippen die Patienten jedoch in einen Zustand, in dem anti-entzündliche Prozesse überwiegen. Gelingt es nicht, Patienten wieder rasch aus diesem Zustand zu holen, können sie an den Folgen einer Immunparalyse sterben.
Werden bei Patienten bereits zu Beginn der Sepsis überwiegend entzündungshemmende Faktoren im Blut festgestellt, so ist das Risiko hoch, daß während der Sepsis das Immunsystem zusammenbricht, erläuterte Schütt. ...
Dienstag, 30.10.2007, 15:53:45 Uhr
Junge Patienten haben mehr Stimmungsschwankungen als Erwachsene / Plädoyer für frühe Therapie
PITTSBURGH (ner/mut). Eine bipolare Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen verläuft oft schwerer als bei Erwachsenen. Aktuellen Studiendaten zufolge haben erkrankte Kinder und Jugendliche häufiger Stimmungsschwankungen und wechseln öfter zwischen manischen und depressiven Phasen.
Bislang gibt es nur wenige Daten zum Verlauf von bipolaren Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Mit der COBY-Studie (Course and Outcome of Bipolar Illness in Youth) haben Dr. Boris Birmaher und seine Kollegen aus Pittsburgh im US-Staat Pennsylvania den Krankheitsverlauf erstmals bei einer größeren Gruppe prospektiv untersucht.
Es nahmen 263 Kindern und Jugendliche zwischen 7 und 17 Jahren teil, die eine bipolare Störung hatten. Die Daten wurden über zwei Jahre erhoben und dann mit denen von 150 Erwachsenen verglichen. Der Zustand der Patienten wurde mit mehreren psychiatrischen Skalen erfaßt (Arch Gen Psychiatry 63, 2006, 175).
Ergebnis: Es werden zwar 70 Prozent der jungen Patienten nach einer depressiven oder manischen Episode symptomfrei. Aber jeder zweite Patient hat innerhalb von zwei Jahren mindestens eine neue Episode, meist Depressionen. Insgesamt waren nach den Studiendaten Kinder und Jugendliche 40 Prozent der Studiendauer symptomfrei, Erwachsene 53 Prozent. Erwachsene hatten im Schnitt sechs ausgeprägte Stimmungsschwankungen pro Jahr, Kinder und Jugendliche dagegen 20. ...
Dienstag, 30.10.2007, 15:53:30 Uhr
BERLIN (dpa). Die Zahl der Klinikpatienten mit Depressionen ist nach Daten der Gmünder Ersatzkasse (GEK) in den vergangenen vier Jahren um 40 Prozent gestiegen.
Insgesamt sei 2004 bei fast zehn Prozent der GEK-versicherten Frauen und knapp vier Prozent der versicherten Männer die Diagnose Depression gestellt worden, so die Kasse.
Als Ursachen für den Anstieg wurden steigende wirtschaftliche Belastungen und zunehmender Streß genannt, aber auch ungesunder Lebensstil.
Dienstag, 30.10.2007, 15:53:15 Uhr
Experten sehen Unterversorgung in der Psycho- und Arzneitherapie / Hohe Suizidrate in der älteren Generation
BERLIN (te). Nur jeder zehnte alte Mensch mit Depressionen wird ausreichend behandelt. Ärzte und Psychologen warnen vor den Folgen. So entfallen 40 Prozent aller Selbsttötungen inzwischen auf ältere Menschen, überwiegend Männer. Ursächlich dafür könnte eine fatalistische Einstellung der Betroffenen, aber auch von Ärzten sein, Depression als eine normale Begleiterscheinung des Alterns anzusehen.
Fragt man die eigene Großmutter, gibt es eine typische Antwort: "Ich hab' doch nichts am Kopf". Die Vorstellung, einen Psychotherapeuten zu konsultieren, ist vielen alten Menschen fremd.
Wenn Schlafstörungen, depressive Gedanken, Angst oder Appetitlosigkeit den Alltag beeinträchtigen, meinen viele Betroffene, daß dies mit dem Alter an sich zu tun hat oder mit den Krankheiten, deretwegen sie bereits in Behandlung sind. Selten aber wird ein Psychologe konsultiert, sei es, weil die ältere Generation keinen Umgang damit kennt oder der Einzelne "depressiv" mit "dement" verwechselt. Wachsamkeit statt Fatalismus
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Dienstag, 30.10.2007, 15:52:53 Uhr
Mit Beratung über Wirkungsweise von Antidepressiva läßt sich Compliance verbessern
FREISING (wst). Sich einzugestehen, daß sie eine Depression haben, also eine psychische Krankheit, fällt vielen Patienten immer noch schwerer, als ein körperliches Leiden zu akzeptieren. Schon ein paar aufklärende Worte des Arztes können den Betroffenen aber helfen die Krankheit zu akzeptieren und so die Compliance zu verbessern.
Wird eine Depression festgestellt, sollte die Mitteilung dieser Diagnose immer in eine ausreichende Aufklärung eingebettet werden. Darauf hat Professor Gerd Laux vom Bezirksklinikum Gabersee hingewiesen.
Die Patienten sollten erfahren, daß die Depression eine weit verbreitete Erkrankung und keine Schande ist. Sie müssen wissen, daß Depressionen heute medikamentös gut in den Griff zu bekommen sind und daß die Prognose mit den heute verfügbaren Therapien gut ist, sagte Laux auf einer Veranstaltung des Unternehmens Lundbeck in Freising.
Zu Beginn einer medikamentösen Therapie, sind die Patienten unbedingt darauf hinzuweisen, daß die Wirkung von Antidepressiva erst nach zwei bis drei Wochen eintritt, rät Laux. Zudem sollten sie wissen, daß die Medikamente mehrere Monate, bei häufigen Rezidiven sogar mehrere Jahre genommen werden müssen. ...
Dienstag, 30.10.2007, 15:52:30 Uhr
BERLIN (ddp.vwd). Mehr als 11 000 Menschen nehmen sich in Deutschland jedes Jahr das Leben.
Damit gebe es mehr Suizide als Tote durch Verkehrsunfälle, illegale Drogen, Aids und Gewalttaten zusammen, so Armin Schmidtke vom Nationalen Suizid Präventionsprogramm. Durchschnittlich alle 47 Minuten töte sich eine Person selbst.
2004 hat es in Deutschland 10 733 Suizide gegeben - davon 7939 bei Männern und 2794 bei Frauen. Selbstmorde seien bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zweithäufigste Todesursache nach Verkehrsunfällen, so Schmidtke. In den vergangenen Jahren ist die Zahl von Suiziden alter Menschen überproportional gestiegen.
Weitere Infos: www.suizidpraevention-deutschland.de
Dienstag, 30.10.2007, 15:52:15 Uhr
Mit acht Wochen Therapie wurden in einer Studie 46 Prozent der Patienten symptomfrei
FREISING (wst). Mit einer antidepressiven Therapie sollte man versuchen, die Patienten möglichst rasch und vollständig in Remission zu bringen. Nur die Symptome etwas zu lindern, greift zu kurz. Denn zum einen leiden die Patienten dann auch weiterhin an der Krankheit. Zum anderen erhöht die Restsymptomatik das Risiko für einen schweren Rückfall.
Darauf hat Professor Gerd Laux von der Bezirksklinik Gabersee bei Wasserburg hingewiesen. Bei Studien-Ergebnissen, die die Wirksamkeit eines Antidepressivums belegen, müsse deshalb immer darauf geachtet werden, ob sich die vorgestellten Zahlen tatsächlich auf Remissionsraten beziehen, also auf den Anteil der Patienten, bei denen sich der Gemütszustand normalisiert, oder ob nur Ansprechraten genannt werden - das ist in der Regel der Anteil der Patienten, bei denen die Symptome auf Depressionsskalen um mindestens 50 Prozent zurückgehen.
So komme es in klinischen Akuttherapie-Studien mit Antidepressiva oft zu Ansprechraten von etwa zwei Dritteln, dagegen liegen die Remissionsraten häufig nur bei einem Drittel, sagte Laux auf einer Veranstaltung des Unternehmens Lundbeck in Freising.
Durch die Fortentwicklung bewährter Antidepressiva sei es gelungen, sowohl Ansprech- als auch Remissionsraten zu steigern. So verfügt Escitalopram (Cipralex®), das pharmakologisch wirksame Enantiomer von Citalopram, über eine hohe Bindungsaffinität am Serotonin-Transporter der präsynaptischen Zelle und bewirkt damit eine sehr effektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmung. ...
Dienstag, 30.10.2007, 15:51:54 Uhr
Ungleichmäßige Hormonspiegel könnten Ursache für erhöhte Depressionsrate bei Frauen sein
GRÜNWALD (sto). Frauen erkranken doppelt so häufig an Depressionen wie Männer. Ein möglicher Grund: Frauen sind durch Geburt, Schwangerschaft und Menopause hormonellen Veränderungen ausgesetzt, die sich auch psychisch auswirken können.
Die möglichen Ursachen für geschlechtsspezifische Unterschiede bei vielen psychischen Störungen reichen von biologischen Unterschieden im ZNS über hormonelle Einflüsse und soziobiographische Faktoren bis hin zur unterschiedlichen Wahrnehmung von Symptomen. Darauf hat Professor Anke Rohde von der Universitätsfrauenklinik in Bonn bei den Grünwalder Gesprächen hingewiesen. Frauen könne es zudem leichter fallen, wegen einer Depression einen Arzt aufzusuchen als Männern.
Auch seien der Menstruationszyklus, eine Schwangerschaft, die Zeit nach der Entbindung, der Eintritt in die Wechseljahre sowie eine eventuell erforderliche Hormonersatztherapie Situationen, in denen manche Frauen ausgeprägte psychische Veränderungen haben, sagte Rohde bei der von Wyeth Pharma unterstützten Veranstaltung.
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Dienstag, 30.10.2007, 15:51:35 Uhr
BAD SCHWARTAU (eb). Die Gefahr einer Photosensibilisierung durch Johanniskraut-Extrakte wird möglicherweise überschätzt. Darauf deuten Daten von zwei kleinen offenen Studien mit jeweils 20 gesunden Männern.
Darin erhielten die Teilnehmer täglich 612 mg des Johanniskraut-Extrakt STW3 (Laif® 600) oder 900 mg des Extraktes STW 3-VI (Laif® 900). Hautpartien wurden vor Studienbeginn und nach 14 Tagen Therapie mit künstlichem Sonnenlicht bestrahlt.
Als Maß für die Lichtempfindlichkeit der Haut diente die minimale Erythem-Dosis (MED). Die MED ist die UV-Dosis, die gerade noch ausreicht, um ein wahrnehmbares Erythem eine bestimmte Zeit nach Bestrahlung zu erkennen. Primärer Endpunkt war der MED-Wert 24 Stunden nach Bestrahlung (MED24).
Das Ergebnis: Mit STW3 hatte der MED24 bei 12 von 20 Personen abgenommen - das bedeutet, die Lichtempfindlichkeit hatte zugenommen. Bei acht Personen hatte die Lichtempfindlichkeit dagegen abgenommen. Im Schnitt hatte sich der MED24 jedoch kaum verändert, der Unterschied zum MED24 vor Therapiebeginn war nicht signifikant.
Einen signifikanten Unterschied gab es nur beim MED48: Er fiel von 26,8 mJ/cm2 auf 21,4 mJ/cm2. Ähnliche Ergebnisse lieferte die Studie mit STW3-VI. Die Lichtempfindlichkeit, bezogen auf den MED24, nahm bei 13 von 20 Personen zu, bei 6 nahm sie jedoch ab. Im Schnitt fiel der Wert während der Therapie um 2,4 mJ/cm2, der Unterschied war aber nicht signifikant (Arzneim Forsch / Drug Res 56, 2006, 212). ...
Dienstag, 30.10.2007, 15:51:13 Uhr
Vor 50 Jahren hat der Arzt Klaus Thomas die Telefonseelsorge gegründet / 7000 ehrenamtliche Mitarbeiter / Zwei Millionen Anrufe pro Jahr
HAMBURG (dpa). Sie sind Kummerkasten, Prellbock, Spiegelbild und manchmal Lebensretter. Und ihr Lohn ist der Dank von Menschen, deren Verzweiflung, Angst, Liebeskummer oder Einsamkeit sie hin und wieder lindern können. 7000 ehrenamtliche Mitarbeiter der Telefonseelsorge kümmern sich jährlich um etwa zwei Millionen Anrufer. Einfühlsame, sensible Zuhörer sind die Mitarbeiter der Telefonseelsorge wie Friederike Jordt in Bremen. Foto: dpa
Sie hören Frauen, Männern und Kindern zu, die keinen anderen Ausweg mehr wissen - anonym, kostenlos, rund um die Uhr und ohne Tabus. Seit inzwischen 50 Jahren existieren in Deutschland die Notfallnummern für Menschen in der Krise. Das Jubiläum wird am 16. September mit einem Festgottesdienst im Berliner Dom gefeiert.
Die 1956 vom Berliner Arzt, Pfarrer und Psychotherapeuten Klaus Thomas gegründete Telefonseelsorge ist längst nicht mehr nur eine "Lebensmüdenbetreuung". In Deutschland existieren 105 Einrichtungen, die meisten davon in gemeinsamer Trägerschaft von evangelischer und katholischer Kirche. Seit die Deutsche Telekom am 1. Juli 1997 die Kosten für sämtliche Gespräche übernommen hat, sind die Anrufe gebührenfrei. ...
Dienstag, 30.10.2007, 15:50:38 Uhr
Depressionen und motorische Beschwerden bei Parkinson-Patienten gelindert AMSTERDAM (djb). Parkinson ist nicht nur eine motorische Störung. 20 bis 30 Prozent der Patienten entwickeln eine Demenz, 40 Prozent haben Schlafstörungen, bei über 80 Prozent treten auch Depressionen auf. Eine Therapie mit dem Dopamin-Agonisten Pramipexol lindert nicht nur motorische Beschwerden, sondern auch Depressionen.
Bei Parkinson wird die Lebensqualität nur zu etwa 60 Prozent von Tremor, Rigor oder Dyskinesien bestimmt. Zu 40 Prozent wird sie von nicht-motorischen Symptomen, vor allem Depression, beeinträchtigt, sagt Professor Paolo Barone aus Neapel. Ein Vorteil könne dann die Therapie mit dem nicht-ergolinen Dopamin-Agonisten Pramipexol (Sifrol®) sein, so Barone bei einer von Boehringer Ingelheim unterstützten Veranstaltung.
In einer offenen, randomisierten Untersuchung wurde jetzt die Wirkung von Pramipexol mit der des Antidepressivums Sertralin bei 67 Parkinson-Patienten verglichen. Die Patienten hatten eine Depression, aber keine motorischen Komplikationen wie Fluktuationen oder Dyskinesien und waren unter einer L-Dopa-Therapie stabil.
Sie erhielten 14 Wochen lang den Dopamin-Agonisten (1,5 bis 4,5 mg pro Tag) oder das Antidepressivum (50 mg pro Tag). In beiden Gruppen nahmen die Werte auf der Hamilton-Depressionsskala (maximal 52 Punkte) signifikant im Vergleich zum Ausgangswert ab, und zwar um 10,8 Punkte mit Pramipexol und um 9 Punkte mit Sertralin.
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Dienstag, 30.10.2007, 15:50:15 Uhr
MÜNSTER (dpa). Die Zahl der HIV-Infizierten mit Depressionen nimmt nach Einschätzung von Experten zu. Gründe seien, daß die Patienten aufgrund der guten Therapien und längeren Lebenszeiten heute viel länger als früher den Problemen ihres sozialen Umfeldes ausgesetzt seien, aber auch die mit den längeren Therapiezeiten verknüpften Nebenwirkungen, sagte Professor Ingo Husstedt von der Uniklinik Münster beim "Münsteraner Tag der HIV-Infektion 2006". Genaue Zahlen nannte er nicht.
Etwa 30 Prozent der HIV-Infizierten hätten zudem Demenz-Symptome wie Vergeßlichkeit, was auch zu Depressionen führe. "Die Gefahr besteht, daß diese Menschen ihre Therapie abbrechen und dadurch ihre Lebenszeit erheblich verkürzen".
Dienstag, 30.10.2007, 15:49:58 Uhr
STOCKHOLM (dpa). Depressionen kosten nach einer schwedischen Analyse in Europa jährlich 118 Milliarden Euro.
Zwei Drittel der Kosten würden dadurch verursacht, daß viele Menschen mit Depression nicht mehr arbeiten können, berichtete das Karolinska-Institut in Stockholm.
Die Behandlung selbst verursache nur ein Drittel der Kosten. Häufig würden die Patienten nicht lange genug behandelt. Etwa 21 Millionen Europäer seien an Depressionen erkrankt, teilte das Institut gestern zum "Internationalen Tages der seelischen Gesundheit" mit.
Dienstag, 30.10.2007, 15:49:40 Uhr
Menschen, die an Atemstörungen im Schlaf leiden, erkranken besonders häufig an Depressionen. Das zeigt eine Langzeitstudie von US-Forschern.
Einen überraschenden Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Depressionen haben Forscher der University of Wisconsin-Madison in einer Studie mit 1400 Männer und Frauen beobachtet.
Die Wissenschaftler hatten das Schlafverhalten und mögliche Atemprobleme während der Nachtruhe über einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahre in regelmäßigen Abständen im Schlaflabor überprüft. Zu den Problemen gehörten etwa Schnarchen oder unregelmäßiges Atmen.
Anschließende psychologische Befragungen der 30- bis 60-Jährigen gaben den Wissenschaftlern Aufschluss darüber, ob und wie sehr die Teilnehmer unter Depressionen litten.
Ihr Ergebnis: Das Risiko für depressive Episoden war bei Personen mit mittleren bis starken Schlafstörungen um das 2,6-Fache erhöht (Archives of Internal Medicine, Bd. 166, S. 1709-1715, 2006). ...
Dienstag, 30.10.2007, 15:49:21 Uhr
Ergebnisse einer Vergleichsstudie mit Citalopram
Bei Patienten mit mittelschweren Depressionen ist der Johanniskraut-Extrakt STW3-VI (Laif® 900) ähnlich gut wirksam wie Citalopram. Ein Pluspunkt für das Phytopharmakon ist jedoch, dass es signifikant besser vertragen wird als das synthetische Antidepressivum. Dies ist das Ergebnis einer Placebo-kontrollierten PhaseIII-Studie im ambulanten Bereich (Psychopharmakotherapie 14, 2007, 65). An der dreiarmigen Studie nahmen 388 Patienten mit mittelschwerer Depression teil. Bei ihnen war die Erstdiagnose Depression im Mittel drei Jahre vor Studienbeginn gestellt worden. In der Studie wurden die Patienten sechs Wochen lang entweder mit dem Johanniskraut-Extrakt (900 mg einmal täglich), mit Citalopram (täglich 20 mg) oder mit Placebo behandelt. Die Therapie erfolgte bei Allgemeinmedizinern und hausärztlich tätigen Internisten. Die Wirksamkeit wurde mit der 52 Punkte umfassenden Hamilton-Depressionsskala (HAMD-17) beurteilt.
Der HAMD-Ausgangswert war mit etwa 22 Punkten in allen drei Gruppen ähnlich hoch. Nach sechs Wochen Therapie hatte sich der HAMD-Wert in beiden Verum-Gruppen auf 10,3 Punkte verbessert, mit Placebo auf 13 Punkte. Der Unterschied war signifikant. In beiden Verum-Gruppen hatten ähnlich viele Patienten auf die Behandlung angesprochen: 54 Prozent in der Johanniskraut- und 56 Prozent in der Citalopram-Gruppe, mit Placebo waren es dagegen nur 39 Prozent. Definiert ist die Ansprechrate als eine Reduktion des Punktwertes auf der HAMD-Skala um mindestens 50 Prozent oder ein HAMD-Wert von unter 10 Punkten.
Bei der Verträglichkeit schnitt das Johanniskraut-Präparat besser ab als Citalopram: Unerwünschte Wirkungen hatten bei 17 Prozent der Patienten mit dem Phytopharmakon, in der Citalopram-Gruppe waren es 53 Prozent und mit Placebo 30 Prozent. Deswegen abgebrochen haben die Studie sieben Prozent in der Johanniskraut- und zwölf Prozent in der Citalopram-Gruppe (Placebo: neun Prozent).
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Dienstag, 30.10.2007, 15:48:59 Uhr
Kinder von depressiven Eltern sind gehäuft krank Wenn Vater oder Mutter Depressionen haben, sind die Kinder einer US-Studie zufolge häufiger krank als jene, deren Eltern nicht an solchen Störungen leiden. Zur Prävention schlagen die Wissenschaftler vor, in das Vorsorge-Paket für Kinder einen kurzen Test der Mutter auf Depressionen aufzunehmen.
Die enge Beziehung zwischen Depressionen bei Eltern und Gesundheit ihrer Kinder haben Forscher aus Denver ermittelt (Pediatrics 119, 2007, e829). Das Team um Dr. Marion Sills prüfte etwa 25 000 Kinder bis 17 Jahre, die an der Klinik behandelt worden waren. Mindestens ein Elternteil war depressiv. Zur Kontrollgruppe gehörten knapp doppelt so viele Kinder mit Eltern ohne Depression.
Wie sich herausstellte, wurden Kinder mit depressiven Eltern häufiger vom Allgemein- oder Notarzt, vom Spezialisten wie Psychiater und Augenarzt oder stationär behandelt. So suchten pro Jahr 65 Prozent der 6- bis 12-jährigen Kinder mit depressiven Eltern einen Spezialisten auf, aber nur 36 Prozent ihrer unbelasteten Altersgenossen. Fast fünf Prozent der Jugendlichen mit depressiven Eltern brauchten eine stationäre Therapie, jedoch nur halb so viele in der Kontrollgruppe. An Vorsorge-Checks nahmen sie mit 16,5 zu 17,2 Prozent signifikant seltener teil. Die Wissenschaftler plädieren dafür, die psychische Betreuung für Eltern zu verbessern. Denn den Kinder hilft es, wenn man depressive Mütter aus ihrem Stimmungstief holt (wir berichteten).
Haben Kollegen den Verdacht, dass Mütter depressiv sind, helfen drei Fragen weiter: "Haben Sie sich im vergangenen Monat oft niedergeschlagen oder hoffnungslos gefühlt?" "Hatten Sie in dieser Zeit oft wenig Freude bei den Dingen, die Sie taten?" "Benötigen Sie deswegen Hilfe?" Depressive antworten auf alle drei Fragen mit ja.
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Dienstag, 30.10.2007, 15:48:38 Uhr
Mindestens 13 Erreger werden mit psychischen Erkrankungen in Verbindung gebracht / Pathomechanismen sind bislang nicht geklärt
Die 31-jährige Patientin war schon in vielen Arztpraxen gewesen: Müdigkeit, Depressionen und Selbstmordgedanken peinigten sie in rascher Folge. Keines der verschriebenen Medikamente half. Selbst durch den Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik besserte sich ihr Zustand kaum. Ein Arzt diagnostizierte schließlich eine "therapieresistente Depression". Doch zum Glück konnte der jungen Frau mit einer Antibiotika-Therapie doch noch geholfen werden. Inzwischen ist sie gesund und arbeitet seit vier Jahren wieder.
Hat ein Patient eine therapieresistente Depression, könnte auch eine Infektion dahinter stecken.
Die entscheidende Antibiotika-Therapie hat Professor Karl Bechter eingeleitet. Der Chefarzt der Abteilung Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik vom Bezirkskrankenhaus Günzburg bemerkte im Blut der Patientin Antikörper gegen Streptokokken und Anzeichen einer chronischen Infektion. Er vermutet, dass die Patientin zwei Jahre lang an einer wellenartig wiederkehrenden Erkrankung durch die Bakterien litt. Das habe zur Depression geführt.
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Dienstag, 30.10.2007, 15:48:15 Uhr
Buchtipp Schwere Depressionen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation nach ischämischen Herzerkrankungen die Ursache für die meisten durch Behinderung beeinträchtigten Lebensjahre. Eine Bestandsaufnahme zur Verbreitung von Depressionen in Deutschland, zu den Gründen, warum die Erkrankung zunimmt, zur Versorgungssituation und zu den gesellschaftlichen Auswirkungen hat ein 36-köpfiges internationales Autorenteam zusammengestellt. Hinzu kommen Vorschläge zur Gesundheitsförderung.
So schildern niederländische Kollegen Erfahrungen mit der Depressions-Prävention in ihrem Heimatland. Ein Beitrag aus Australien befasst sich mit der Frage, ob die Krankheitslast der Depression verringert werden könne, zum Beispiel mit Hilfe optimierter Versorgungsmodelle.
Deutlich wird zudem, dass die Experten die Betreuung depressiver Patienten auch als relevante Aufgabe der Hausärzte ansehen, etwa innerhalb strukturierter Angebote wie Disease Management Programmen oder in anderen Modellen. Mit dem Buch richten sich die Autoren unter anderen an Wissenschaftler und Praktiker aus Medizin und Sozialwissenschaften sowie an politische Entscheidungsträger. (ner)
Gabriela Stoppe, Anke Bramesfeld, Friedrich-Wilhelm Schwartz (Hrsg.): Volkskrankheit Depression? Bestandsaufnahme und Perspektiven. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2006. 475 Seiten, 39,95 Euro, ISBN 978-3-540-31749-4
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Dienstag, 30.10.2007, 15:47:49 Uhr
Gewichtszunahme und Depression sind häufig frühe Zeichen für Hypothyreose Bei unspezifischen Symptomen lohnt es sich immer, auch an eine Schilddrüsenerkrankung zu denken. Zur Diagnostik etwa bei Gewichtsschwankungen, Depressionen oder Unruhe gehören eine Schilddrüsenpalpation und ein Schilddrüsen-Labor.
Die Kunst des Hausarztes bestehe darin, Patienten mit veränderter Schilddrüse möglichst früh zu erkennen, so der Endokrinologe Dr. Michael Müller aus München. Durch die Palpation können bis zu 85 Prozent der Schilddrüsenknoten mit einem Durchmesser über 1 cm erkannt werden. Auch kleine Strumen sind oft gut tastbar, so Müller bei den von Sanofi-Aventis unterstützten Grünwalder Gesprächen.
Es gebe eine Reihe von Symptomen, die nicht unmittelbar mit einer Schilddrüsenerkrankung zusammenhängen, sagte Müller. Bei Gewichtszunahme etwa denke man zunächst meist an Änderungen des Lebensstils und mangelnde Bewegung. Tatsächlich könne jedoch schon eine leichte Schilddrüsenunterfunktion zu einer stetigen Zunahme des Körpergewichts führen, erklärte Müller. Die Folgen seien dann Hypertonie, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Gelenkbeschwerden.
Zudem würden Patienten mit depressiven Episoden oft medikamentös behandelt, ohne dass eine Hypothyreose als Ursache ausgeschlossen wurde, so Müller. Ähnlich sei es bei Nervosität oder Gewichtsabnahme. Oft würden psychische Belastungen vermutet. Doch könne auch Überfunktion die Ursache sein. Ein Druckgefühl am Hals - eigentlich ein Alarmsignal für eine Schilddrüsenerkrankung - werde zudem oft bagatellisiert oder der Psyche zugeordnet.
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Dienstag, 30.10.2007, 15:47:29 Uhr
Zur Tiefen Hirnstimulation haben deutsche Wissenschaftler Elektroden ins Belohnungszentrum eingepflanzt
Seit einiger Zeit wird die Tiefe Hirnstimulation bei therapieresistenten Depressionen erprobt. Forscher aus Bonn haben nun mit Erfolg eine bisher nicht geprüfte Hirnregion gewählt: Sie reizen das Belohnungszentrum.
Die Gruppe um Professor Thomas Schläpfer hat den Hirnschrittmacher zwei Männern und einer Frau eingesetzt. Sie litten seit Jahren an schwerer Depression, die weder auf Medikamente, noch Elektrokonvulsion oder Psychotherapie ansprach. Als Ziel für die Elektroden wählten die Forscher den Nucleus accumbens. Dort entsteht nach guten Erfahrungen ein Gefühl der Freude.
"Der Schweregrad der Symptome ging nach der Im-plantation um die Hälfte zurück", so Schläpfer zur "Ärzte Zeitung". Erste Zeichen der Besserung waren bereits nach der Op zu beobachten. Zwei Wochen später waren die Werte auf der Hamilton-Depressionsskala (Höchstzahl 50) bei den drei Patienten von 43 auf 25 sowie von 35 auf 25 und 20 gesunken. Mit Positronenemissionstomografie waren Blutfluss- und Stoffwechseländerungen sichtbar.
Wurde der Pulsgeber abgestellt, stiegen die Werte wieder, wie doppelblinde Tests belegten. Schläpfer: "Bei einem Patienten verschlechterte sich der Zustand so, dass wir gleich wieder anschalteten." Die Tiefe Hirnstimulation wird bisher bei Parkinson, Tremor, Kopfschmerz und Bewegungsstörungen angewandt. Zur Depression gibt es erste Versuche, jedoch mit anderen Arealen als den N.accumbens (Neuropsychopharmacology doi: 10.1038/sj.npp.1301408). ...
Dienstag, 30.10.2007, 15:47:09 Uhr
Virtuell zum Internet-Doc zu surfen, statt sich vom Krankenbett ins Wartezimmer des Hausarztes zu schleppen, und dann das rezeptfreie Medikament über die Internetapotheke bestellen - Medizin-Websites und ärztlicher Rat per E-Mail machen es möglich. Allein auf den guten alten Hausarzt und Fachärzte vor Ort wollen sich viele Patienten nicht mehr verlassen.
Blick auf das Gesundheitsportal Lifeline im Internet. Die Anbieter dürfen nicht individuell beraten, sondern können nur allgemeine Informationen liefern.
Die Internet-Angebote heißen "NetDoktor", "Qualimedic" oder "Lifeline". Virtuell, interaktiv und modern kommen sie daher und widmen sich allen Leiden von ADHS bis Vogelgrippe. Medizinportale und Gesundheitsforen im Netz sind längst im Cyberraum etabliert. Auch einige Krankenkassen bieten auf ihren Websites interaktive Tests, sei es zum Diabetes- oder zum Herzinfarktrisiko. Fast epidemieartig vermehren sich im Netz vor allem Mitteilungsforen, in denen Patienten ihre Krankenakten zu Markte tragen.
Intensive Suche nach der ultimativen Therapie ...
Dienstag, 30.10.2007, 15:46:32 Uhr
Viele Depressive haben auch Schmerzen / Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer erleichtern die Therapie Weil Patienten mit Depressionen häufig auch körperliche Beschwerden - meist Schmerzen - haben, profitieren sie von Medikamenten, die gleichzeitig antidepressiv und analgetisch wirken. Zu einer solchen Behandlung können auch depressive Patienten motiviert werden, die körperliche Beschwerden haben, aber die Diagnose Depression nicht akzeptieren.
Patienten mit mehreren Symptomen einer Depression leiden fast immer auch an unspezifischen Schmerzen. Daran hat Professor Göran Hajak von der Universität Regensburg beim Internisten-Kongress erinnert. Von den Patienten, die nach einer antidepressiven Behandlung einen Rückfall bekommen, haben fast 95 Prozent auch körperliche Beschwerden. Zudem setzen Patienten mit körperlichen Symptomen ihre Antidepressiva häufiger wegen unerwünschter Wirkungen ab als Patienten, die nur psychische Symptome haben (Int Clin Psychopharmacol 17, 2002, 311).
Antidepressiva, die sowohl die Serotonin- als auch die Noradrenalin-Wiederaufnahme hemmen, verstärken sich gegenseitig in ihrem analgetischen Effekt, sagte Hajak bei einem Symposium von Wyeth.
Therapien mit einem dual wirksamen Medikament, etwa Venlafaxin, lindern deshalb sowohl den Schmerz als auch die Depression. Das habe eine Metaanalyse von 31 Studien belegt: Innerhalb der ersten acht Wochen einer antidepressiven Therapie mit Venlafaxin (Trevilor retard) waren die somatischen Beschwerden bei signifikant mehr Patienten zurück gegangen als mit einem selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder mit Placebo.
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Dienstag, 30.10.2007, 15:41:56 Uhr
Depressionen könnten 2020 weltweit zur zweithäufigsten Krankheit werden. 1990 lagen Depressionen noch auf Rang vier der häufigsten Erkrankungen.
Die Gmünder Ersatzkasse hatte 2006 Zahlen bekannt gegeben, nach denen die Zahl der Krankenhaus-Patienten mit Depressionen in vier Jahren um 40 Prozent gestiegen war. Inzwischen hätten etwa zwölf Prozent der Patienten, die eine Arztpraxis aufsuchen, eine Depression, sagte Dr. Pia Heußner, Leiterin der Psycho-Onkologie an der Uni München-Großhadern. Häufiger als Depressionen seien bald nur noch kardiovaskuläre Erkrankungen, so Heußner beim Internisten-Kongress.
Die Ärztin erklärte den weltweiten Anstieg mit veränderten Umwelt- und Lebensbedingungen. Außerdem sei vermutlich die Sensibilisierung für Depressionen gestiegen, sodass sie auch häufiger diagnostiziert würden. Zudem lasse die Tabuisierung dieser Krankheit nach, sie sei gesellschaftsfähiger geworden: "Es darf offen darüber gesprochen werden." Genetische Faktoren könnten einen Anteil von 50 bis 80 Prozent ausmachen. Weitere Auslöser seien schwere chronische Erkrankungen sowie Stoffwechsel-Änderungen.
Obwohl Psychopharmaka gut helfen, würden sie oft abgelehnt. Dies erklärt sich Heußner damit, dass ältere Arzneien oft starke unerwünschte Wirkungen wie Gewichtszunahme und trockenem Mund haben. Neue Mittel seien jedoch sehr viel besser verträglich und wirkten auch schneller.
Dienstag, 30.10.2007, 15:41:36 Uhr
Depressive Patienten haben ein ähnlich hohes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen wie Raucher. Darauf hat Dr. Florian Lederbogen aus Mannheim auf der Kardiologie-Tagung in Mannheim hingewiesen.
Eine Erklärung: Depressive bewegten sich weniger und hätten eher Übergewicht als Nicht-Depressive, so Lederbogen. Unabhängig davon gebe es aber auch genetische Faktoren, die das Risiko für KHK und Schlaganfall bei Depressiven erhöhen.
Dienstag, 30.10.2007, 15:41:16 Uhr
Bupropion ist eine Ergänzung zu anderen selektiv und nicht-selektiv wirkenden Antidepressiva / Langjährige Erfahrung bei Rezidivprophylaxe Mit Bupropion steht sei kurzem ein neues Antidepressivum zur Verfügung. Es eignet sich besonders auch für Patienten, die antriebsarm sind und sich schlecht konzentrieren können.
Bupropion (Elontril®) ist ein selektiver Wiederaufnahmehemmer der Katecholamine Noradrenalin und Dopamin. Wie Professor Ekkehard Haen von der Psychiatrischen Uniklinik Regensburg berichtet hat, ist Bupropion eine sinnvolle Ergänzung zu anderen selektiv und nicht-selektiv wirkenden Antidepressiva. Denn noch sei unklar, welcher Neurotransmitter - Serotonin, Noardrenalin oder Dopamin - für die Entstehung von Depressionen die größte Bedeutung habe.
"Gut bekannt sind aber die Auswirkungen eines Katecholamin-Mangels, etwa Konzentrationsschwäche, Freudlosigkeit und psychomotorische Verlangsamung", sagte Haen auf einer Veranstaltung des Unternehmens GlaxoSmithKline in Hamburg. Für Patienten, bei denen diese Symptome vorherrschen, könne Bupropion eine Alternative zu herkömmlichen Antidepressiva sein. Das Risiko für Gewichtszunahme und sexuelle Funktionsstörungen sei mit der neuen Arznei gering. Häufigste unerwünschte Wirkungen in Studien waren Kopfschmerzen, Mundtrockenheit und Übelkeit.
Bupropion wird einmal täglich eingenommen. In einer der europäischen Zulassungsstudien war die Substanz in der Akuttherapie Placebo überlegen und ähnlich wirksam wie Venlafaxin. In den USA gibt es mit Bupropion langjährige Erfahrungen, auch zur Rückfallprävention. So wurden bei einer Studie depressive Patienten zunächst acht Wochen mit Bupropion zweimal täglich behandelt. Bei Rückgang der Beschwerden wurde verblindet entweder weiterbehandelt, oder die Patienten bekamen Placebo. Nach etwa einem Jahr waren aus der Placebo-Gruppe noch 48 Prozent und aus der Bupropion-Gruppe noch 63 Prozent der Patienten weitgehend frei von Depressionen. Die Therapie mit Bupropion verlängerte die Zeit bis zum Rückfall um mindestens das Doppelte.
Dienstag, 30.10.2007, 15:40:55 Uhr
Symptome verringern sich oft bereits in 14 Tagen / Frühes Ansprechen auf Escitalopram ist Prädiktor für Remission
Die Behandlung von Depressiven kann lange dauern, aber vielen Patienten fehlt die nötige Geduld. Nicht ganz zu Unrecht: Schon nach zwei Wochen lässt sich mitunter erkennen, ob ein Patient auf die Therapie auch langfristig anspricht.
Für Dr. Alan Wade aus Glasgow in Schottland ist es fragwürdig, den Empfehlungen verschiedener Fachgesellschaften zu folgen, und mit einem einzelnen Antidepressivum mindestens sechs Wochen zu behandeln, um seine Wirksamkeit zu beurteilen. "Schon nach zwei Wochen möchten die Patienten wissen, ob sie langfristig etwas von der medikamentösen Therapie haben", sagte Wade, der als Hausarzt mit Schwerpunkt Psychologie tätig ist. "Dabei heißt das Fernziel Remission, also die komplette Genesung und Wiederaufnahme aller sozialen Funktionen", sagte er auf einer Veranstaltung vom Unternehmen Lundbeck in Berlin.
Auch diesem Anspruch werden Leitlinien nicht gerecht, denn sie definieren auch eine Symptombesserung um 50 Prozent als Ansprechen und damit als Behandlungserfolg. Leitlinien seien deshalb für die Praxis nur bedingt hilfreich, so Wade. Er halte sich zwar durchaus an die Therapieempfehlungen, überprüfe sein Vorgehen aber schon nach relativ kurzer Zeit.
Das hat auch Sinn, wie eine Studie mit dem selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) Escitalopram (Cipralex®) belegt hat: Von 871 damit behandelten Patienten gingen bei 58 Prozent am Ende der zweiten Woche die depressiven Symptome um mindestens 20 Prozent zurück, gemessen auf einer Symptomskala. Von diesen Patienten waren bei fortgesetzter Therapie sechs Wochen später 63 Prozent beschwerdefrei. Patienten, die initial nicht ansprachen, hatte nur eine Chance von 27 Prozent auf spätere Genesung mit dieser Therapie, sagte Wade. Insgesamt waren von den mit Escitalopram behandelten Patienten 46 Prozent nach acht Wochen in Remission, im Vergleich zu 32 Prozent mit Placebo. ...
Dienstag, 30.10.2007, 15:40:10 Uhr
Offenbar liegt es tatsächlich mehr an der hormonellen Umstellung als an der erhöhten psychischen Belastung, wenn Mütter nach der Geburt des ersten Kindes psychisch krank werden.
Das schließen dänische Forscher aus einer neuen Studie, in der sie Daten von rund 630 000 dänischen Müttern und 550 000 Vätern ausgewertet hatten. Bei den Frauen war in den ersten drei Monaten nach der Geburt die Rate für eine psychische Erkrankung um über das Siebenfache erhöht, bei den Männern ergab sich hingegen kein erhöhtes Risiko für eine schwere psychische Erkrankung (JAMA 296, 2006, 2582).
Wissenschaftler hatten bisher immer wieder die Vermutung geäußert, daß auch Männer nach der Geburt eines Kindes häufig Depressionen bekommen, da sich auch deren Leben durch den Nachwuchs drastisch ändert.
Dienstag, 30.10.2007, 15:37:20 Uhr
Auch Studenten leiden immer häufiger unter dem Burn-Out-Syndrom. Viele seien von Depressionen, Angstattacken oder Schlafstörungen betroffen, wie das Deutsche Studentenwerk (DSW) am Montag in Berlin mitteilte. DSW-Präsident Rolf Dobischat sagte, die Hochschüler stünden unter immer stärkerem Leistungs- und Zeitdruck. Nach der jüngsten DSW-Sozialerhebung hat jeder siebte Studierende Beratungsbedarf zu Depressionen und Konzentrationsschwierigkeiten.
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