Angst - Phobie - Panik
Angst (lat. angustiae = Enge, Beklemmung)
Wohl jeder von uns kennt das Gefühl der Angst. Angst
an sich ist ein völlig normales Gefühl und für
unser Leben sinnvoll und notwendig. Durch das Gefühl
der Angst werden wir in brenzlichen Situationen gewarnt, eine
Alarmreaktion im Körper setzt ein, der Blutdruck steigt,
Atmung und Herzschlag werden schneller, Muskeln werden angespannt,
um in Notsituationen schneller entkommen zu können. Leider
kann aus der durchaus sinnvollen Angst auch eine Krankheit
werden, die uns auch in eigentlich ungefährlichen Situationen
in eine solche Alarmbereitschaft versetzt.
Angststörungen sind in unserer Gesellschaft weit verbreitet.
Etwa 15 bis 25 % der Menschen leiden im Laufe ihres Lebens
an einer krankhaften Angst, bei Frauen stellt die Angststörung
mittlerweile die häufigste psychische Störung dar.
Bei Männern rangieren die Angststörungen nur knapp
hinter Alkoholproblemen auf Rang zwei.
Oftmals löst diese psychische Störung weitere gravierende
psychische Störungen aus wie etwa Depressionen oder eine
Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit.
Sicherlich trägt unsere hektische Gesellschaft und der
wachsende Druck auf den einzelnen, sei es durch Streß
im Beruf, Existenzsorgen, Mobbing etc., zu der wachsenden
Zahl der Betroffenen bei. Angst um den Arbeitsplatz haben
heute viele Menschen, besonders davon betroffen sind bestimmte
Personenkreise (ältere, kranke, behinderte Arbeitnehmer
sowie Menschen, die in Wirtschaftsbranchen arbeiten, die zunehmend
mehr ins Ausland ausverlagert werden). Hinzu kommt die Veränderung
in unserer Arbeitsgesellschaft, daß immer weniger Arbeitnehmer
immer mehr Arbeiten übernehmen müssen, bei gleichbleibendem
Lohn, so daß der Arbeitsdruck steigt. Die Folge sind
vermehrte Versagensängste und Panikattacken.
Ängste sind daher eine Folge unserer heutigen Gesellschaft,
dazu kommt, daß viele Ängste anerzogen oder anerlernt
werden. So haben beispielsweise Eltern, die ihre Kinder überbehüten
und selbst eher ängstlich sind, ebenso wie Eltern, die
ihre Kinder demütigen, oftmals ängstliche Kinder.
Diese Kinder haben es nicht gelernt, ein gesundes Selbstbewußtsein
aufzubauen.
Da es sich bei dem Angstverhalten um ein erlerntes Verhalten
handelt, ist es möglich, dieses Verhalten auch wieder
zu "verlernen". Das soll heißen, daß
so, wie man sich eine Angst selbst so lange einredet, bis
sie zur Krankheit wird, es ebenso Methoden gibt, dieses andauernde
Angstgefühl wieder abzubauen, so daß man ein normales
Leben führen kann.
Bei einer Phobie haben die Betroffenen eine starke
Angst vor bestimmten Dingen, Tieren, Orten oder Situationen.
Allein der Gedanke an solche Dinge, Tiere oder Situationen
ruft eine so starke Angstreaktion hervor, daß sie anfangen
zu zittern, schwitzen, ihnen schwindelig wird.
Kommen sie dann tatsächlich in eine solche Situation
oder kommen in Kontakt mit einem solchen Auslöser, treten
natürlich noch stärkere Störungen auf, die
in einer Flucht oder Ohnmacht enden können.
Bei einer Panikstörung ist der Name Programm:
Die Betroffenen verfallen in Panik! Und das Schlimmste daran
ist: Ohne eigentlichen Auslöser, einfach so, von jetzt
auf gleich.
Klar ist also, daß eine solche Panikstörung das
gesamte Leben beeinflußt. Die Erkrankten trauen sich
nicht mehr aus dem Haus oder unter Menschen, weil sie Angst
haben, dann einen solchen Panikanfall zu bekommen. Sie fürchten
sich, verlacht oder für verrückt erklärt zu
werden, gleichzeitig haben sie Angst davor, daß sie
dann vollkommen hilflos sind und auch keine Hilfe finden.
Wie Sie sehen, können Ängste, Phobien und Panikanfälle
das Leben komplett verändern, was sogar so weit gehen
kann, daß sich jemand komplett isoliert oder seinen
Arbeitsplatz verliert.
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