Depersonalisation und Derealisation
Eine Depersonalisation bezeichnet ein gewisses "Fremdsein"
sich selbst gegenüber.
Eine Derealisationsstörung bezeichnet eine gewisse "Unwirklichkeit" der realen Situation.
Der Betroffene sieht sich also entweder nicht als Teil der
Umgebung bzw. hat ein Gefühl, gar nicht tatsächlich
selbst dort zu sein.
Angstkranke Menschen bekommen dadurch natürlich Angstgefühle und sind total verunsichert, was denn nun real ist und was nicht. Diese beiden Störungen treten meist in Verbindung mit psychischen Problemen auf, also etwa Depressionen, Phobien, Angsterkrankungen, zwanghaftem Verhalten oder einer posttraumatischen Belastungsstörung.
Und obwohl sich das jetzt vielleicht alles etwas abstrakt
anhört, kennt doch jeder, auch ein gesunder Mensch, diese
Zustände. So erlebt man einen solchen Zustand im Übergang
zwischen Wachsein und dem Schlaf, während Meditationen
und Trancen oder durch Drogenkonsum, etwa im Vollrausch. Es
sind also ganz normale Zustände, die aber bei psychisch
kranken Menschen ederzeit auftreten können und sie komplett
verunsichern können.
Ein Beispiel:
Ein gesunder Mensch legt sich ins Bett und merkt nicht, daß er einschläft. In seinem Traum sieht er seine verstorbene Mutter. Nach dem Aufwachen ist klar, daß es nur ein Traum war.
Beim psychisch kranken Menschen ist das anders:
In einer Stresssituation sieht er plötzlich seine verstorbene
Mutter und erkennt nicht, daß es nur ein Hirngespinst
ist. Natürlich weiß er dann nicht, was er machen
soll, da er ja eigentlich weiß, daß die Mutter
tot ist, er sie aber tatsächlich in seiner Wahrnehmung
vor sich sieht.
Ein weiteres Beispiel:
Ein gesunder Mensch kommt in eine Streßsituation. Aufgrund seines Wissens und Könnens kann er entsprechend darauf reagieren.
Ein an einer Angsterkrankung erkrankter Mensch könnte
in einer solchen Situation derealisieren oder depersonalisieren,
d.h. er würde möglicherweise gar nicht realisieren,
was um ihn herum passiert und möglicherweise gar keine
Reaktion zeigen.
Übrigens kommt die Depersonalisation und Derealisation
ziemlich häufig bei psychisch kranken Menschen vor, auch
wenn jeder einzelne Erkrankte meint, er wäre der einzige,
der solche Symptome zeigt. Laut einer amerikanischen Studie
tritt ein solches Symptom bei 40 % der Erkrankten auf.
Während des Zustandes der Depersonalisation erfahren
die Erkrankten eine angstmachende Veränderung der geistigen
Fähigkeiten, ihrer eigenen Gefühle oder dem Erleben
des Körpers. Sie fühlen sich wie losgelöst
von ihrem Körper, fühlen eine Art Entfremdung von
sich selbst oder sie haben das Gefühl, neben sich zu
stehen und sich selbst zuzugucken. Zudem tritt eine Unempfindlichkeit
gegen äußere Reize auf, eine verminderte Reaktionsbereitschaft
und eine Art Unfähigkeit, sich selbst zu kontrollieren.
Die Betroffenen fühlen sich also nicht mehr als sich
selbst, sondern eher als eine Art Roboter, der sein eigenes
Leben führt. Er erscheint manchmal wie ohne Leben, wie
ein Schauspieler, der eine unbekannte Rolle spielt. Er reagiert
nicht auf Gefühle, wirkt manchmal aphatisch oder depressiv.
Es wird davon ausgegangen, daß ein solches Verhalten
den Geist vor Schaden schützen soll, indem der Körper
den Geist quasi abschaltet und negative Zustände ausblendet.
Wie schon erwähnt treten Derealisationen und Depersonalisationen
häufig bei psychisch gestörten Menschen auf, also
auch bei Menschen, die unter Panikattacken leiden. Oftmals
haben die Betroffenen dann die Angst, verrückt zu werden
oder durchzudrehen.
Eine Depersonalisation alleine, also ohne eine andere psychische Erkankung, kommt nur selten vor. Sie tritt meist auf in Verbindung mit einer Angststörung, einer Depression oder einer anderen psychischen Störung.
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