Angst und Alkohol
Leider sehen viele Betroffene einer Angsterkrankung in Alkohol ein Hilfsmittel, welches sie über ihre Beschwerden hinweg bringen kann. Sie setzen es also gleich mit (harmlosen oder sinnvollen) Beruhigungsmitteln oder mit anderen Medikamenten.
Das Problem dabei ist nur, daß Alkohol auf längere Zeit hinweg zu einer Abhängigkeit führt und wiederum zu weiteren Ängsten führen kann. Es kann also zu einem Teufelskreis kommen, der das Leiden immer weiter steigert.
Wenn ein Angst-Erkrankter gleichzeitig Alkoholiker
ist, so sollte man vor einer Therapie zudem fragen,
was zuerst da war: Die Angst oder der Alkohol. Denn
wie oben schon beschrieben, trinken viele Angstpatienten
alleine deshalb Alkohol, damit sie ihre Angst in den
Griff bekommen und werden dadurch abhängig vom Alkohol.
Anders
herum kann es aber passieren, daß jemand, der
regelmäßig und zu viel Alkohol trinkt, irgendwann
eine Angsterkrankung bekommt. Der Alkohol kann so tief auf die Psyche einwirken, daß eine Angststörung entsteht (andere psychische Erkrankungen wie eine Depression übrigens auch).
Natürlich ist es
deshalb wichtig, das grundlegende Problem vorrangig
zu behandeln, da ansonsten eine Therapie möglicherweise
scheitert. Sollte also die Angsterkrankung durch eine Alkoholsucht entstanden sein, so wäre es nötig, zuerst die Alkoholsucht in den Griff zu bekommen, bevor man sich auf die Behandlung der Angsterkrankung stürzt.
Was hier für Alkohol beschrieben wurde, gilt auch für andere Drogen, also Beruhigungsmittel, Medikamente oder sonstige Stoffe. Man weiß inzwischen, daß Stoffe, die in die Psyche des Menschen eingreifen, oftmals psychische Erkrankungen auslösen, zu denen unter anderem Angststörungen gehören.
Generell sei an dieser Stelle wieder einmal erwähnt: Alkohol ist keine Lösung für Probleme, auch nicht für Erkrankungen. Der Alkohol verschlimmert alles nur noch und macht relativ schnell psychisch und körperlich abhängig. Leider ist es in unserer Gesellschaft durchaus akzeptiert, regelmäßig und zu weilen auch viel Alkohol zu trinken, so daß eine Alkoholsucht nicht so schlimm wahrgenommen wird wie etwa eine Sucht nach Kokain.
|